Beta-Test Grafikkarte: Gigabyte 3D1
Der Doppel-Sprinter

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Gigabyte schafft es, mit nur einer PCI-Express-Grafikkarte ein SLI-System aufzubauen. Die 3D1 überzeugt vor allem durch ihre hohe Rechenpower.

Testbericht

Beta-Test Grafikkarte: Gigabyte 3D1

Die aktuellen Geforce-6600- und -6800-Grafikchips von Nvidia ermöglichen es, zwei Grafikkarten in einem PC parallel zu schalten und damit fast bis zu doppelte 3D-Performance zu erzielen. Nvidia bezeichnet dies als SLI-Technik, ausführlich Scalable Link Interface. Doch sind nicht immer zwei Grafikkarten notwendig, um ein SLI-System aufzubauen.

Gigabyte macht dies jetzt mit nur einer PCI-Express-Grafikkarte möglich: Bei der 3D1 arbeiten bereits auf der Platine zwei
Nvidia-Geforce-6600-GT-Grafikchips per SLI-Verbindung parallel. Bei 256 MByte Gesamtgrafikspeicher stehen für jeden einzelnen Grafikchip 128 MByte bereit das entspricht der herkömmlichen Ausstattung einer Geforce-6600-GT-Grafikkarte.

Gigabyte liefert die 3D1 zunächst nur im Bundle mit dem eigenen GA-K8NXP-SLI-Mainboard für AMD-Sockel-939-CPUs aus. Der Betrieb wird nur mit diesem Mainboard garantiert. Das Bundle soll ab Februar für rund 500 Euro verfügbar sein. Bei einem Preis von 200 Euro für das Mainboard bedeutet dies rund 300 Euro für die Grafikkarte etwa 50 Prozent mehr, als eine Standard-Geforce-6600-GT-Karte kostet. Doch die Rechnung geht auf: Mit der addierten Rechenpower der beiden Grafikchips setzt sich die 3D1 klar von herkömmlichen 6600-GT-Karten ab und spielt in der Liga der teureren Geforce-6800-Beschleuniger mit. Allerdings hängt der Geschwindigkeitsgewinn durch den SLI-Modus stark von der jeweiligen 3D-Anwendung und den Qualitätseinstellungen ab: 20 bis zu 70 Prozent Mehrleistung sind die Regel.

Rechenpower mal zwei

Zum Test steht eine Vorabversion der 3D1 zu Verfügung, die sich vom finalen Verkaufsmodell allerdings nicht mehr unterscheiden soll. Nach der Installation auf dem Gigabyte-Mainboard erkennt der aktuelle Nvidia-Forceware-66.93-Referenztreiber die neue Grafikkarte unmittelbar als SLI-System und bietet über ein Icon in der Taskleiste an, in den SLI-Modus zu wechseln.

Die Ergebnisse von 3D Mark 05 zeigen das Potenzial der Gigabyte-Karte: Um 95 Prozent liegt die Pixelfüllrate im SLI-Modus höher als wenn nur einer der beiden Grafikchips genutzt wird. Auch die Polygonrechenleistung nimmt um beinahe das Doppelte zu. Diese eher theoretischen Werte spiegeln sich in den Test mit realen Spielen weitgehend wider. Bei der Doom-3-Timedemo liegen die Frameraten um bis zu 60 Prozent höher vor allem bei hoher Bildqualität und aktivierter Kantenglättung (Full-Scene-Anti-Aliasing) bringt der SLI-Modus klare Vorteile. Unreal Tournament 2004 und Far Cry zeigen vergleichbare Leistungsgewinne von bis zu 70 Prozent. Die 3D1 lässt damit sogar Geforce-6800-GT-Karten der 450-Euro-Klasse hinter sich zurück. Doch es gibt auch Ausnahmen: Bei Colin Mc Rae Rally 04 sorgt der SLI-Modus für deutliche Performance-Verluste. Die Frameraten fallen hier um die Hälfte ab.

Die Gigabyte 3D1 ist eine bemerkenswerte Design-Studie und ein Preis-Tipp. Noch spannender wäre es jedoch, wenn es gelänge, zwei schnelle Geforce-6800-Chips auf einer Platine zusammenzubringen.


Testergebnis

Beta-Test Grafikkarte: Gigabyte 3D1

Hersteller: Gigabyte
Produktname: 3D1

Internet: Gigabyte Homepage
Preis: 500 Euro (inkl. Mainboard) (Stand 03/05. Aktuelle Preise im Preisvergleich)

Technische Daten
Grafikchip: 2 x Nvidia Geforce 6600 GT
Grafikbus: PCI Express x16
Core-/Speichertakt: 500/1120 MHz
Speicher: 256 MByte GDDR3
Schnittstellen: VGA, DVI-I, Video-out

Pro & Contra
+ innovative Dual-Chip-Technik
+ hohe Grafikleistung
– funktioniert nur mit Gigabyte-Mainboards

Erster Eindruck: sehr gut