Messe-Hits
Cebit-Knaller

KomponentenWorkspace

Wie jedes Jahr waren auf der Cebit 2005 neue Produkte und Techniken zu bestaunen.
Hier die interessantesten Innovationen im Detail.

Mehr Aussteller

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Weniger Besucher als 2004, dafür mehr Fachpublikum: Obwohl die Cebit letztes Jahr noch 30 000 mehr Besucher zählen konnte, ziehen die Messebetreiber mit insgesamt 480 000 Interessierten ein positives Fazit. Vor allem, weil die Anzahl der Aussteller höher war als 2004: 6270 Unternehmen präsentierten ihre Produkte auf der größten IT-Fachmesse der Welt. PC Professionell stellt die interessantesten Exponate im Detail vor.


Mainboards und Grafikkarten

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Im Grafikkartenbereich gab es Interessantes, aber nicht unbedingt Revolutionäres zu sehen. Neue 3D-Architekturen sind bei ATI erst zur Jahresmitte zu erwarten, auch Nvidia zeigt sich noch zurückhaltend in Bezug auf neue Technik.

Um auf der Cebit nicht ganz mit leeren Händen dazustehen, kündigte Nvidia zumindest zwei neue Grafikkartenmodelle der aktuellen Geforce-6-Produktreihe an: Zum einen liefert Nvidia seine Geforce-6200-Budget-Chips jetzt auch für Grafikkarten mit AGP-Stecker aus. Damit gibt es die komplette 6er-Serie von den Geforce-6200- bis zu den -6800-Modellen sowohl in AGP- als auch in PCI-Express-Ausführung.

Zum anderen laufen die Geforce-6800-Ultra-PCI-Express-Grafikkarten zukünftig auch mit 512 MByte Speicher. Neben Doom 3 gibt es aber derzeit kaum Spiele, die von dem Plus an Speicher profitieren würden. Eine besondere 512-MByte-Karte gab es mit Gainwards wassergekühlter und übertakteter Ultra 2800 PCX Golden Sample zu sehen.

Höchste 3D-Leistung dürfte auch eine Designstudie von Asus liefern: Auf einer Grafikkarte arbeiten hier zwei Geforce-6800-Ultra-Chips im SLI-Modus parallel. Eine Grafikkarte mit zwei Geforce-6600-Midrange-Chips hat Gigabyte zwar bereits vorgestellt, Asus bringt mit seinem Modell aber erstmals zwei der schnellsten Nvidia-Chips zusammen und dürfte damit die wohl leistungsfähigste Grafikkarte bauen. Spannend ist auch Asus neue EAX-Serie: Beim Modell EAX700VE/WTD/128M etwa wird der Video-Ausgang von einem WLAN-Sender und Empfangsmodul ersetzt. Das Bildsignal kann damit beispielsweise komfortabel vom PC im Arbeitszimmer auf das TV-Gerät im Wohnzimmer gesendet werden.


AGP lebt weiter

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ATI legt bei den AGP-Grafikkarten noch einmal nach: Mit dem Radeon X850 XT (R481) baut ATI seinen neuesten Spitzengrafikchip außer in der bekannten PCI-Express-Ausführung jetzt auch noch mit einem reinen AGP-Interface. Entsprechende Top-Grafikkarten sollen für 450 Euro erhältlich sein. Zudem hat ATI auch nach einiger Verzögerung seinen Bridge-Chip (Rialto) fertig gestellt und nutzt diesen, um die Radeon-X800- und Radeon-X800-XL-PCI-Express-Chips auch für AGP-Grafikkarten nutzbar zu machen. Entsprechende Modelle sollen 350 beziehungsweise 250 Euro kosten.

Ob und wann ATI den Bridge-Chip auch bei der Radeon-X700-Mittelklasse-Serie einsetzt, ist derzeit offiziell noch nicht bekannt. Branchen-Insider wollen jedoch von einer Markteinführung noch im April wissen. Bei der günstigen Radeon-X300-Serie ist sich ATI dagegen sicher, auch in Zukunft keine Bridge-Lösungen anzubieten die Radeon-9600-Modelle mit nativer AGP-Schnittstelle seien hier wettbewerbsfähiger.


Mainboards

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Die heißen News im Prozessor- und Mainboard-Bereich betreffen die kommenden Dual-Core-CPUs von AMD und Intel und die passenden Plattformen. An dieser Stelle ist aber ein besonders ungewöhnliches Mainboard von Elitegroup zu erwähnen: Das Sockel-775-Mainboard PF88 für Intel-Prozessoren lässt sich mit einer großen Einsteckkarte auch für den Betrieb mit Sockel-939-AMD-Athlon-64-CPUs umrüsten. Der große Adapter findet in einem PCI-Express-x16-ähnlichen Sockel Platz und enthält den CPU-Steckplatz sowie zwei Speicherbänke für DDR-RAM-Module, die direkt mit dem Speichercontroller der AMD-CPUs verbunden sind.

Auch der SIS-756-Northbridge-Chip für AMD-CPUs findet sich auf der Zusatzplatine. Wird das PF88 mit einer Intel-CPU betrieben, kommt stattdessen der SIS 665 direkt auf dem Mainboard zum Einsatz. Die 955-Southbridge wird in beiden Fällen genutzt. Wer sich beim Kauf seines nächsten Prozessors alle Türen offen halten will, bekommt also mit dem PF88 den passenden Unterbau.


Fernsteuerung von Logitech

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Maus- und Tastaturspezialist Logitech stellt mit der Harmony 885 eine Fernbedienung mit pfiffigem Konzept vor: Statt die Tastenbelegung für Fernseher, Stereoanlage oder Videorekorder mühsam selbst zu programmieren, kann der Anwender diese von Logitech im Web abrufen und per USB auf den Handschmeichler übertragen.


Datensicherung & Multimedia

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Sichere Datenspeicherung ermöglicht Outbacker von Hersteller Memory Experts: Das mobile 2,5-Zoll-Festplattenlaufwerk wird wie auch herkömmliche externe Laufwerke per USB-Port an den PC angeschlossen. Allerdings verfügt das Laufwerk über eine öffentliche Partition und bis zu fünf gesicherte Partitionen, die auch einzelnen Benutzern zugeordnet werden können. Der Zugang erfolgt über einen integrierten Fingerprint-Reader. Biometrische Informationen werden mit AES in Stärken von 128 bis 256 Bit verschlüsselt. Outbacker wird in Kapazitäten von 20 und 40 GByte bereits ab April verfügbar sein. Genaue Preise waren bis zum Redaktionsschluss allerdings noch nicht bekannt.

Im Bereich Multimedia gab es am Stand von Buffalo Interessantes zu sehen: Mit dem Wireless-DVD-Player Buffalo Link Theater lassen sich Multimedia-Files vom heimischen Netzwerk über das schnelle 802.11g-Funkprotokoll direkt auf den Fernseher holen. Dabei unterstützt Link Theater alle aktuellen Audio- und Videocodecs. Benutzerfreundlich: Netzwerkkenntnisse zur Einrichtung des Systems sind nicht erforderlich das für rund 300 Euro erhältliche Gerät konfiguriert sich auf Knopfdruck selbstständig. Damit der Nachbar nicht unbefugt DVDs mitgucken kann, wurde neben WEP 64/128 die sichere WPA-Verschlüsselung integriert.


Software & Sicherheit

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Selbstverständlich hatten auf der Cebit 2005 auch Software-Hersteller jede Menge Innovationen zu bieten. Im Linux-Segment tat sich beispielsweise bei Novell etwas: Gezeigt wurde die neueste Suse-Version Pro 9.3, die bereits ab Mitte April für 90 Euro im Handel sein soll.
Das Highlight dabei ist die integrierte Virtualisierungstechnik Xen. Dabei handelt es sich um eine Technik, die es erlaubt, mehrere Linux- oder BSD-Instanzen parallel laufen zu lassen. Zwar ist es möglich, auch Windows unter Linux zu starten, Lizenzprobleme sprechen aber dagegen. Suse hat zudem eine Preview von OpenOffice.org 2.0 in die auf Kernel 2.6.11 aufbauende Distribution integriert.

Für Linux-Nutzer ein alter Hut, für Microsoft der Cebit-Trend im Bereich Betriebssysteme: Promotet wurde die Ende April erscheinende Windows-XP-Professional-Edition x64 Edition. Neuheiten gegenüber dem Release Candidate 2 gibt es nicht. Nur in die Schlange von 64-Bit-Anwendungen reihen sich noch ein paar neue Kandidaten ein: Die CAD-Software Parasolid, das 3D-Animationsprogramm Lightwave und die Brennsuite Nero. Neben dem 64-Bit-Support hatte Nero aber einen weiteren Trumpf im Ärmel: Nero Linux bringt das Brennmodul mit grafischer Oberfläche auf Linux-Plattformen allerdings nur als Add-on für Nero-6-Vollversionen.

Auch Fernseh-Freaks bekommen bald ein neues Spielzeug in die Hand: Bei Spyder TV handelt es sich um ein Kalibrierungs-Tool für die neueste TV-Generation von Plasma- und LC-Displays. Mit Hilfe eines am
Bildschirm angebrachten und mit dem PC verbundenen Colorimeters optimiert Spyder TV Farbspektrum, Schwarzwert, Kontrastverhältnis und Farbtemperatur. Das Paket von Colorvision ist ab Juni für 250 Euro erhältlich. Selbst für den PC-User bietet Colorvision eine Suite, die Monitorkalibrierung, Druckerprofilierung und Bildbearbeitung vereint: Für Spyder 2 Plus sind rund 270 Euro zu veranschlagen.


Multimedia mit PC im Hintergrund

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Auf den Multimedia-Hype setzen auch die Software-Hersteller: Buhl Data bringt mit »TV werbefrei« eine 30 Euro teure Software auf den Markt, die den PC zum digitalen Videorecorder macht und über den Schnittlistendienst Cutlist Werbung gezielt entfernt. DivX Networks hatte Neuigkeiten zu DivX 6 im Cebit-Gepäck: Die neue Encoder-Version soll den Authoring-Programmen von Sonic, Cyberlink und Pinnacle ab April beiligen.

T-Online hingegen möchte den stockenden Video-on-Demand-Markt ankurbeln und bietet jetzt auch Downloads für mobile Geräte im Format Windows Media Video (320 x 240 Pixel). Einführungspreis: 1 Euro pro Film.

Mit der Multimedia-Management-Suite Media One will Intervideo Nero 6 Konkurrenz machen. Gleich neun Programme hat der Hersteller zu einem Komplettpaket geschnürt. Dazu gehören unter anderem ein Brennprogramm, eine Software für DVD- und TV-Aufzeichnungen, ein Backup-Tool, eine Bildbearbeitung, DVD-Authoring, Handy-Tools sowie der populäre Software-DVD-Player Win DVD. Anhand vordefinierter Aufgaben kann der Einsteiger die richtige Applikation starten. Die deutsche Vollversion läuft nur unter Windows 2000/XP und ist ab April für 80 Euro zu kaufen.

Weit mehr als DVD-Authoring bietet Ulead Filmbrennerei 4: Die neue Version brennt Audio-DVDs, stellt Fotos und Videos zu einer Diashow zusammen und unterstützt die Aufnahme, Bearbeitung und Ausgabe von DVB-T-Fernsehsendungen auf DVD. Aufgrund der unterschiedlichen Sendeformate setzt die Software auf xDVD-Technologie. Filmbrennerei 4 Deluxe kostet 70 Euro.


Virenscanner für Handys und PDAs

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Der Trend bei Virenscannern geht klar in Richtung Mobility: So war von Kaspersky eine Antivirus-Lösung für Symbian-OS-Handys zu sehen. Die Verschlüsselungs-Software PGP geht ebenfalls in eine neue Runde. Version 9 von Pretty Good Privacy kann nun auch komplette Partitionen verschlüsseln.

Mit dem Norton Antivirus Uninstaller verteilte Gdata auf der Cebit ein kostenloses Tool, das die Konkurrenz-Software Norton Antivirus im Gegensatz zur Norton-Deinstallationsroutine vollständig entfernt.

In Sachen Übersetzungs-Software tat Linguatec einen Sprung: Eine gegenüber dem Vorgänger deutlich bessere Übersetzungsleistung soll mit Personal Translator 2005 Pro (250 Euro) möglich sein. Dafür soll das zum Patent angemeldete Verfahren des neuronalen Transfers sorgen.

Ebenfalls beim Übersetzen hilft Iris Pen Translator, ein Stiftscanner inklusive Übersetzungssoftware. Der etwa zwei Zentimeter breite Stift wird per USB angeschlossen, anschließend werden kurze Textpassagen gescannt und automatisch in die integrierte Übersetzungssoftware Promt übersetzt. Iris Pen Translator Express unterstützt sechs Sprachpaare und kostet 180 Euro.