Pentium-4-CPU
Intels neue 6er-Serie

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Spürbar schneller werden die Pentium-4-CPUs der 6er Serie durch den größeren L2-Cache. Doch der richtig große Leistungssprung steht erst im Sommer an: Dann kommen die ersten Dual-Core-CPUs auf den Markt.

Mehr Geschwindigkeit

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Mit der neuen 6er Reihe baut Intel sein Angebot an Pentium-4-CPUs weiter aus. Vier neue Modelle vom Pentium 4 630 mit 3,0 GHz Taktrate bis hin zum Pentium 4 660 mit 3,6 GHz sind ab sofort erhältlich. Noch in der zweiten Jahreshälfte soll die 6er Serie die bisherigen Pentium-4-Ausführungen ablösen. Aus Performance-Sicht ist der größere L2-Cache von 2 MByte die entscheidende Neuerung. Gegenüber den Pentium-4-Modellen der 500er Serie mit 1 MByte L2-Cache zeigen sich bis zu 10 Prozent mehr Geschwindigkeit durch den größeren Zwischenspeicher.

Als weitere wichtige Änderungen bieten die neuen Pentium-4-CPUs jetzt serienmäßig Intels 64-Bit-Erweiterung EM64T und das Execute Disable Bit (XD Bit) zum Virenschutz im Zusammenspiel mit Windows XP SP 2.


Stromsparer

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In der Leistungsaufnahme zeigen sich die 6er-Modelle trotz des größeren L2-Caches genügsamer als die Vorgänger. Im Test zieht ein Pentium 4 660 unter Voll-Last rund 20 Prozent weniger Leistung aus den 12-Volt-Leitungen wie ein ebenfalls mit 3,6 GHz getakteter Pentium 4 560. Neben einem optimierten Herstellungsprozess verbessern zusätzliche Stromsparmechanismen den Energiehaushalt: Bei den neuen Pentium-4-CPUs integriert Intel seine aus Notebooks bekannte Speed-Step-Technik. Die Enhanced-Speed-Step-Technik (EIST) setzt in den Momenten ein, in denen der PC nicht voll genutzt wird das können bereits die Millisekunden während zweier Tastenanschläge beim Schreiben mit Word sein. In diesen Verschnaufpausen werden CPU-Takt und Core-Spannung in kleinen Stufen herabgesetzt. Das verringert den durchschnittlichen Strombedarf. Da der Prozessor bei Word nicht unter Voll-Last arbeitet, spürt der Anwender den Unterschied nicht. Die Steuerung erfolgt automatisch über das Betriebssystem. Windows XP mit Service-Pack 2 ist dazu bereit.

Eine neuen Weg geht Intel auch beim Temperaturschutz der CPU, Thermal-Monitor 2 (TM2): Bei überhöhter Kerntemperatur werden jetzt wie beim Speed-Step-Feature Frequenz und Spannung reduziert. Das bisher übliche Throttling, das bei Überhitzung für kurze Zeitintervalle den Taktgeber ganz ausschaltet, ist damit aus dem Rennen.


Neue Extreme Edition

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Die Performance-Krone sichert sich Intel mit dem Pentium 4/3,73 GHz Extreme Edition. Der besonders schnelle Sprinter beruht wie die Pentium-4-6er-Modelle auf dem neuesten 90-Nanometer-Prescott-Kern und unterscheidet sich nur in der höheren Taktrate und dem FSB1066-Front-Side-Bus (anstatt FSB800). Gegenüber dem Pentium 4 660 bringt das 2 bis 5 Prozent mehr Geschwindigkeit. Der L3-Cache, der noch bei der Extreme Edition mit 3,46 GHz zu finden war, wurde gestrichen. Dessen Rolle übernimmt jetzt der größere L2-Cache.


Dual-Cores laufen an

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Fleißig rüsten sich die Prozessorhersteller für die Einführung der ersten Dual-Core-CPUs. Sowohl bei AMD wie bei Intel läuft die Produktion bereits. AMDs Modelle für den PC-Bereich (Toledo-Kern) sollen Mitte des Jahres verfügbar sein. Die Dual-Core-CPUs werden voraussichtlich die Athlon-64-FX-Reihe fortsetzen und ebenfalls im aktuellen Sockel 939 Platz finden. Erst für 2006 ist der neue Sockel M2 geplant, der mit dem Umstieg auf DDR2-Speicher einhergehen soll.

Intel ist noch optimistischer: Bereits in der ersten Jahreshälfte will Intel die ersten Dual-Core-CPUs ausliefern. Die werden weiterhin unter dem Markennamen Pentium laufen ob als Pentium 4, ist aber unklar. Inoffizielle Infos gibt es zu den Modellnummern: Die Mainstream-CPUs sollen als Modelle 840 (3,2 GHz), 830 (3,0 GHz) und 820 (2,8 GHz) erscheinen. Der Smithfield-Kern dieser Modelle beruht auf zwei Pentium-4-Kernen, unterstützt aber kein Hyperthreading. Dies bleibt der Extreme Edition der Dual-Core-CPUs vorbehalten. Bei dieser kann jeder der beiden Kerne per Hyperthreading zwei logische Prozessoren simulieren insgesamt arbeiten damit vier virtuelle Prozessoren in einem Sockel. Das macht bei herkömmlicher Software aber noch wenig Sinn, da hier die Anwendungen maximal auf Zwei-Prozessor-Systeme optimiert sind.