Ausblick auf ASP.NET 2.0
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Microsoft verspricht für die neue Version 2.0 von ASP.NET mehr Funktionalität bei weniger Code-Aufwand. Internet Professionell hat sich die Beta genauer angesehen.

Weniger Code, mehr Controls

Ausblick auf ASP.NET 2.0

ASP.NET 1.0 und 1.1 sind eindeutig sehr fortschrittliche serverseitige Technologien. Und dennoch: Der Marktanteil von ASP.NET ist für Microsoft gerade im Vergleich zu PHP noch nicht zufrieden stellend. Dementsprechend soll die neue Version kräftig nachlegen und sowohl im Enterprise-Bereich als auch bei Lowend-Anwendungen Neuerungen bringen. ASP.NET 2.0 (www.asp.net/whidbey) ist schon als Beta verfügbar. Die nächste Beta-Version 2 erscheint kurz nach der Cebit.

Über fünfzig neue Web Controls sind darauf ausgerichtet, die Entwickler produktiver zu machen. Der Datenzugriff hat sich deutlich vereinfacht. Für häufige Web-Aufgaben bietet ASP.NET vorgefertigte Lösungen: Ein Menu Control erzeugt statische und dynamische Menüs, ein Tree View Control stellt Baumstrukturen dar. Im Hintergrund lassen sich verschiedenste Datenquellen anschließen.

Besonders praktisch ist allerdings eine Sitemap-Datei. In XML geschrieben, beschreibt sie die Struktur der Site. Anwender können dann mit Controls die entsprechende Menüstruktur anlegen und erhalten zum Beispiel auch jederzeit den hierarchischen Pfad in der Anwendung, wie dies ursprünglich von Yahoo eingeführt wurde.

Ein anderes neues Control ist das Wizard Control. Damit lassen sich mehrseitige Bearbeitungsschritte in einer Seite abbilden. Das Control heißt Wizard, da es wie ein Assistent in Software-Programmen arbeitet.
Das Sicherheitsmodell enthält eine große Neuerung: Vorgefertigte Controls übernehmen Login- und Sicherheits-Checks. Die zugehörigen Klassen bieten eine einfache API, um Sicherheitsüberprüfungen vorzunehmen. Die Fähigkeiten umfassen hier auch Rechteüberprüfung mit einem Rollenmodell und die Personalisierung über Profile, die Anwender in Konfigurationsdateien ablegen.


Masterpages & Themes

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Im Bereich Templates hatten andere serverseitige Techniken mehr zu bieten als ASP.NET. Hier musste man recht umständlich mit User Controls arbeiten. In ASP.NET 2.0 gibt es mit Masterpages globale Seiten, die fixe und bearbeitbare Teile eines Seitenlayouts festlegen. Seiten erben dann diese Einstellungen.

Themes dienen dagegen dazu, für bestimmte Controls eine Gestaltung mit Stilen festzulegen. Dies klappt sehr einfach, allerdings erfordert die Arbeit mit den recht ungewöhnlichen Controls ein Einlernen seitens der Designer. Zwar werden auch CSS unterstützt, die Controls werden aber an vielen Stellen mit eigenen Attributen formatiert und konfiguriert.

Wichtige Kleinigkeiten

Über der Menge an neuen Funktionen hat Microsoft nicht die Details vergessen. Endlich lassen die Editoren Visual Studio und Visual Web Developer den Code so, wie er ist. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, XHTML-konformen Code zu schreiben und diesen beim Tippen validieren zu lassen. Dies ist für einen HTML-Editor natürlich nichts Besonderes, es fehlte aber bisher im Visual-Studio-Universum. Doch auch ASP.NET-intern hat sich einiges getan: Validation Controls lassen sich nun gruppieren. Zusammen mit Cross-Page Postback werden so mehrere Formulare auf einer Seite einfach möglich.

Ein Mangel war bisher die starke Internet-Explorer-Zentrierung. Vor allem die Validation Controls lieferten Client-seitigen Code nur für den Internet Explorer. Dies ändert sich in Beta 2. Einzig Drag-and-Drop-Effekte bei Web Parts, der Seitenunterteilung für Portale, sind noch auf den Internet Explorer beschränkt.

Fazit

ASP.NET 2.0 verspricht viele Neuerungen, kommt aber angenehmerweise ohne große Konzeptänderungen. Insofern wird die Migration wohl unproblematisch. Wie viele Neunutzer Microsoft mit den neuen Funktionen locken kann, bleibt allerdings abzuwarten.