Hochauflösende Fernsehtechnik
HDTV: Hoch aufgelöst

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Der hochauflösende TV-Standard HDTV soll 2006 den Durchbruch schaffen. Zum
Speichern eines HDTV-Videos sind auch neue Medien nötig: Bis zu 40 GByte passen
auf eine HD-DVD, der Blu-Ray-Standard fasst sogar bis zu 50 GByte.

Das HDTV-Format

Hochauflösende Fernsehtechnik

Die WM 2006 soll nicht nur Deutschlands Fußballer wieder an die Spitze bringen. Auch die hochauflösende Fernsehtechnik HDTV (High Definition Television) könnte bei der WM den Durchbruch schaffen. Der Pay-TV-Sender Premiere Digital plant, alle 64 Spiele im HDTV-Format auszustrahlen.

In Europa ist bislang PAL (Phase Alternate Line) mit einer Darstellungsqualität von 720 x 576 Bildpunkten gebräuchlich. Demgegenüber ist die Auflösung bei HDTV um ein Vielfaches höher. Die Bildauflösung 720p liefert 1280 x 720 Pixel. Noch besser sind die Varianten 1080p und 1080i mit jeweils 1920 x 1080 Pixeln (progressiv oder interlaced). Die Auflösung ist damit fünfmal höher als bei PAL. Selbst das Format 720p liegt in der Auflösung noch um den Faktor 2,2 höher als PAL. Das macht sich in mehr Bilddetails bemerkbar. Filmszenen sind viel plastischer und detailschärfer und wirken lebensechter als vergleichbare PAL-Bilder.

Zwar steht noch kein Termin für die Markteinführung in Deutschland fest, denn viele Sendeanstalten sind derzeit noch beschäftigt mit der flächendeckenden Einführung von DVB-T. Doch den ersten HDTV-Sender gibt es schon. Seit Januar 2004 ist Euro1080, der bislang einzige HDTV-Sender Europas, auf Sendung. Am PC ist der Empfang heute bereits möglich. Neben einem schnellen PC (ab 3,2 GHz) benötigen Sie eine TV-Karte wie Technisats Sky Star 2 TV oder die Win TV Nova S von Hauppauge und einen Monitor, der eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln unterstützt.

Wer sich einen ersten Eindruck von der Bildqualität bei HDTV verschaffen möchte, kann sich von Microsofts WMV HD Content Showcase diverse hochauflösende Filmtrailer für den Windows-Mediaplayer herunterladen. Eine gute Informationsquelle ist auch die Site www.hdtvtotal.com. Diese bietet HD-Trailer an und informiert über den aktuellen Stand.


Zwischenlösung WMV-HD-DVD

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Hochauflösende Filme auf DVD kann man bereits seit Anfang 2004 kaufen: Das Format WMV-HD-DVD liefert eine Auflösung von 1280 x 720 Pixel. Das entspricht der »kleinsten« HDTV-Variante 720p. Die DVDs sind derzeit nur auf PCs mit Microsofts Windows Media 9 abspielbar. Dabei liegen den herkömmlichen DVDs von Filmen wie »Tomb Raider« oder »The Italian Job« in der Regel zusätzliche WMV-HD-DVD-Varianten bei. Die Filme finden auf den DVDs Platz, weil dabei die Datenrate niedrig gehalten wird; auf echten HD-DVDs benötigen hochauflösende Filme bis zu 40 GByte.

Trotzdem stellt die WMV-HD-DVD die derzeit günstigste Methode dar, an hochauflösende Filme zu kommen. Voraussetzung für das Abspielen der Filme am PC ist ein schneller Prozessor mit mindestens 3 GHz Taktrate.


Teuer und rar HD-Displays

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Dass HDTV nicht mit üblichen TV-Geräten wiederzugeben ist, versteht sich aufgrund der unterschiedlichen Auflösungen von selbst: Weder Composite- noch S-Video-Verbindungen sind imstande, HDTV-Signale zu übertragen. Stattdessen muss man auf breitbandige Anschlüsse wie DVI (Digital Visual Interface) oder HDMI (High-Definition Multimedia Interface) zurückgreifen. Um HDTV-taugliche Geräte zu kennzeichnen, wurde Ende 2003 ein »HD Ready«-Logo eingeführt: Damit ausgestattete Geräte müssen mindestens 720 Zeilen im Display-Verhältnis 16:9 darstellen das entspricht dem HDTV-Standard 720p. Zwei der wenigen in Deutschland erhältlichen HDTV-fähigen 16:9-Fernsehgeräte kommen von JVC (jdl.jvc-europe. com): Das Modell HV-32P37 kostet 1000 Euro, dessen großer Bruder HV-36P38 schlägt mit rund 1700 Euro zu Buche.


Blu-Ray gegen HD-DVD

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Hochauflösendes Fernsehen erfordert auch neue Speichermedien zur Aufzeichnung: Mit HD-DVD (High Density DVD) und Blu-Ray stehen gleich zwei Techniken in den Startlöchern: Beide arbeiten mit blauen statt roten Lasern und speichern auf DVD-großen Medien deutlich mehr Informationen bis zu 50 GByte sind es derzeit. Die Medien haben den gleichen Durchmesser (12 cm), auch setzen beide auf blaue Laser mit einer Wellenlänge von 405 Nanometern und beschreiben damit kleinere Datenbereiche. Zwar bieten die HD-DVDs eine etwas geringere Kapazität als Blu-Ray-Medien, sind dafür aber einfacher herzustellen, denn bestehende DVD-Produktionsmaschinen lassen sich umrüsten.

Was die beiden Medien unterscheidet, ist unter anderem die Dicke der oberen Schutzschicht: Diese beträgt bei HD-DVDs 0,6, bei Blu-Ray-Disks lediglich 0,1 Millimeter. Dies macht Blu-Ray anfälliger für Kratzer oder Fingerabdrücke als HD-DVD-Medien. Medienfabrikant TDK arbeitet jedoch bereits an einer neuen Schutzschicht, damit der Anwender beim Hantieren mit dem Medium keine Cartridge benötigt.

Doch auf welches Format Anwender nun setzen sollten, ist noch nicht klar. Die jeweiligen Verfechter von HD-DVD und Blu-Ray sehen jeweils »ihren« Standard als legitimen Nachfolger der DVD. Blu-Ray unterstützen unter anderem Hitachi, LG, Matsushita, Samsung, Sharp, Sony und Thomson. HD-DVD wird neben NEC auch von Toshiba favorisiert. Mehr Infos dazu unter: www.dvdforum.org oder bluray.org.

Kompliziert wird die Diskussion über die Formate, weil auch die Filmstudios ein Wörtchen mitreden wollen. Und auch Hollywood ist hier gespalten: Die Filmstudios Universal, Paramount, Warner und New Line unterstützen HD-DVD. Blu-Ray hingegen wird von anderen großen Namen wie Disney und 20th Century Fox favorisiert. Nur eines haben beide Formate gemeinsam: Die entsprechenden HDTV-Rekorder sind selbst in Japan und den USA immer noch immens teuer. Der Blu-Ray-Rekorder Sony BDZ-S77 kostet umgerechnet rund 3500 Euro.


Filme und Player schon 2005

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Zeitgleich mit HDTV-Filmen sollen auch passende Abspielgeräte auf den Markt kommen. Beispielsweise hat Hersteller NEC auf der Unterhaltungselektronik-Messe CES in Las Vegas den Prototypen eines abwärtskompatiblen Players für HD-DVD, DVD und CD vorgestellt. Rund 80 HD-DVD-Filme sollen bis Ende 2005 in den USA erhältlich sein. Der Mix reicht zwar von »Waterworld« bis hin zu Blockbustern wie »Oceans Twelve«, dürfte Fans aber kaum zufrieden stellen. Wer hofft, die Oscar-prämierte Trilogie »Herr der Ringe« in brillanten Farben und hoher Auflösung genießen zu können, wird weiter warten müssen. Immerhin hat Filmemacher Peter Jackson bereits Interesse an einer HDTV-Version angemeldet. Wenn es mit dem »Herrn der Ringe« auf HDTV klappen sollte, dann kommen nicht nur die Fußball-, sondern auch die Filmfans auf ihre Kosten.