Spanien: Autor des Webcam-Trojaners festgenommen

PolitikRechtSicherheitVirus

Ein Trojaner infizierte weltweit Computer und spähte Rechner mit Webcams aus – um per Kamerabild Passwörter zu stehlen.

Sicherheitsexperte Sophos meldet, dass die spanische Polizei einen 37jährigen Autoren eines Trojaners festgenommen hat. Der Schädling verbreitete sich vor allem über P2P-Netze. Die spanischen Beamten behaupten, der Programmierer habe vor allem Informationen rund um das Online-Banking per Webcam und Keylogger gesammelt – immer, wenn der Name einer Bank in den Browser getippt wurde, loggte die Kamera mit. Die Videos konnten dann mit Hilfe des Trojaners live per Internet übertragen werden.

Ein
Statement der spanischen Polizei
“Guardia civil” erklärt, man habe den Fall seit Juli 2004 verfolgt. In der Kripo-Arbeit mit dem Codenamen “Operation Tic-Tac” verließ man sich vor allem auf die Aussagen eines PC-Nutzers in Alicante – sein Rechner “benahm sich komisch”, er meldete dies den Polizeibeamten (die – nicht unbedingt üblich bei der Polizei – tatsächlich verstanden, worum es ging).

Den Behörden zufolge habe man den Verdächtigen in seinem Apartment festgenommen, während er gerade die Webcams anderer PC-User ausspionierte.

Weder der Name des Virenautors noch der des Schädlings wurde bekannt gegeben, um weitere Ermittlungen gegen möglicherweise involvierte Dritte nicht zu behindern. Vermutlich handelt es sich aber um den Trojaner RBot-GR, über den wir
im August berichteten
. (mk)

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen