Storage-Strategien
Der Daten-Tsunami: Große Probleme in Sicht

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Speicher-Systeme werden billiger und benutzerfreundlicher, was natürlich viele Firmen ermuntert, immer mehr Daten zu speichern. Damit speichern sie allerdings auch künftige Probleme, findet George Gardiner.

Storage-Strategien

Da diese meine erste Kolumne im Jahr 2005 ist, werden Sie mir verzeihen, wenn ich ein, zwei eigene Prognosen dazu abgebe, was in den nächsten 12 Monaten in Sachen E-Mail und Datenspeicherung und verwaltung auf uns zukommen wird.

Im letzten Jahr wurden auf der Messe Storage Expo viele große Serial-ATA-(Sata)-Systeme für Datenspeicherung und festplattenbasierte Back-Ups vorgestellt. Die Kosten für Sata-basierte Festplatten sind deutlich geringer als bei SCSI-Festplatten, was sie zu einer relativ preisgünstigen Option für das Speichern von großen Datenmengen macht. Inzwischen hat auch die neueste Generation von Bandsicherungsgeräten hinsichtlich Kapazität und Geschwindigkeit einen großen Sprung nach vorne gemacht.

Die Kombination aus neuer Technologie und niedrigeren Preisen hat zu einer Reihe von guten Lösungen für das Speichern von Daten in großen Unternehmen geführt.

In der Vergangenheit wurde die Menge an Daten, die eine Firma verwalten konnte, durch die Berücksichtigung von Faktoren wie Kosten, Zeit und Kapazitäten ernsthaft beschränkt. So ist es nicht mehr. Nun zumindest für ein paar Jahre nicht.

Das alles bedeutet, dass die IT-Abteilungen ihren Firmen grünes Licht geben können, sogar noch mehr Daten zu generieren, deren Großteil wiederum auf immer mehr E-Mail zurückzuführen sein wird.

Schließlich ist es ja nicht die Aufgabe der IT-Abteilung, eine Firma anzuleiten, wie man Daten generiert oder nutzt, sondern sie ist in erster Linie dafür verantwortlich, die Daten auf den Servern des Unternehmens zu verwalten.

Ich mache mir Sorgen, dass die Unternehmen jetzt keine echten Kostengründe mehr haben, die Menge der Daten einzuschränken, die sie produzieren. Als Resultat verschieben sie die Probleme in die Zukunft und erschaffen so eine Zeitbombe. Alle gespeicherten Daten werden nämlich schließlich zu Problemen bei der Verwaltung und Kontrolle und der Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen führen.

Man kann die Position einnehmen, dass die in der jüngsten Zeit auf dem Markt aufgetauchten, ausgefeilten Anwendungen zur E-Mail-Archivierung und Katalogisierung von unternehmensweiten Daten die Lösung darstellen. Das ist bis zu einem gewissen Grad richtig, aber das Problem wird immer sein, dass die typischen User ihre Daten niemals vernünftig verwalten, wenn sie nicht dazu gezwungen werden.

Der bei weitem größte Anteil von E-Mail entfällt auf Spam und persönliche E-Mail, was beides für ein Unternehmen nicht von Bedeutung ist. Es gibt daher keine Notwendigkeit, davon etwas aufzubewahren. Auch die Datenschutzbestimmungen legen nahe, dass beides gelöscht werden sollte. Ich sehe allerdings, dass viele Firmen dieses Thema einfach ignorieren, da das die einfachste Lösung ist.

Meine Prognose für den Rest von 2005 ist daher, dass die meisten Unternehmen Technologien kaufen werden, die das lösen sollen, was in Wahrheit Probleme mit Geschäftsabläufen sind und Probleme, die damit zu tun haben, wie sich die Mitarbeiter verhalten.

So werden die Firmen noch ein oder zwei Jahre weitermachen und mit ihren E-Mail-Archivierungssystemen Lippenbekenntnisse zu den Unternehmensverhaltensregeln von Basel II und Sarbanes-Oxley abgeben. Sie werden jedoch nichts unternehmen, um die Generierung von überflüssigen Daten zu vermeiden und noch weniger, um die Daten an ihrem Ursprung zu verwalten.

Einige Unternehmen werden einfach sagen, dass die Kosten für die Verwaltung von Daten so hoch werden, dass der persönliche Gebrauch von Business-Systemen verboten wird. Das bedeutet, dass es kein Web-Surfen in der Mittagspause und ganz sicher keine private E-Mail geben wird. Das ist ein Beispiel dafür, wie das Internet das Opfer des eigenen Erfolges wird.