Microsofts Business-Software im Kreuzfeuer
Fest im Griff von Microsofts ERP-Systemen

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James Murray beurteilt Microsofts integrierte ERP-Systeme als Instrument, den Einfluss des Software-Riesen im Back-End-Bereich zu festigen.

Microsofts Business-Software im Kreuzfeuer

Die Microsoft-Abteilung Business Solutions (MBS) hat angekündigt, die für die nächsten zwei Jahre geplante erweiterte Funktionalität werde dafür sorgen, dass Firmen einen erhöhten ROI (Return on Investment) aus ihren Microsoft-Systemen erzielen.

Doch die Besorgnis steigt, dass eine solche enge Integration zwischen neuen ERP-Systemen und anderen Microsoft-Produkten neben den vielen Vorteilen auch eine verstärkte Bindung an Microsoft mit sich bringen wird.

Einheitliche Code-Basis – Zwang zu Updates?
Microsoft ließ indes zu Beginn dieses Monats verlauten, seine Initiative “Project Green”, mit der all seine ERP-Systeme auf einer einheitlichen Codebasis aufsetzen sollen, führe eine völlig Technologie ein, mit der Erweiterungen Schritt-für-Schritt angefügt werden können. Der modulare Ansatz könnte jedoch auch zu “Zwangsmodulen” führen.

Es werden vier neue Funktionsbereiche – eine erweiterte Benutzeroberfläche, eine .NET-basierte Interoperabilitäts-Schicht, verbesserte intelligente Geschäftsfunktionen und eine engere Integration mit der SharePoint Portal-Technologie – zu den MBS-Produkten (Microsoft Business Solutions) hinzugefügt werden, wobei jeder dieser Bereiche noch ein Stück enger mit anderen Microsoft-Produkten verflochten sein wird. “Diese Innovationen haben zum Ziel, ERP-Produkte mit den in vielen Unternehmen bereits vorhandenen Microsoft-Produkten eng zu integrieren, zum Beispiel Exchange, Outlook, SQL und SQL Reporting Services”, meinte Jon Hughes, Chef der MBS-Partner-Gruppe in Großbritannien. “Das wird definitiv ein wichtiger Beitrag dazu sein, dass diese Firmen aus den Investitionen in ihre Infrastruktur einen höheren ROI (Return of Investment) erzielen können.”

Einfache Integration – nur für Windows-Umgebungen?
So können zum Beispiel Unternehmen, die ihre Systeme unter Windows 2000 oder später fahren, relativ einfach die Microsofts CRM-Funktionen anfügen können. “Das bedeutet”, so argumentiert Hughes, “dass die Implementierungskosten jetzt relativ gering sind, weil der große Brocken, nämlich die Schaffung der Infrastruktur, bereits bewältigt ist.”.

Diese Rechnung ist in den USA bereits aufgegangen. Dort hat das Kreditunternehmen GreenStone Farm Credit Services im letzten Jahr MBS CRM installiert und gleichzeitig beschlossen, seine Novell-Datei- und Verzeichnis-Server durch solche von Microsoft zu ersetzen.

Um die optimale Leistung aus den neuen Microsoft-Produkten herauszuholen, werden die Unternehmen allerdings zunehmend zu den aktuellsten Versionen der Microsoft-Software greifen müssen, meinen die Analysten. “Microsoft behauptet zwar nicht, dass man seine Anwendungen nur auf den neuesten Versionen seiner Infrastruktur-Software nutzen kann”, erklärt Analyst Dale Vile von der Firma Quocirca, “aber wenn man den Nutzen optimieren will, wird man nicht darum herum kommen.”

Upgrade-Zyklus als Problem?
Vile meinte, für Firmen, die sehr Microsoft-bezogen sind, mögen das gute Nachrichten sein, doch für etwas konservativere Organisationen könnten die fortgesetzten Upgrade-Zyklen zum Problem werden. Microsofts konterte indessen, es werde die Leute nicht zum Upgraden zwingen.

Brad Wilson, Managing Director für Microsoft CRM, meinte dazu, die in MBS-Anwendungen integrierten Webdienste bedeuten doch, dass es noch einfacher wird, Verbindungen zu anderen Anwendungen zu entwickeln. (mk)

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