Mobile Content Marketing
Mobiltelefone sind bereit für Videostreaming

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Eine neue Technologie könnte Mobiltelefone in Mini-Fernseher verwandeln. Sie verspricht, die Leistung der 3-G Netze zu verbessern. Martin Courtney fragt: werden sich die Firmen darauf einlassen?

Mobile Content Marketing

Die dritte Generation (3G) der mobilen Datendienste bietet endlich genügend Bandbreite, um den Nutzern von Mobiltelefonen und anderen Handheld Geräten zufrieden stellendes Websurfen zu ermöglichen. Dies gilt zumindest dort, wo der Nutzer das Glück hat, in einem Gebiet zu wohnen, in dem die Reichweite des UMTS Netzes ausreichend ist.

Dies aber stellt nur den Beginn der mobilen multimedialen Revolution dar, soweit es die Betreiber und Handset-Hersteller betrifft. Schnellere, interaktive Audio- und Video-Inhalte, für Handheld-Geräte gedacht, sind schon in Vorbereitung.

Viele Betreiber hatten versprochen, 2006 eine schnellere Version von 3G einzuführen, die auf der High-Speed Download Packet Access (HSDPA) Technologie basieren sollte. Diese sollte theoretisch eine Bandbreite von bis zu 10Mbit/s liefern, obwohl die Endnutzer wahrscheinlich kaum mehr als 1Mbit/s für den Download davon merken würden, meint der Betreiber O2.

Wireless Multimedia in der Jackentasche

Ob die Handsets aufgerüstet werden müssen, um diesen schnelleren 3G Service zu nutzen, bleibt abzuwarten, nur jede Firma, die sich jetzt in ein teures 3G-Netz einkauft, wird wohl kaum von der Aussicht begeistert sein, in zwei Jahren für ein neueres HSDPA-Handset jeweils 500 Dollar berappen zu müssen.

Die Betreiber geben sich die größte Mühe, um klarzulegen, dass die Netzwerkinfrastruktur keiner größeren Überarbeitung bedarf.
Weil auch noch erwartet wird, dass HSDPA einen Ertrag liefern wird, der die Betriebsausgaben senkt, könnten diese Einsparungen an den Kunden weitergegeben werden – entweder in Form von subventionierten Handsets oder geringeren monatlichen Vertragsgebühren.

Die Zukunftsaussichten auf erweiterte Bandbreite haben nun aber das Rennen um Video-Inhalte auf Handheld Geräten eröffnet. Dabei geht es nicht um Videokonserven, die man erst downloaden muss und sich dann ansehen kann, sondern um Live-TV Kanäle, die mittels der Digital Video Broadcasting (DVB) Technologie auf Ihr Handset strömen.

Das Europäische Telecommunication Standard Institute (ETSI)
hat im letzten Dezember formal die DVB-H-Spezifikation angenommen. Jetzt liegt es bei den Betreibern und Handset-Herstellern, entsprechende Geräte auf den Markt zu bringen.

DVB-H im Pilotversuch

Im Frühling wird O2 in einem Pilotversuch den DVB-H-Dienst
500 Handheld Nutzern im Gebiet von Oxford zur Verfügung stellen. Das Unternehmen arbeitet mit der Telekom Firma NTL, Nokia und führenden Content Providern zusammen, um zu testen, ob ein Dienst, der 17 Fernsehkanäle, einschließlich Musik News, Sport und Fernsehfilme anbietet, lebensfähig ist.
Es wird auch speziell für die mobile Verwendung ein “Schnupper TV” geben sowie interaktiven Internetzugang über ein Handheld Gerät mit großem Bildschirm.

Aus unternehmerischer Sicht bleibt abzuwarten, ob die Firmen ihren Mitarbeitern Zugang zu solchen Dienstleistungen gewähren wollen und vom technischen Gesichtspunkt her ist es wahrscheinlich, dass die Lebensdauer der Batterie zu einem Schlüsselproblem wird. Einige Smartphones, die bereits auf dem Markt sind, müssen fast täglich aufgeladen werden, weil ihre von hinten beleuchteten Farbbildschirme eine Menge Energie benötigen. Für Handsets, die Videoströme decodieren und Töne von sich geben müssen, wird die Leistungsabgabe wohl ein kritisches Problem werden

Time Slicing für längere Batteriebetriebszeit

Die Befürworter von DVB-H glauben, dass sie die Lösung für dieses Problem gefunden haben. Um Energie zu sparen, wird eine Technik angewendet, die als “Time slicing” bezeichnet wird. Diese sendet die Daten mit Hochgeschwindig- keitsimpulsen anstelle eines kontinuierlichen Stroms. Das Ergebnis wird vielleicht nicht gerade eine Live-Fernsehübertragung sein, aber eine, die ein oder zwei Sekunden hinter einer analogen Übertragung hinterher hängt.

Die Nutzer werden es vielleicht nicht merken, aber jeder fragt sich, wie lange man fernsehen kann, bis dem Handheld der Saft ausgeht.