Enterprise Computing
Wintel-Server bekommen Herausforderer

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Eine neue Generation von leistungsstarken, anwendungsspezifischen Geräten mit Multi-Core-Chips wird in vielen Bereichen Mehrzweck-Wintel-Server ersetzen, kündigt Martin Banks an.

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Eine wachsende Zahl kleiner IT-Anbieter offeriert Geräte, die für einzelne Anwendungen oder Funktionen entwickelt wurden, als Alternative zu Mehrzweck-Wintel-Servern.

Zu den Neuzugängen zählen Azul Systems, Anbieter eines Gerätes für die schnelle Bearbeitung von Java-Anwendungen und Applets, und ClearSpeed mit seinen Hochleistungsgeräten für die Lösung komplexer Mathematikprobleme. Diese Lieferanten haben sich einer Anzahl anderer Anbieter angeschlossen, unter anderem Conformative Systems, eine Firma, die im letzten Jahr ein Gerät zur XML-Beschleunigung auf den Markt gebracht hat.

Alle diese Anbieter unterstützen Multi-Core-Processing. Diese Technologie ist natürlich nicht neu; IBM stellt seit Jahren Multi-Core-PowerPC-Chips her. Und es wird erwartet, dass Intel in diesem Jahr mit dem Verkauf von Dual-Core-Xeon-Chips beginnt.

Aber die Geräteanbieter packen mehr Cores auf ihre Chips. Conformative hat einen 16-Core-Prozessor, während Azul inzwischen ein 24-Core-Gerät anbietet. Und das sind gerade mal Babys im vergleich zu dem Prozessor von ClearSpeed, der einen Chip mit 96 Cores hat.

Weshalb so viele? Zum Teil, weil die Halbleitertechnologie es ermöglicht, dass die Schaltkreisdichte steigt, und weil diese Unternehmen neue, kreative Methoden gefunden haben, diese Möglichkeiten auszunutzen. Ein anderer Grund liegt darin, dass diese Anbieter anwendungsspezifische Server für eine Komponente von Unternehmens-Infrastruktur halten, die zunehmend wichtiger werden wird.

Manche Anbieter verweisen allerdings darauf, dass die meisten IT-Manager besser damit fahren würden, Standard-Server in großer Anzahl zu kaufen anstatt ein paar anwendungsspezifische Server anzuschaffen, da die Standard-Server für ein breiteres Spektrum von Aufgaben genutzt werden könnten.

Aber neue Anwendungen werden sogar noch mehr Ressourcen benötigen, weshalb Standard-Server für sie nicht geeignet sein werden, ganz gleich, wie viele von ihnen man einsetzt. Entwicklung und Einsatz von vielen der neuen Anwendungen wird einfacher sein, wenn man sie nicht in das alte Wintel-Server-Modell hineinpresst.

Das gilt vor allem für alle Anwendungen, die extensiv von XML oder Java machen und das spielt eine Rolle für eine wachsende Anzahl von geschäftsprozessen. Diese Art von Anwendungen verschlingt eine Menge von Prozessor-Ressourcen, bis hin zu dem Punkt, an dem Standard-Server eventuell nicht mehr in der Lage sind, eine ausreichende Leistung zu bieten.

Wenn es um mathematische Datenverarbeitung auf Supercomputer-Niveau geht wer braucht das schon? Nun, eine wachsende Zahl von Business-Anwendungen zum Beispiel. Solche Fähigkeiten könnten es Firmen etwa erleichtern, die wachsende Zahl von Regulierungen und Gesetzen zur Unternehmensverwaltung einzuhalten, vor allem jene, die von Unternehmen verlangen, Risiken zu quantifizieren. Datenverarbeitung mit Super-Computern könnte Managern dabei behilflich sein, die Gefahren genauer zu analysieren, und Firmenchefs vor dem Gefängnis bewahren.

Die Geräte, die für diese Aufgaben genutzt werden, werden gelegentlich als Network-Attached-Processing-(NAP)-Einheiten bezeichnet. Und bald werden wahrscheinlich zu den meisten IT-Systemen in Unternehmen auch einige NAP-Komponenten gehören.