Recycling im IT/TK
Recycling und Wiederverwendung, bevor es zu spät ist

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Jeder sollte sich des elektronischen Abfalls bewusst sein, den man produziert, bevor die Dinge völlig aus dem Ruder laufen; meint Simon Crisp.

Recycling im IT/TK

Man könnte glauben, dass Ebay der größte Flohmarkt der Welt ist, voll von Leuten, die ihren alten Schrott und Sammlerstücke abladen (keine Angst, ich könnte auch dazugehören!) – allerdings die Angelegenheit hat auch eine ernstere Seite.

Bei 125 Millionen Mitgliedern weltweit hat Ebay seinen nicht zu unterschätzenden Einfluss erkannt und seine Aufmerksamkeit auf elektronischen Abfall gerichtet.

Rethink!

In Zusammenarbeit mit anderen Firmen, einschließlich Intel und Apple, hat Ebay in den USA die Rethink Initiative ins Leben gerufen, um sich der Probleme anzunehmen, die durch die wachsenden Berge von elektronischem Abfall hervorgerufen werden.
Elektronischer Abfall oder auch e-waste hat ein bisschen vom alten Motto: ?aus den Augen, aus dem Sinn?. Mehr als 75 % der Computer, die je verkauft wurden, findet man versteckt in Schränken, Garagen, Lagerhäusern und Aufbewahrungs- einrichtungen. Von den 15 Millionen Mobiltelefonen, die jedes Jahr weltweit ersetzt werden, gibt es einen bedeutenden Anteil, der in den Schubladen Staub ansammelt.

Wenn man bedenkt, dass allein in Großbritannien über Weihnachten fast vier Millionen Mobiltelefone verkauft worden sind, und dass nach Schätzungen 100 Millionen im UK rumliegen, bekommt man eine Vorstellung vom Ausmaß des Problems. Wenn sie nicht in eine Schublade gestopft werden, werden sie mit dem übrigen Abfall geradewegs auf den Deponien entsorgt oder landen in der Müllverbrennungsanlage. Dort entweichen dann giftige Gase wie Arsen, Zink, Blei und Kadmium in die Umwelt.

Das ist nicht nur umweltschädlich, sondern auch eine Geldverschwendung. Der Body Shop beispielsweise hat ein Schema für Telefonrecycling, wobei man für jedes abgegebene Mobiltelefon bis zu 2,75 Pfund erhält, in Zusammenarbeit mit den Wohltätigkeitsorganisationen. In ähnlicher Weise kauft und recycelt die Mobile Phone Recycling Company Mobiltelefone von Firmen, die mehr als 30 Mobiltelefone haben, die nicht mehr in Gebrauch sind – eine Firma hat also nicht nur ein gutes Gefühl beim Recyclen, sondern wird auch noch dafür bezahlt.

Leider ist es allerdings so, dass man kaum an den vielen Anzeigen für die neuesten 3G-Telefone vorbeikommt, Anzeigen für Telefonrecycler aber schlichtweg nicht existieren, noch nicht einmal von den Maßnahmen, die von Fonebak durchgeführt werden und die von allen großen Telefonbetreibern unterstützt werden. Kein Wunder, dass nur 15 % der Telefone recycelt werden – sicher ein Fall für einen Abfallcontainer für Mobiltelefone neben dem Flaschencontainer im nächsten Supermarkt.

WEEE

Erinnern Sie sich an den Kühlschrankberg in Manchester im letzten Jahr? Nun, der August diesen Jahres kommt bestimmt und dann könnten Sie noch viel mehr davon sehen, denn die WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment) Direktive der EU tritt dann in Kraft. Diese Direktive wird Hersteller von elektrischen Artikeln zwingen, Geräte, die zu ihnen zurückgebracht werden, zu recyceln, und es ist höchste Zeit dafür, denn es wird geschätzt, dass 200 Millionen elektrische Geräte jedes Jahr auf Deponien landen.
Die britische Königliche Gesellschaft für Kunst ist involviert, indem sie den WEEE-Mann baut, eine 3 Tonnen schwere und 7 Meter hohe Skulptur, um den e-waste eines Individuums während seines Lebens darzustellen. Er wird im März an Londons Südufer aufgestellt werden, bevor er dann durchs Land gefahren wird.

In einem anderen Vorstoß gegen die toxischen Materialien in elektronischen Gebrauchsgütern hat die EU festgelegt, dass Chrom, Blei und Kadmium bis 2006 in allen Produkten im EU-Gebiet verboten werden sollen. Intel und Fujitsu Siemens ebnen bereits den Weg mit bleifreien Lötverbindungen auf den Motherboards, und Intel hat auf der CES in Las Vegas einige vollkommen bleifreie Chips und Motherboards vorgestellt.

Energie

Ebenfalls auf der CES wurden neue Energy Star Richtlinien von der EPA (US Environmental Protection Agency) aus der Taufe gehoben, um die Zunahme von externen Netzteilen anzugehen und zu regeln, denn aufgrund der veralteten internen Konstruktion, benötigen sie häufig mehr Energie, als für das Gerät, an das sie angeschlossen werden, notwendig ist. Es ist ein großes Problem, weil zwei Milliarden jedes Jahr weltweit verkauft werden.

Diese Richtlinien bilden einen Rahmen, damit Netzteile effektiver werden können und jedes Teil, dass nachweislich 35 % effektiver geworden ist, darf das Energy Star Logo verwenden.
Am 1. Januar 2005 hat die EU auch neue Leistungsstandards für die externe Stromversorgung herausgegeben.
Da es nun so scheint, dass die Probleme mit der externen Stromversorgung in die Hand genommen werden, glaube ich, dass die guten Leute in Washington und Brüssel ihre Aufmerksamkeit auf die interne Stromversorgung richten sollten. Dieses Gebiet der PC-Komponenten Industrie ist noch wie der wilde Westen.
Einige Geräte bieten bereits bis zu 660 Watt, mit der Aussicht auf ein ganzes Kilowatt, vor Ende des Jahres. Unter diesen Umständen braucht es einen Sheriff, der die Dinge regelt. Die potentiellen Gefahren, die von schlecht konstruierten und gebauten PSUs ausgehen, wo die Sicherheitseinrichtungen mangelhaft sind oder völlig fehlen, können nicht genug betont werden.

Es ist bekannt, dass billige 350 Watt-Geräte bei ca. 240 Watt Feuer fangen können, aufgrund minderwertiger Komponenten oder schlechter Bauqualität. Es könnte wohl ein harmlos aussehendes Kästchen sein, das oben in Ihrem PC-Case sitzt, aber es benötigt die gleiche Beachtung wie der Rest der Hardware, besonders bei stromhungrigen Prozessoren oder Grafikkarten.
Nicht nur das, denn eine Reihe von ärgerlichen Problemen mit Ihrem PC (mysteriöse Abstürze, spontanes Rebooten und nicht zu reden von plötzlichen Rauchwolken) verschwinden, wenn sie eine hochqualitative Stromversorgung anschließen.
Und natürlich sollte Ihr lokales Recycling-Center froh sein, sich um Ihr altes Gerät zu kümmern, einschließlich der übrigen Teile von PC-Schrott, den Sie angehäuft haben…