Fotos optimieren
Histogramme & Belichtung

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Bei aktuellen Digitalkameras gibt es die Anzeige mit der Hügelsilhouette. Diese Histogramme sind ein unentbehrlicher Gradmesser für perfekte Fotos und eines der wichtigsten Werkzeuge der Nachkorrektur.

Belichtungskontrolle

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Die Bildkontrolle über den Kameramonitor ist eines der Hauptargumente für die digitale Fotografie. Leider sind die TFT-Displays meist zu klein, um Schärfe und Belichtung beurteilen zu können. Deshalb gibt es eine Wiedergabelupe zur schnellen Schärfenkontrolle und die Histogramm-Ansicht zum Bewerten der Helligkeitsverteilung.

Die Belichtungskontrolle wird noch durch die Blickwinkelabhängigkeit vieler Kameradisplays erschwert: Der Helligkeitseindruck schwankt sehr stark, je nachdem ob man leicht schräg von oben oder von unten auf den Monitor blickt. So ist kaum zu beurteilen, ob die gerade gemachte Aufnahme möglicherweise über- oder unterbelichtet ist.


Kontrolle ist besser

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Wesentlich zuverlässiger lässt sich die belichtungstechnische Qualität eines Fotos durch einen Blick aufs Histogramm einschätzen. Schon viele Kameras in der 300-Euro-Klasse bieten diese Funktion. Bei semiprofessionellen Digicams und digitalen Spiegelreflexkameras ist die Histogramm-Ansicht eine Selbstverständlichkeit.

Die meisten Apparate kann der Anwender so konfigurieren, dass das Histogramm nach jeder Aufnahme für einige Sekunden angezeigt wird als Fotograf sind Sie dann mit einem Blick im Bilde. Manche Digicams haben ein Echtzeit-Histogramm. Damit können Sie schon bei der Motivwahl beurteilen, ob eine Belichtungskorrektur nötig sein wird.

Automatik warnt bei kritischen Werten
Besonders praktisch: Einige Modelle zeigen überbelichtete Bildteile durch Blinken im Miniaturbild neben dem Histogramm. So ist man nicht nur vor Überbelichtungen gewarnt, sondern weiß auch genau, wo sie sich befinden. Handelt es sich um wichtige Motivdetails oder um größere Bildbereiche, kann die Aufnahme mit einer negativen Belichtungskorrektur wiederholt werden.


Spotmessung

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Ausgefressene Lichter sollten in Digitalfotos vermieden werden, denn überbelichtete Stellen haben keine Bildinformation mehr. Es sind rein weiße Pixel, aus denen sich auch mit einer Bildbearbeitung keine Details mehr zurückgewinnen lassen. Vergleichbar sind Überbelichtungen in Dias, die sich als komplett durchsichtige Bildpartien darstellen. Ähnlich wie in der Diafotografie sollte man sich auch im Digitalbereich im Zweifel eher für eine etwas zu knappe Belichtung entscheiden, denn dunkle Bereiche können in Bildbearbeitungsprogrammen meist ganz gut ?aufgezogen? werden, so dass sich auch aus unterbelichteten Stellen noch Details herausholen lassen.

Das menschliche Gehirn gleicht starke Kontraste automatisch aus daher nehmen wir den extremen Helligkeitsunterschied zum Beispiel zwischen sonnenbeschienenen und im Schatten liegenden Motiven nicht gleich als solchen wahr. Der Bildsensor einer Digitalkamera kann diese Kontraste nicht automatisch korrigieren. Alles, was unter oder über dem Belichtungsumfang der fünf Blendenstufen liegt, wird über- beziehungsweise unterbelichtet.

Aus diesem Grund muss man sich bei sehr kontrastreichen Motiven je nach gewünschter Bildwirkung entweder für eine korrekte Wiedergabe der hellen oder der dunklen Motivteile entscheiden. Eine mittlere Belichtung, quasi als Kompromiss, würde in den meisten Fällen nur dazu führen, dass zugleich die dunklen Stellen absaufen, während die hellen dagegen ausfressen.


Korrektur von Hand

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Ein strahlend helles Motiv zum Beispiel eine Steinplatte in der Sonne weist zwar ein ausgeglichenes Histogramm auf, doch das liegt daran, dass ich die Belichtungsautomatik der Kamera irritieren lässt. Sie ist auf mittlere Grauwerte geeicht und setzt das Motiv daher in mittlere Grautönen um. Erst nach einer manuellen Belichtungskorrektur um plus eine Blendenstufe kommt das Foto dem Original näher und das Histogramm verschiebt sich nach rechts. Das ist aber kein Problem, da es sich um eine so genannte High-Key-Aufnahme handelt, ein Motiv mit überwiegend sehr hellen Bildteilen. Sie sollten jedoch darauf achten, dass Sie sich durch die Belichtungskorrektur keine Überbelichtungen einhandeln. Wenn der Histogrammanstieg am rechten Rand nicht ?abgeschnitten? ist, liegt alles im grünen Bereich.

Tipp: Oft ist ein Blitz die Ursache dafür, dass Bildteile überbelichtet sind. Dann empfiehlt es sich, sie als neue Ebene in einem Bildverarbeitungsprogramm zu multiplizieren. Das sorgt für ausgewogenes Licht.

Ausgeglichene Fotos erscheinen als nach rechts abfallende Hügel
Ein Foto mit wenig Kontrasten es finden sich weder Über- noch Unterbelichtungen: Die Grafik zeigt die typische, sanft abfallende Hügelform. Der höchste Punkt der Erhebung liegt in der Mitte, bei den mittleren Graustufen. Der kleine Anstieg am rechten Ende des Anzeige zeigt, dass es eine relativ hohe Anzahl heller Pixel im Bild gibt. Die kleine Spitze befindet sich allerdings noch ein Stück vom rechten Rand entfernt. Das zeigt, dass es hier keine überbelichteten Bildteile gibt.

Der Himmel erzeugt den kleinen Anstieg heller Pixel auf der rechten Seite.


Dunkle Fotos

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Dunkle Fotos sind linkslastig und haben rechts oft keine Bildpunkte

Hier sehen Sie eine Aufnahme, die überwiegend aus dunklen Pixeln besteht typisch für eine Nachtaufnahme. Größere Bildteile sind unterbelichtet (a), und in den helleren Tonwerten (b) zeigt die Grafik gar keinen Ausschlag. Um die Unterbelichtung etwas zu mildern, könnten Sie die Belichtung leicht nach oben korrigieren. Die Abendstimmung geht dann zu Gunsten der Details etwas verloren.


5 Zonen der Lichtverteilung

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Das Histogramm ist eine grafische Repräsentation der Helligkeitsverteilung in einem Bild, also der Verteilung des von der Kamera darstellbaren Graustufenbereichs. Die x-Achse (die Horizontale) zeigt von links nach rechts die Helligkeitswerte von komplett Schwarz bis ganz Weiß. Der vertikale Ausschlag (die y-Achse) zeigt an, wie viele Pixel des Bildes der jeweiligen Graustufe entsprechen. Je weiter die Verteilungskurve nach links tendiert, desto dunkler ist das Bild, und umgekehrt.

Ein Blick auf die Grafik verrät sofort, ob die Kamera den Kontrastumfang eines Bildes aufzeichnen konnte oder ob sich durch eine Belichtungskorrektur der Dynamikbereich besser ausnutzen lässt. Das Histogramm eines idealtypischen Fotos verteilt sich in Glocken- beziehungsweise Hügelform über die gesamte x-Achse, mit dem höchsten Ausschlag bei den mittleren Grauwerten.