Also doch: United Internet legt eigenes Netz ad acta

BreitbandNetzwerke

Nachdem es in letzter Zeit eine Menge Trubel um den Ausbau eines eigenen Netzes – oder auch nicht – und die Übernahme des Konkurrenten Web.de gab, gibt man bei United Internet nun endgültig den Plan, ein eigenes Netz aufzubauen, auf.

Nach der Übernahmeeinigung mit dem Rivalen Web.de (wir berichteten), bestätigte gestern Ralph Dommermuth, der Vorstandschef von United Internet, die Gerüchte (wir berichteten 1, 2), das Unternehmen hätte den erst im Januar formulierten Plan, ein eigenes DSL-Netz aufzubauen, aufgegeben. So berichtet die Financial Times Deutschland.

Dommermuth sagte, man habe erkannt, dass man in den großen Ballungsgebieten mit den großen Netzbetreibern nicht mithalten könne. Die logische Konsequenz ist zum einen die weitergehende Abhängigkeit von der Telekom, zum anderen ein Ausstieg aus dem technischen Wettrüsten mit Konkurrenten wie Hansenet, Arcor oder Versatel, die alle eigene Netzte besitzen und ausbauen.

Dommermuth berichtete weiter, er habe im Rahmen der CeBIT in Hannover zu ?Sonderkonditionen? einen neuen Vertrag mit dem rosa Riesen abgeschlossen, wodurch ab Frühjahr Kampfpreise in 21 deutschen Städten zu erwarten sind. Mit diesen wolle man vor allem andere DSL-Weiterverkäufer wie Freenet oder AOL angreifen. So hat man das ehrgeizige Ziel, jährlich 100.000 neue DSL-Kunden zu werben.

Weitere Vorteile, vor allem in Sachen Reichweite verspricht sich Dommermuth von der Übernahme von Web.de. Dadurch erreiche United Internet in Zukunft fast die Hälfte aller deutschen Internetnutzer, sodass am Online-Werbemarkt kein Weg mehr an dem Unternehmen vorbeiführe. Zudem erwarte man für 2005 vom Web.de-Kauf ein Umsatzwachstum von 35 Prozent auf 57 Millionen Euro. (ah)

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