XML-Editoren im Vergleich
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Zur Datenhaltung, im Hintergrund von CMS-Systemen, für Konfigurationsdateien – XML ist im Web allgegenwärtig. Internet Professionell testet die wichtigsten Werkzeuge.

Spezialisten

XML-Editoren im Vergleich

Viele Text-Editoren bringen heute schon grundlegende XML-Funktionalität wie beispielsweise Syntax-Highlighting mit. Sobald Sie allerdings eine eigene XML-Struktur entwickeln möchten, die ein wenig mehr kann, stoßen Sie an Grenzen: Ein spezieller XML-Editor wird notwendig.

Was ein XML-Editor können muss, richtet sich stark nach demjenigen, der ihn nutzen möchte. Wer Inhalte schreibt, die beispielsweise in einem Dokumenten-Management-System gespeichert werden, interessiert sich nicht für Tags, DTDs oder Schemata. Der Editor sollte den Autor vielmehr von diesen technischen Hintergründen abschirmen.

Ganz anders verhält es sich, wenn XML als Basis zur Datenspeicherung und -verarbeitung eines mittleren oder größeren Webprojekts verwendet wird. In einem solchen Fall müssen DTDs, Schemata, XSLTs und alles andere selbst entwickelt werden, und es wird ein Tool benötigt, das den Entwickler dabei unterstützt. Beim Festlegen der Testkriterien haben sich die Tester von Internet Professionell hauptsächlich an dieser Zielgruppe orientiert.


Produktvielfalt

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Der Markt der kommerziellen XML-Editoren für Entwickler ist gespalten in Java-Lösungen auf der einen und Windows-Lösungen auf der anderen Seite. Fast schon klischeehaft werben die einen mit vielen Plattformen, die anderen decken über die Plattformen das Mäntelchen des Schweigens, betonen aber die gute Oberfläche. Für Entscheider ist wohl die wichtigste Frage, ob sie beispielsweise auch oder ausschließlich am Mac oder unter Linux arbeiten, denn dann kommt nur ein auf Java basierender XML-Editor in Frage.

Die meisten Java-Lösungen bewegen sich preislich rund um 100 Euro. Bei den Windows-Lösungen gibt es zwar auch diese Preisklasse, am bekanntesten sind aber die teureren Lösungen XML Spy und Stylus Studio, die ab 400 Euro starten. Diese glänzen vor allem durch das Mapping von relationalen Datenbanken auf XML und durch visuelle Designer für Stylesheets und Transformationen.

Einige Editoren erlauben die Integration in Programmier-IDEs wie Eclipse und Visual Studio.NET. Auch die Interaktion mit speziellen Content- oder Dokumenten-Management-Systemen kann für den einen oder anderen ein Entscheidungskriterium sein. Auf Grund der spezielleren Ausrichtung werden diese Funktionen in der Wertung allerdings nicht berücksichtigt.


Déjà vu

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Wenn Sie den XML-Editoren ein wenig unter die Haube schauen, finden Sie immer die gleichen Parser und Rendering-Engines. In der Windows-Welt ist es für das Rendering oft der Internet Explorer mit MSXML. Für die Konvertierung von DTDs, XML Schemata und RelaxNG-Schemata sorgt in der Regel Trang. Als XSLT-Prozessoren kommen Xerces, Sablotron und andere bekannte Tools zum Einsatz. Die PDF-Transformation mit XSL:FO erfolgt meist über Apaches FOP, Code-Bereinigungen erledigt Tidy.

Deswegen ergibt ein direkter Vergleich der Validier-, Konvertier- und Transformierfähigkeiten wenig Erhellendes. Wichtiger ist, wie praktisch und einfach erreichbar Editoren die Funktionalität integriert haben. Zwar können Programmierer auch externe Tools verwenden, wenn ihr Editor eine bestimmte Transformation nicht beherrscht. Schneller geht es aber, wenn man im Editor nur auf einen Knopf drücken muss.


Oxygen

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Die Oberfläche von Oxygen ist überraschend flott geraten. Punktabzüge gibt es bei der Design-Vorschau, die sich für SVG versteckt und für XML erst mittels Browser eingerichtet werden muss.

Geschmackssache ist die Menüaufteilung. Bei manchen Einträgen wirkt es ein wenig, als ob die Funktionalität nach und nach über die Versionen gewachsen sei, ohne dass eine Neustrukturierung stattfand. Da es allerdings immer einen Direktzugriff per Symbol gibt, fällt dies bei der Arbeit nicht negativ ins Gewicht.

Die Baum-Ansicht ist in einen eigenen Editor ausgelagert. Wenn Sie im Baum-Editor Änderungen vornehmen, müssen Sie speichern, damit diese übernommen werden. Eine automatisierte Sperrung und Übernahme der Daten findet leider nicht statt.

Oxygen unterstützt so gut wie alle Standards, die man sich vorstellen kann. Vom hervorragenden XSLT-Debugger bis hin zu automatischen Konvertern mit Wahlmöglichkeit des Parsers sind die wichtigen Handwerkszeuge für Entwickler vorhanden. Bei den Schema-Sprachen setzt Oxygen mit der Unterstützung von NRL und Schematron neben DTD, XML Schema und RelaxNG in kompakter und ausführlicher Variante Maßstäbe.

Fazit. Für fortgeschrittene Entwickler ist Oxygen ein Top-XML-Editor zum vernünftigen Preis. Gerade in Verbindung mit Eclipse wird die XML-Bearbeitung zum Kinderspiel. Für Einsteiger ist Oxygen überdimensioniert.

Info
Hersteller: Syncro Soft
Internet: www.oxygenxml.com
Preis: 103 Euro
Plattform: Java VM ab 1.4


XML Spy 2005 Pro

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XML Spy ist schon seit einigen Jahren der Platzhirsch unter den XML-Editoren. Dies zeigt nicht zuletzt die Fülle an verschiedenen Varianten, in denen es XML Spy gibt. Getestet wird die Professional-Version. Zusätzlich gibt es allerdings noch Pakete mit Mapforce, einem Mapping-Tool für Datenbanken, EDI et cetera, und Stylevision, einem visuellen Designer für XSLT- und FO-Stylesheets.

Interessanterweise bietet XML Spy keine echte Baum-Ansicht. Zwar ist die Internet-Explorer-Vorschau einer Baumansicht sehr ähnlich, dennoch fehlt dem erfahrenen Anwender eine echte Baumansicht ein wenig beim Arbeiten. Davon abgesehen ist die Oberfläche allerdings sehr intuitiv geraten.

Interessant sind an XML Spy vor allem die Profi-Features: Anwender können sich aus Schemata Java- und C#-Code generieren lassen. Die Integration der anderen Altova-Produkte Mapforce und Stylevision ist ebenfalls ein großer Pluspunkt. Getrübt wird der professionelle Eindruck im Test von einigen Abstürzen vor allem beim Wechsel der Ansichten. Hier kann allerdings nicht genau ausgemacht werden, ob MSXML und der Internet Explorer oder XML Spy selbst verantwortlich sind.

Fazit. XML Spy ist das mächtigste XML-Werkzeug in diesem Vergleichstest. Allerdings hat dies seinen Preis. Besonders schwer fällt die Wahl zwischen den Versionen. Hier hilft nur eine genaue Überprüfung der einzelnen Funktionen.

Info
Hersteller: Altova
Internet: www.xmlspy.de
Preis: 399 Euro
Plattform: Windows NT/2000/XP/2003


Exchanger

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Das Exchanger-Paket besteht aus dem XML-Editor und einem XSLT-Debugger. Den Testern fällt die umfangreiche Funktionalität auf. Ein eigenes Security-Menü hilft bei der Arbeit mit XML-Signaturen. Auch sonst ist von der Webservice-Unterstützung über Docbook-Templates bis hin zu SVG alles dabei.

Die aufgeräumte Oberfläche von Exchanger wendet sich eher an Code-orientierte Entwickler. Allerdings gibt es die Möglichkeit, in Verbindung mit einem Schema eine Outliner- und eine Schema-Ansicht zu erhalten. Damit können Inhaltsautoren mit Hilfe der Baum-Ansicht aus einem festen Schema das XML-Dokument entwickeln, ohne Gefahr zu laufen, ein nicht valides Dokument zu produzieren.

Menüstruktur und Bedienung von Exchanger sind ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ein Beispiel: Viele Befehle zur XML-Bearbeitung sind im Menü Edit, XML und nicht direkt in XML zu finden. Dankenswerterweise sind diese Befehle allerdings auch noch einmal in einer Symbolansicht verfügbar. Auch die Projektverwaltung ist funktional gut gelungen. Praktisch ist die Helper-Ansicht, die das aktuelle Element und seine Attribute anzeigt und gleichzeitig die möglichen Tags für das XML
-Dokument bereithält.

Fazit. Exchanger holt sich bei der Funktionalität und der Dokumentverarbeitung wichtige Punkte. Trotz kleinerer Schwächen in der Bedienung ist die Software auf jeden Fall ein gelungener Editor zu einem sehr fairen Preis.

Info
Hersteller: Cladonia
Internet: www.exchangerxml.com
Preis: 85 Euro plus MWSt.
Plattform: Java VM 1.4


Stylus Studio

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Die offizielle Version von Stylus Studio hört auf den Namen Professional. Ferner gibt es eine Home-Version, die allerdings nur für nichtkommerzielle Zwecke freigegeben ist. Der stolze Preis von über 400 Euro deutet schon an, dass Stylus Studio sich an Highend-Anwender wendet.

Dementsprechend glänzt Stylus Studio vor allem mit Mapping-Möglichkeiten. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die automatische Konvertierung von EDI zu XML. Auch das Datenbank-Mapping von relationalen Datenquellen geht sehr bequem von der Hand.

Für Schemata, WSDL und XSLT bietet Stylus Studio visuelle Editoren. Gerade bei komplexeren Dokumenten erhöht dies die Übersichtlichkeit und Arbeitsgeschwindigkeit deutlich. Sie können sich aber nicht nur die Dokumente zusammenklicken, sondern auch das Mapping und die Konvertierung von XML mit grafischen Darstellungen verändern.

In größeren Projekten ist die integrierte Versionsverwaltung ausgesprochen praktisch. Die Projektverwaltung hebt Stylus Studio vor allem von den günstigeren Konkurrenten ab.

Ein wenig eingeschränkt ist Stylus Studio, was Templates und die Unterstützung für andere XML-Sprachen angeht. Weder SVG noch MathML sind direkt eingebunden. Auch der Support von RelaxNG ist nicht vorhanden.

Fazit. Stylus Studio ist ein XML-Editor für den professionellen Einsatz. Empfehlenswert ist er vor allem, wenn eine der Mapping-Funktionen, einer der visuellen Designer oder die Versionsverwaltung benötigt werden. In einem solchen Fall ist auch der Preis kein Hindernis.

Info
Hersteller: Datadirect Technologies
Internet: www.stylusstudio.com
Preis: 403 Euro
Plattform: Windows 2000/XP/2003


Editix

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Die Oberfläche ist aufgeräumt und die Gliederung des Menüs nach den verschiedenen XML-Standards weiß zu überzeugen. Allerdings gibt es auch einige Schwächen: So bleibt im Test beispielsweise die Autovervollständigung etwas unübersichtlich über dem Text stehen und reagiert auch nicht auf weitere Eingaben von Buchstaben.

Besonders stark ist Editix dagegen bei XSLT. Transformationen lassen sich in einem übersichtlichen Dialog anwenden. Editix besitzt Templates zur Seitwärtstransformation von XML in XML und zur Abwärtstransformation von XML in HTML. Allerdings sieht das letztgenannte Template entgegen der XHTML-Regeln keinen Doctype und keinen Titel für das HTML-Dokument vor.

Funktionalität. Editix unterstützt zusätzlich zum Standard einige andere XML-Sprachen wie MathML und SVG, für die sowohl Templates als auch Autovervollständigung geboten werden. Besonders erfreulich ist die Unterstützung für die dritte Schema-Sprache RelaxNG allerdings ohne kompakte Notation. Konverter aus und zu DTD beziehungsweise XML Schema machen es dem Entwickler leicht, die von ihm präferierte Schema-Variante zu wählen.

Ein besonderes Highlight ist der XPath-Builder. Er erlaubt den Eigenbau von XPath-Ausdrücken sowohl für die Integration als auch für die Suche nach Knoten.

Fazit. Editix erledigt die XML-Aufgaben zuverlässig. Der Editor eignet sich vor allem für erfahrenere Entwickler, die weniger Wert auf ein perfektes Äußeres legen, dafür aber Funktionalität in den Vordergrund stellen.

Info
Hersteller: Japisoft
Internet: www.editix.com
Preis: 79 Dollar
Plattform: Java VM 1.4


XML Writer

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Als reiner Windows-Editor entspricht der XML Writer unter Umständen eher den Gewohnheiten vieler Webdesigner und -entwickler, die mit den nüchternen Java-basierten Oberflächen nicht so viel anfangen können.

Gerade die wichtigsten Aufgaben wie XSLT-Konvertierung, Schema- und DTD-Konvertierung beziehungsweise -Umwandlung funktionieren schnell. Negativ fällt auf, dass zum Beispiel beim Einsatz von XSLT die HTML-Tags der Autovervollständigung in Großbuchstaben eingefügt werden. Ebenfalls negativ zu werten ist das Fehlen der automatischen Generierung von DTD oder Schema aus einem XML-Dokument. Dafür sammelt die Projektverwaltung Pluspunkte. Hier haben Entwickler in einer vertikalen Symbolleiste alle wichtigen Einstellungen im Griff.

Die meisten Abstriche muss XML Writer bei der Funktionalität hinnehmen. Nicht nur Exoten wie RelaxNG und SVG sind dem Editor unbekannt, auch eine Konvertierung mit XSL:FO fehlt. Dies macht ihn eher zu einem XML-Editor für Autoren als für Entwickler.

Besonders praktisch ist dagegen die Tag-Bar. Hier können Anwender eine DTD oder ein Schema laden und die daraus ausgelesenen Tags per Drag and Drop verwenden. So gelangen auch über die SVG-DTD bestimmte SVG-Tags in den XML Writer, obwohl er an sich keine Templates und keine Unterstützung für SVG bereithält.

Fazit. XML Writer ist ein solider XML-Editor für Windows, der sich allerdings vor allem funktional nicht aus der Masse des guten Testfelds herausheben kann.

Info
Hersteller: Wattle
Internet: www.xmlwriter.com
Preis: 82 Euro
Plattform: Windows 95/98/Me/ NT/2000/XP


XML Mind

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Korrekturmöglichkeiten an CDATA-Bereichen und Entitäten gibt es nicht. Das Herzstück des Programms ist eine Design-Ansicht, die aus einem CSS erstellt wird. Fehlt das CSS, kommt eine Baum-Ansicht zum Einsatz. Beide sind sehr gut gelungen. Trotzdem werden Entwickler die Möglichkeiten des klassischen Code-Zugriffs vermissen.

Pixware bietet seinen XML-Editor als kostenlose Standard-Version und als Professional-Variante an Letztere ist im Test. Die Standard-Variante hat wie zu erwarten einige Nachteile. Wer vollständige Schema-Unterstützung, XSLT- und XSL:FO-Transformationen möchte, muss 220 Euro für die Professional-Version ausgeben. Übrigens gibt es für beide Varianten ein deutsches Sprachpaket das ist im Bereich der XML-Editoren eher eine Ausnahme.

Die Standard-Abdeckung von XML Mind ist sehr gut. Von Docbook über Schemata bis hin zu SVG und XSL:FO ist alles dabei oder kann über Plug-ins nachgerüstet werden. Allein RelaxNG und Webservices werden einigen Nutzern fehlen.

Fazit. XML Mind hinterlässt zwiespältige Gefühle. Design- und Baum-Ansicht sind toll umgesetzt, für einen nicht allzu technisch versierten Autor allerdings mit gehöriger Einarbeitungszeit verbunden. Hinzu kommt, dass die Menge der Features sich eher an den Profi richtet. Diesem fehlt jedoch die Code-Ansicht. Zwar schlägt sich dieser Zwiespalt nicht allzu stark in der Bewertung nieder, Anwender sollten sich dennoch vorab selbst überzeugen, ob dieser Ansatz für sie der richtige ist.

Info
Hersteller: Pixware
Internet: www.xmlmind.com
Preis: 220 Euro
Plattform: Java VM ab 1.4


Morphon

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Morphon folgt einem sehr visuellen Konzept. Anwender erstellen aus einer DTD oder einem Schema ein XML-Dokument und fügen dann Elemente und Attribute in einer sehr guten Design-Ansicht ein. Eine Baum-Ansicht zeigt gleichzeitig die Struktur des Dokuments. Für Entitäten, die Processing-Instruction und Ähnliches bietet Morphon entsprechende Dialogfelder.

Die Darstellung kann über CSS beeinflusst werden. Um Stylesheets zu erstellen, liefert Morphon gleich einen CSS-Edi
tor mit. Dieser lässt sich mit Fug und Recht als kleines Highlight bezeichnen. Die Übersicht über mögliche CSS-Befehle und die zugehörigen Einstellungsmöglichkeiten überzeugen. Da der CSS-Editor ein eigenständiges Tool ist, kann er gerade auch unter Linux für das Webdesign verwendet werden.

Die üblichen Bedenken bei Java-Programmen gehen in Richtung Performance und Usability. Bei der Performance weiß Morphon zu überzeugen. Auch bei größeren Dokumenten bekommt er keine Probleme. Die Usability ist zwar nicht die gewohnte Betriebssystem-Optik, aber durchaus akzeptabel. Problematisch für den Entwickler-Einsatz ist eher, dass Morphon andere XML-Standards wie DTD, Schema und XSLT zwar verwendet, aber deren Erstellung nicht unterstützt.

Fazit. Für das schnelle Erstellen von XML-Dokumenten ist Morphon gut geeignet, gerade wenn bereits DTD oder Schema existieren. Gegen den Einsatz in der Entwicklung sprechen aber die mangelnde Unterstützung neuerer Standards und der Fakt, dass Morphon nicht mehr weiterentwickelt wird.

Info
Hersteller: Lunatech Research
Internet: www.morphon.com
Preis: gratis
Plattform: Java VM ab 1.3


Außer Konkurrenz: XMetal

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Nicht im Testfeld ist das Programm XMetal, das sich von seinem Ansatz und den Funktionen so stark von den anderen Kandidaten unterscheidet, dass diese nicht vergleichbar sind.

Wer schon länger im Web dabei ist, kennt sicherlich noch den HTML-Editor Hot Metal und hat vielleicht schon von seinem XML-Pendant XMetal gehört. Mittlerweile bei Blastradius angekommen, hat sich XMetal (www.xmetal.com) vom XML-Editor zum Software-basierten Document-Management-System gewandelt und ist deswegen aus diesem Vergleichstest gefallen. Kaum ein Produkt ist in den letzten Jahren so viel umgezogen wie XMetal. Ursprünglich stammte das Programm aus der Software-Schmiede Softquad. Dann wanderte es zu Corel, die es als Basis für ihre XML-Strategie verwendete. Im Zuge der großen Aufräumarbeiten wurde XMetal dann zu Blastradius transferiert.

XMetal gibt es in zwei Varianten: Die Autorenvariante wendet sich an die Schreiberlinge, die für den Inhalt zuständig sind. Für Entwickler ist die Developer-Variante gedacht. Sie erlaubt die Definition der Oberfläche und Dokumentstruktur, die die Autoren des Inhalts dann in der Author-Variante vorfinden. Die Developer-Variante ist ein Plug-in in Microsofts Visual Studio.NET oder in Visual Basic.NET. Ohne diese Entwicklungsumgebung kann man XMetal Developer nicht nutzen. XMetal Author interpretiert XML-Dokumente und zeigt sie unter anderem in der schon in Hot Metal sehr beliebten Tag-Ansicht.

In der Developer-Variante nutzen Anwender ein Schema oder eine DTD als Basis und erstellen dann Dateien mit Regeln, die dem Autor vorgeben, wie er mit dem XML-Dokument umzugehen hat. Diese Vorgaben können entweder in der Author-Variante oder in einer dritten Version XMax als ActiveX-Control eingesetzt werden.

XMetal löst je nach IT-Architektur das Problem, wie Entwickler Autoren Richtlinien an die Hand geben können, und stellt gleichzeitig den Autoren ein einfach zu bedienendes Werkzeug zur Verfügung. Als eigenständiger XML-Editor für kleinere und mittlere Projekte taugt diese Lösung allerdings nicht.


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Oxygen
Oxygen und XML Spy teilen sich den ersten Platz in einem recht ausgeglichenen Testfeld. Oxygen besticht durch hervorragenden Funktionsumfang und ein sehr gutes Ergebnis in allen Wertungskategorien. Hinzu kommen die Eclipse-Integration und der günstige Preis.

XML Spy
XML Spy spielt schon rein preislich in einer anderen Kategorie und kann dies gerade im Bundle mit den anderen Altova-Produkten durch Mapping-Fähigkeiten, visuelle Stylesheets und Code-Generierung auch rechtfertigen.