Keine Marktchancen für abgespecktes EU-Windows

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Das von den Wettbewerbshütern der EU geforderte Windows ohne Media Player stößt bei den PC-Herstellern auf wenig Gegenliebe. Zudem muss Microsoft den geplanten Namen “Reduced Windows” ändern.

Das Vorhaben der Europäischen Union durch eine neue, vom Media Player entkoppelte Windows-Version, den Wettbewerb zu stärken, scheint ins Leere zu laufen. Nach Berichten der
Financial Times Deutschland
haben die PC-Hersteller kaum Interesse am abgespeckten Betriebssystem. So wird ein Sprecher von
Medion
mit den Worten zitiert: “Wir versuchen, unseren Kunden immer die komplette Funktionalität zu bieten. Für PCs ohne Video- und Musikwiedergabe erwarten wir keine Nachfrage.” Ähnlich ist es auch bei
Fujitsu-Siemens
: “Wir könnten natürlich liefern, aber bislang haben wir keine Anfragen nach Windows ohne Media Player.”

Da jedoch die PC-Hersteller für 80 Prozent des Windows-Umsatzes verantwortlich sind, dürfte die Spar-Version damit zum Scheitern verurteilt sein. Sie ist zwar seit dem 19. Januar verfügbar, doch bei keinem der großen Anbieter ist derzeit ein Rechner mit der Version des Betriebssystems zu haben. Schließlich ist der Anreiz, eine Software, die für den gleichen Preis weniger Funktionen bietet, einzusetzen, sehr gering.

Zudem gibt es zwischen der
EU
und
Microsoft
eine Auseinandersetzung um den Namen des Betriebssystems. Das von Microsoft geplante “Windows XP Reduced Media Edition” missfällt der EU, da dem Kunden suggeriert werde, die Version ohne Media Player sei weniger attraktiv. Die Wettbewerbshüter hatten Microsoft bereits im ursprünglichen Urteil im März 2004 untersagt, “geschäftliche, technologische oder vertragliche Praktiken einzusetzen, die die Attraktivität und Leistungsfähigkeit der entkoppelten Version mindern würden”. (dd)

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