“Google-Monokultur”: Dorn im Auge der Grünen

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Die Bundestagsfraktion der Grünen warnt in einer Broschüre vor einer Google-Monokultur. Das Papier spricht sich für eine Unterstützung von Alternativen aus.

In ihrer neuen Broschüre (PDF) drückt die Fraktion der Grünen ihr Unbehagen über den hohen Marktanteil von Google aus. Auf Basis von Statistiken von Webhits.de hatte Google im November 2004 eine Reichweite von 77,9 Prozent erzielt, die Anteile der Google-Partner T-Online (5,7 Prozent) und AOL 2,5 Prozent) noch nicht eingerechnet.

Die Broschüre betrachtet Google offenbar als Meinungslieferant. Bei Fernsehsendern wird schon ein Zuschaueranteil von 30 Prozent als kritisch verstanden, bei Zeitschriften ist dem Wettbewerbsrecht zufolge bei einem Marktanteil von 33 Prozent Schluss mit Lustig.

Die beispielhafte Suche nach “George W. Bush” bei verschiedenen Suchmaschinen demonstriere, dass keineswegs einheitliche Ergebnisse in verschiedenen Suchmaschinen gezeigt würden. In diesem Sinne liefern sie “Meinungen”, weil sie manche Ergebnisse als wichtiger einstufen als andere.

Die Broschüre hält sich zwar mit Anschuldigungen zurück – obwohl man “intransparente Algorithmen und Schein der Neutralität” bemängelt – dennoch fordert das Papier eine stärkere Förderung von Such-Alternativen. Genannt werden aber als Beispiele ausgerechnet technisch unterlegene Meta-Suchmaschinen wie Metager, Metacrawler und Metaspinner.

Das politisch Allgemeine folgt am Schluss: Man müsse für eine verbesserte Medienkompetenz seitens der Anwender sorgen, um sie auf die Gefahren einer Suchmaschinen-Monokultur aufmerksam zu machen, und so weiter. Im alten Soziologen-Slang: “Gut, dass wir darüber geredet haben”. (mk)

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