Prototyp fertig: Ersetzt Nanotechnik von HP bald herkömmliche Chips?

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Bald geht der Transistor in Rente: Mit der “Crossbar Latch” soll Nano-Technik den Silizium-Chip so radikal ersetzen wie dies einst die Chips mit den Röhrencomputern machten.

Transistoren verdrängten die Röhren, Chips mit Mini-Transistortechnik die Transistor-Schaltungen – und bald ersetzen molekülgroße Bausteine die Chips, deren Leistungsfähigkeit sich ohnehin den physischen Grenzen nähert. Forscher bei HP zumindest glauben das, denn mit der sogenannten ” Crossbar Latch” haben sie den letzten theoretisch notwendigen Baustein auf dem Weg zum Nano-Computer gefunden und demonstrieren nun, dass die Erfindung funktioniert.

HPs Forschungsgruppe QSR (
Quantum Science Research
) arbeitet schon längere Zeit an dem Schlüsselelement zum Bau von Computern in Nano-Größe. Im Juli 2003 gelang der Forschungsdurchbruch, doch erst jetzt, im Januar 2005, demonstrierten die Forscher ihren ersten Prototypen. Statt des Versuches, einen Transistor nachzubilden, fingen die Forscher ganz von vorne an. Beim Ergebnis “handelt es sich um zwei Ebenen von parallelen Nanodrähten aus Titan und Platin, die im rechten Winkel zueinander verlaufen. An den Kreuzungspunkten berühren sich die Drähte allerdings nicht – sie werden von ‘Pfeilern’ aus Rotaxan-Molekülen auf Abstand gehalten.” beschrieb der Wissenschaftsjournalist Niels Boeing im
vergangenen März die neue Theorie
, nachdem Phil Kueges vom QSR im Juli 2003 das
US-Patent Nr. 6,586,965
für seine Erfindung erhielt.

Der jetzt gezeigte Prototyp beherrscht schon einfache Logik-Operationen wie AND und OR auf Mokekülbasis und arbeitet zudem als molekularer Arbeitsspeicher. (mk)

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