Kopierprogramm-Hersteller SlySoft mahnt Musikindustrie ab

Allgemein

Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft e.V. und die Deutsche Landesgruppe der IFPI e.V. ging dem antiguanischen Hersteller mit ihrer Abmahnpraxis auf den Geist und den Geldbeutel. Slysoft schlägt zurück.

Die Musikverbände, die ihre offenbar mangelnde Kreativität bei der Musikvermarktung durch rigoros verfolgte Abmahnungen gegen Webmaster und Studenten ausgleichen wollen, kommen nicht aus den Schlagzeilen. Nach schwerem Geschütz gegen die Presse, die wohlwollend über Slysofts Produkte berichtete, wird weiterkopiert – jetzt erst recht.

Nun ließ der SlySoft-CEO Giancarlo Bettini den Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft und der IFPI über die Kanzlei Wolf eine Abmahnung mit strafbewehrter Unterlassungserklärung zustellen. Insbesondere die öffentlichen Äußerungen von Dr. Hartmut Spiesecke, Pressesprecher der IFPI, hält Bettini für geschäftsschädigend. Spiesecke hatte in einer Presserklärung behauptet, es handele sich bei Slysoft um ein “in die Karibik geflüchtetes deutsches Unternehmen”, das illegale Programme in die Bundesrepublik verkaufe. Außerdem würde der Heise-Verlag durch Verlinkung auf den Hersteller ermöglichen, die “verbotene Verbreitung” der Software unterstützen.

Die Behauptungen des Musikverbandes seien ein rechtswidriger Eingriff in den Gewerbebetrieb, eine kreditgefährdende Äußerung und unlauterer Wettbewerb, heißt es in der Abmahnung der Kanzlei Wolf. (mk)

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