Aldi-Rechner getestet
So laut darf kein PC sein

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Aldi überrascht mit einem PC mit einzigartiger Ausstattung: Scart-Anschluss, WLAN, Bluetooth, Fernbedienung und TV-Karte für DVB-T-Empfang. Nur an einem geeigneten Lüfter hat der Hersteller gespart.

Testbericht

Aldi-Rechner getestet

Wireless Entertainment Center Titanium MD 8383 XL heißt etwas sperrig das neueste PC-System von Medion, das es jüngst bei Aldi gab. In diesem Computer arbeitet ein mit 3,4 GHz getakteter Intel Pentium 4, ein schneller Prozesser der oberen Leistungsklasse.
Neben einem DVD-Laufwerk ist noch ein 16fach-DVD-Brenner eingebaut, der nicht nur Plus- und Minus-Rohlinge verarbeitet, sondern auch Double-Layer-DVDs mit 8,5 GByte beschreiben kann. Auf der Front befindet sich hinter einer Blende eine Vielzahl von Anschlüssen sowie ein Cardreader für alle gängigen Speicherkarten.

Ohne Diskettenlaufwerk
Nur ein Diskettenlaufwerk sucht man vergebens. Der Speicherplatz. der Festplatte ist mit 250 GByte zwar großzügig bemessen, doch gibt es bereits PC-Systeme in dieser Leistungsklasse mit 400 GByte. Das mitgelieferte Zubehör besteht aus einer optischen Funkmaus, Funktastatur und einer Fernbedienung.
Vermutlich einzigartig an diesem Aldi-PC ist die Platine mit dem Scart-Anschluss, der den Rechner mit allen gängigen Entertainment-Geräten verbindet. Bild und Ton werden dabei ohne zusätzliche Kabel übertragen, außerdem ist die Übertragungsqualität sehr viel besser als bei S-Video.


Grafikkarte

Aldi-Rechner getestet

Für 3D-Grafik ist eine Geforce 6610 XL mit 128 MByte eingebaut, die in der 3D-Benchmark 6721 Punkte erreicht, was für ruckelfreies Spielen von anspruchsvolleren Games zwar ausreicht, sonst aber nur Mittelklasse ist. Im Vergleich dazu erreicht der schnellste von uns bislang getestete Rechner, der Dell XPS Generation 4 satte 12289 Punkte (siehe PC Direkt 01/2005).

TV- und Radiokarte inclusive
Die eingebaute Radio- und TV-Karte, die nebenbei auch faxen kann, empfängt nicht nur die üblichen Sender, sondern auch das neue digitale Antennenfernsehen DVB-T. Wireless LAN und Bluetooth wurden ebenfalls integriert. Allerdings hat Medion in der Bedienungsanleitung komplett auf jegliche Informationen darüber verzichtet. Sichere Drahtlosverbindungen ins Internet sind ohne Erfahrung somit Glückssache.

Hoher Stromverbrauch
Wirklich schwer wiegt allerdings der gewaltige Stromverbrauch, der unter Volllast bei 242,2 Watt liegt. Darüber hinaus wird der PC mit 59,8 dB(A) entschieden zu laut. Als Entertainer im Wohnzimmer dürfte er daher nicht viel Beifall finden.

Bild: Der Lüfter kreischt genauso hässlich wie er aussieht. Gemessene 59 dB(A) sind enorm laut.


Fazit

Aldi-Rechner getestet

Es empfiehlt sich, statt dessen einen geräuschärmeren Lüfter einzubauen. Das lohnt sich bei der Betrachtung des geringen Einkaufpreises und des großen Effekts allemal. Geübte Hände benötigen dafür vielleicht 20 Minuten. Mindestens 30 Euro Aufpreis sollten Sie dafür einplanen.

Windows XP Home
Das Wireless Entertainment Center Titanium MD 8383 XL wird mit der Windows XP Home Edition ausgeliefert. Das Softwarepaket umfasst unter anderem Nero Burning ROM 6 , Cyberlink Power DVD 5, Cinema 3.0, Producer 2 Gold, Director 3.0 SE und Media @Show SE. Eine 36-Monate-Herstellergarantie inklusive Vor-Ort-Service und eine Hotline sind selbstverständlich.

Fazit: Dieser Aldi-PC ist einer der besten, die es je gab. Er bietet verdammt gute Leistung und eine riesige Ausstattung zu einem wirklich fairen Preis. Aber fürs Wohnzimmer ist er entschieden zu laut. Nur wer sich den Einbau einer leiseren Kühlung zutraut, wird an diesem Wireless Entertainment Center Freude haben.

Bild: Vorbildlich sind die zahlreichen Verbindungsmöglichkeiten. Sogar eine Scart-Buchse ist vorhanden.

Die Frontseite bietet zusätzlich alle wichtigen Anschlüsse und einen Cardreader.

Die Modemkarte ist mit Radio- und TV-Buchsen für DVB-T-Empfang kombiniert.


Testergebnisse

Aldi-Rechner getestet

Benchmarks
CC Winstone 2004: 28,5 Punkte
Futuremark 3D Mark 2003: 6721 Punkte
MPEG-Decoder XMPEG 5.03, DivX 5.11: 35,1 fps
Mainconcept Encoder: 20,0 fps
Cinebench CPU: 343 Punkte
Quake 3 Demo 1024 x 786/32 Bit: 372,7 fps
Quake 3 Quaver 1280 x 1024/32 Bit: 255,5 fps

Lautstärke
Grundlautstärke: 17,1 dB(A)
Lautstärke im Büroeinsatz: 37,5 dB(A)
Lautstärke unter Volllast: 59,8 dB(A)

Technische Daten
Chipsatz: Intel 915P
Prozessor: Intel P4 550 3,4 GHz
Cache: 1024 KByte L2
Frontsidebus: 800
CPU-Sockel: 775
RAM: 2 x 256 MByte
RAM-Typ: Samsung DDR-400 CL3
RAM-Steckplätze: 4
Festplatte/Schnittstelle: 1 x 250 GByte/S-ATA
S-ATA-Raid: ja
S-ATA-Raid-Chip: nicht ermittelbar
Netzwerk: VIA Rhine 3
LAN-Geschwindigkeit: 10/100 MBit/s
Grafikkarte: Geforce 6610 XL
Anschlüsse: DVI/VGA
Optisches Laufwerk 1: Pionier DVR-108 DVD+-/RW DL
Optisches Laufwerk 2: Artec DVD-ROM
Soundkarte: onboard C-Media 7.1
TV-Karte: Medion SAA7134 Kombikarte DVB-T
Modem/Geschwindigkeit: ja/56K

Schnittstellen
Seriell/parallel: ja/ja
USB/Anzahl: ja/6
Line-in hinten/vorne: ja/ja
Line-out hinten/vorne: ja/ja
Besonderheit: Scart-out
Netzteil: 350 Watt
Betriebssystem: Win XP Home SP2

Preis: 999 Euro

Leistung: 66%
Ausstattung: 95%
Lautstärke: 36%
PC Direkt Wertung: gut