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Blade Server: RLX zeigt Management-Verstand

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RLX hat das Konzept von x86-Blade-Servern populär gemacht, aber die Entscheidung des Unternehmens, die Hardware den Rivalen zu überlassen und sich auf Management-Software zu konzentrieren, könnte für IT-Einkäufer von Vorteil sein, findet Martin Banks.

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Die Nachricht, dass RLX beschlossen hat, die Herstellung von Blade-Servern einzustellen, wird die meisten IT-Einkäufer kaum in Panik versetzen. Glücklicherweise wird die Firma weiterhin Management-Software für Blade-Server und große Datenzentren produzieren und entwickeln, und der neue, engere Fokus könnte tatsächlich für viele Kunden von Vorteil sein.

Wie man sich erinnert, war RLX das Unternehmen, das das Konzept des x86-Blade-Servers in die Welt gesetzt hat. Der Erfolg dieser Idee hat Firmen wie IBM und HP ermutigt, sie zu übernehmen; und sie zählen inzwischen zu den dominierenden Anbietern auf diesem Markt.

RLX hat sich ordentlich geschlagen, mit mehr als 500 Kunden und mehr als 100 Millionen US-Dollar an Risikokapital in der Hinterhand. Das mag zwar nach einer Menge klingen, ist aber in Wahrheit ein Nichts in der Welt eines Massenmarktes, auf dem die Ware in zunehmendem Maße als Gebrauchsgut in mörderischer Preiskonkurrenz verkauft wird.

Schlauer Rückzug
Sich von der Blade-Server-Hardware zurückzuziehen, ist also keine so dumme Idee.

RLX war in Wahrheit wahrscheinlich schon immer zu einem schlechten dritten Platz verdammt, sobald IBM und HP sich richtig aufgestellt hatten. Wahrscheinlich wäre es sogar nur ein schlechter vierter Platz geworden, da auch Dell sich auf diesen Markt begeben hat, immer darauf aus, keinen Massenmarkt zu verpassen.

Nichts davon bedeutet, dass RLX einfach implodiert ist. Die Firma verfügt über etwas, das sie für wesentlich wertvoller hält. Das ist ihr Management-Software-Paket namens Control Tower, mit dem sich so wichtige Aufgaben verwalten lassen wie Server-Einrichtung, Patch-Management und andere Systemverwaltungsaufgaben.

Ohne diese Software ist auch ein Rack mit Blade-Servern nur Altmetall
Sowohl IBM als auch HP wissen nur zu gut, das hier das wahre Geld bei Blade-Servern zu finden ist, da ohne diese Software auch ein Rack mit Blade-Servern nur Altmetall ist.

RLX kann das Control-Tower-Paket als neutrale Alternative zu OpenView von HP und den Director- und Tivoli-Systemen von IBM anbieten. Doug Erwin, Chief Executive von RLX, hat erklärt, dass seine Firma weitere Partner sucht, die das Paket für ihre Blades übernehmen. RLX arbeitet bereits mit verschiedenen Blade-Anbietern daran, das System für den Einsatz von deren Technologien zu zertifizieren.

In der Theorie könnte ein neutrales Management-System für Firmen attraktiv sein, wenn es erlaubt, mehrere Blade-Marken mit einander zu mischen und an einander anzupassen. In der Praxis ist das leider ein ziemlich dünnes Argument.

Man sehe es sich so an: Jedes Unternehmen, das eine größere Investition in Blades unternehmen will, kann zwischen IBM, HP, Dell und einem bunten Rudel von Mitläufern wählen. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Wahl auf einen der großen Drei fällt, der alleiniger Lieferant von Hardware, Software und Dienstleistungen wird.

Eine Chance für Dell im Netzwerkbereich
Es ist bemerkenswert, dass Dell auf dieser Liste auftaucht. Dell ist wohlbekannt dafür, kein eigenes Software-System in der Ausstattung anzubieten; statt dessen ist die Firma immer darauf aus, Partner einzusetzen, wenn dies möglich ist. Man könnte daher ernsthafte Wetten auf eine Partnerschaft zwischen Dell-Blades und der Control-Tower-Software von RLX abgeben. Das wäre eine Partnerschaft, die einen gewissen Sinn ergeben würde.

Ohne diese Management-Tools wird Dell wahrscheinlich immer hinter IBM und Dell zurückliegen und von deren Management-Systemen abhängig sein. Mit Control Tower dagegen kann Dell zu dem Punkt vorrücken, wo die Macht der Firma auf dem Server-Massenmarkt mehr Unternehmensinteresse wecken könnte.