Die Zukunft der Suchmaschine
Webdienste werden zu persönlichen Dienstleistern

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Die Betreiber von Online-Suchmaschinen nutzen pfiffige Technologien und Support per Handy, um Herz und Verstand der Nutzer zu gewinnen. Aber auf die Person zugeschnittene Dienstleistungen werden der Schlüssel zum Erfolg sein, meint David Neil.

Die Zukunft der Suchmaschine

Vor einigen Tagen rief mich jemand an und wollte meine Meinung zu Betreibern von Suchmaschinen wissen. Der Anrufer repräsentierte einen dieser Betreiber und ich vermute mal, er wollte versuchen, mich zu einem Wechsel zu überreden.

Leider hatten sie kein Glück. Ich bin gewohnheitsmäßiger Google-Nutzer, und das seit ich begonnen habe, das Internet ernsthaft zu nutzen. Das war zu dem Zeitpunkt – ich gebe es zu – als ich meine Arbeit bei IT-Week begann.

Eselsohren statt Bookmarks

Als ich an der Uni war, zu einer Zeit, als die einzigen ernstzunehmenden Chips in Computern auf Unfälle zurückzuführen waren, die irgendwie mit Bier zusammenhingen, habe ich das Internet noch nicht mal für Nachforschungen benutzt. Ich kann mich erinnern, wie ich Zeitschriften, die von Eselsohren nur so strotzten, durchforstete und Bücher kaufte oder mit seltenen Ausgaben zwischen den Bücherregalen kämpfte. Nur hin und wieder habe ich die Terminals in den Bibliotheken verwendet und das war, um Doom zu spielen.

Damals erzählte mir ein Freund von einer “ganz speziell
britischen” Suchmaschine, die als Ask Jeeves bezeichnet wurde. Er hat sie mir eines Tages gezeigt, aber natürlich fiel mir nichts ein, was ich hätte suchen können. Jetzt habe ich mehr Lesezeichen als eine Lesezeichenfabrik und ich bin auf mehr Websites registriert, als ich mir merken kann oder aber deren Passwörter ich im Gedächtnis behalte.
Wie auch mein Favoriten-Ordner ändert sich das Internet ständig und ganz besonders auf den Seiten der Suchmaschinen. Google und Yahoo haben kürzlich die Möglichkeit geschaffen, online nach Video Clips zu suchen und haben damit Alltheweb.com eingeholt.

Yahoo hat außerdem für US-Bürger die Möglichkeit geschaffen, Suchergebnisse auf das Mobiltelefon zu senden, während Ask die Suche in der natürlichen Sprache verbessert
hat. Ask kann jetzt “clevere Antworten” auf Anfragen geben, wie die Umwandlung von Maßeinheiten, das Wetter usw. Es gibt auch die Möglichkeit einer Seitenvorschau. MSN benutzt nun nicht mehr die Sucherergebnisse von Yahoo sondern hat seine eigene Form der Katalogisierung; und neue Suchmaschinen schießen ständig aus dem Boden.

USP für Suchmaschinen

Auf diesem konfusen Schlachtfeld ist es schwer, einzuschätzen, was die Betreiber von Suchmaschinen als Nächstes vorhaben. Wird Google schließlich einen Roboter auf den Markt bringen? Einen kleinen Kerl, der in der Zimmerecke sitzt und die Antwort auf jede Frage ausspuckt, die Sie haben könnten ? Wird Ask eine holografische Darstellung eines Butlers in Ihr Boudoir beamen, wann immer Sie die Telefonnummer des Chinesen um die Ecke brauchen oder das Wetter in Gelsenkirchen? Wird Bill Gates höchstpersönlich eine Message an Sie schicken, nachdem Sie angefragt haben, ob Affen Celine Dion mögen? Tja, das könnte passieren, wird aber wohl eher nicht.

Wesentlich wahrscheinlicher ist, dass das Augenmerk in einem nie gekannten Ausmaß auf personenbezogene Dienst-
leistungen gerichtet sein wird. Webdienste und Analysetools werden miteinander kombiniert werden, um ein Suchportal zu entwickeln, das wirklich ein persönliches Portal darstellt. Das Tool wird nicht nur wissen, wer Sie sind und was Sie mögen sondern es wird direkte Links bereitstellen zu den Shops, die Sie bevorzugen, ebenso zu der Art von Dingen die Sie kaufen und zu der Kreditkartenfirma, die Sie nutzen. Die meisten werden wahrscheinlich auch alle Ihre Favoriten verwalten, das heißt, Sie können Ihr Internet überall hin mitnehmen.

Im Gegensatz zu anderen Tools, die häufig nur Spielereien sind, werden die Nutzer dieses System als einen Segen empfinden und je schneller dies passiert, desto besser, denn nur dann werden wir in der Lage sein, schließlich und endlich das Suchen aufzugeben.