Download-Shop mit OS Commerce
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Ob Software, Musik, Bilder, Videos oder elektronische Bücher: Alles, was sich digital verbreiten lässt, können Sie in einem Download-Shop verkaufen. Wie es geht, zeigt der Workshop.

Kostenloser Shop

Download-Shop mit OS Commerce

Sie haben eine Band, aber keinen Plattenvertrag? Dann verkaufen Sie Ihre Songs doch online im eigenen MP3-Shop! Das Gleiche geht natürlich auch mit selbst entwickelter Software, selbst gefilmten Videos, selbst entworfenen Strickmustern und so weiter. Und das Beste daran: Die Software, die Sie brauchen, kostet keinen Pfennig, denn OS Commerce ist Open Source.

Mit OS Commerce können Sie sowohl einen Internet-Versandhandel betreiben als auch digitale Güter per Download verkaufen ? oder beides. Das Programm ist in PHP geschrieben, als Datenbank kommt MySQL zum Einsatz. Internet Professionell zeigt, wie Sie einen Download-Shop auf dieser Basis unter Linux einrichten können. OS Commerce läuft aber auch auf Windows-Servern.

Sie finden OS Commerce unter
www.os commerce.com/solutions/downloads
oder auf der Heft-CD. Entpacken Sie das Archiv und kopieren Sie den darin enthaltenen Ordner catalog ins Wurzelverzeichnis Ihres Webservers. Unter Suse Linux 9.1 ist das zum Beispiel /srv/www/htdocs.


Installation per Skript

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Die Steuerungs-Module, mit denen Sie die virtuellen Regale füllen, befinden sich im admin-Verzeichnis innerhalb des catalog -Ordners. Diesen Ordner sollten Sie später aus Sicherheitsgründen umbenennen, bevor der Shop in Betrieb geht. Der neue Name muss dann in OS Commerce konfiguriert werden.

Als Nächstes rufen Sie das Installations-Skript per Browser auf, entweder per localhost vom selben Rechner (127.0.0.1/catalog/install) oder von einem beliebigen anderen Rechner aus. Damit das funktioniert, muss Lamp korrekt installiert sein. Das ist nicht auf allen Distributionen der Fall. Benutzer von Suse Linux 9.1 müssen PHP aktualisieren, weil die Version, die mit Suse 9.1 geliefert wurde, einen Fehler enthält. Für OS Commerce reicht es, wenn Sie die PHP-Module für Apache aktualisieren und Apache dann neu starten, zum Beispiel über den Runlevel-Editor. Zudem muss die Option register_globals in der Datei /etc/php.ini aktiviert sein, damit OS Commerce funktioniert.

Einen Stolperstein bei der Installation können noch die Berechtigungen für MySQL darstellen. Richten Sie in MySQL eine Datenbank ein, in der Sie Ihren Shop speichern wollen, und fügen Sie einen Benutzer hinzu, der die nötigen Rechte für diese Datenbank hat. Die Adresse des Datenbank-Servers für OS Commerce lautet normalerweise localhost, auch wenn Sie das Programm aus der Ferne konfigurieren. Nur wenn MySQL auf einem anderen Server läuft als Apache, müssen Sie eine andere Adresse eingeben.


Download-Option aktivieren

Download-Shop mit OS Commerce

Folgen Sie den Anweisungen des Installations-Skripts und importieren Sie auch den Beispiel-Shop. Er ist hilfreich, um die Funktionen von OS Commerce kennen zu lernen. Der Beispiel-Shop enthält auch schon eine Beispieldatei für die Download-Funktion. Sie ist mit »Unreal Tournament« bezeichnet, enthält aber nur ein Dummy. Sie können damit testen, ob der Download funktioniert.

Damit er das tut, müssen Sie ihn zunächst im Admin-Bereich aktivieren. Rufen Sie dazu die Adresse < IhreShopadresse>/catalog/admin/ auf und wählen Sie Konfiguration. In der Auswahlliste links finden Sie ziemlich weit unten unter Konfiguration den Punkt Download. Setzen Sie
Enable download
auf true. Damit sollte der Download funktionieren. Falls nicht, stellen Sie den Download by redirect auf false . Der Download-Zugriff wird über zwei getrennte Verzeichnisse gesteuert: /catalog/download/ und / catalog/pub. Diese Ordner müssen die richtigen Berechtigungen haben, die Sie ihnen mit den folgenden Befehlen zuweisen können:

chmod 755 download
chmod 777 pub

Bei einer Download-Bestellung wird ein Link im Ordner pub erzeugt, der aus einer zufälligen Zeichenfolge besteht und auf das digitale Produkt im Download-Ordner verweist. Sie können bei den Download-Einstellungen im Admin-Bereich bestimmen, wie oft dieser Link aufgerufen werden darf ( Maximum number of downloads) und wie lange er gilt (Expiry delay
). Seien Sie bei der Anzahl erlaubter Downloads nicht zu geizig, denn OS Commerce zählt auch abgebrochene Downloads mit. Wenn Sie die Zahl der Downloads auf einen begrenzen, kann das Probleme geben.

Die Beispieldatei von OS Commerce sollte sich bereits jetzt herunterladen lassen. Sie können dann Ihre eigenen digitalen Produkte im Download-Ordner Ihres Shop-Servers speichern. Das kann per FTP erfolgen oder über die Upload-Funktion, die Sie im Admin-Bereich von OS Commerce unter Hilfsprogramme, Dateimanager finden. Die Dateinamen dürfen keine Leerzeichen enthalten. Versehen Sie Ihre Dateien mit denselben Berechtigungen, die auch die Beispieldatei hat.


Steuern für Deutschland

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Es kann vorkommen, dass der Provider die Download-Größe in der Datei php.ini oder an anderen Stellen im System auf 2 MByte begrenzt. Achten Sie darauf, welche Bedingungen Ihr Provider für Downloads anbietet, damit Ihr Download-Shop auch funktioniert.

Dann legen Sie Ihre Produkte im Katalog an. Dazu gehen Sie im Admin-Bereich auf Katalog und legen dort Kategorien und Unterkategorien an, in die Sie Ihre Produkte einsortieren. Damit Sie den Produkten Hersteller zuordnen können, müssen Sie diese zunächst unter Hersteller anlegen. Sie können für jeden Hersteller den Namen, ein Bild und mehrere Internet-Adressen angeben ? für jede Sprache Ihres Shops eine.

Das Programm berechnet automatisch die Mehrwertsteuer, allerdings nur für Florida. Um das zu ändern, rufen Sie unter Land, Steuer zunächst die Steuerklassen auf und legen eine Steuerklasse für 16 Prozent, eine für 7 Prozent sowie eine für steuerbefreite Produkte an ? falls Sie alle drei brauchen. Legen Sie auch eine Steuerzone für Deutschland an und weitere, falls Sie sie für Exportgeschäfte benötigen.

Dann rufen Sie die
Steuersätze
auf und weisen den Steuerklassen die entsprechenden Steuerzonen und Prozentwerte zu, also zum Beispiel:

Name der Steuerklasse: Normal
Steuerzone: Deutschland
Steuersatz (%): 16
Beschreibung: Normale deutsche MWSt
Priorität: 1

Um einen neuen Artikel anzulegen, rufen Sie die passende Kategorie auf und klicken auf Neues Produkt. Sie brauchen nicht alle Felder des Formulars auszufüllen, aber das Layout von OS Commerce sieht besser aus, wenn Sie keine Lücken lassen.

Die Artikelnummer können Sie frei wählen. Sie müssen allerdings selbst darauf achten, dass die Nummern sich nicht überschneiden, OS Commerce überprüft das nicht. Artikelbilder können Sie ebenfalls über diese Seite hochladen. Die Bilder sollten dem voreingestellten Format entsprechen, sonst werden sie verzerrt dargestellt. Sie können das Bildformat unter Konfiguration, Images ändern.


Artikelmerkmal: Download

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Auf der Seite, auf der Sie ein Produkt anlegen, ist keine Download-Option vorgesehen. Die Download-Option gehört bei OS Commerce zu den Produktmerkmalen. Produkte können sehr viele ganz unterschiedliche Merkmale haben, je nachdem, ob Sie Kleidung, Melkmaschinen, Backzutaten oder eben Downloads verkaufen. Deshalb haben die Entwickler von OS Commerce für die Artikelmerkmale eine eigene Seite angelegt, die Sie unter Katalog, Produktmerkmale finden.

Jetzt wird es spannend, denn die Merkmale-Seite ist ziemlich unübersichtlich. Merkmale haben Namen und Werte. Wenn Sie HTML kennen, dann kennen Sie eine ähnliche Logik aus den Meta-Tags, die auch immer name und content haben, wie zum Beispiel in .

Nach dieser Logik werden im oberen Bereich der Merkmale-Seite Namen und Inhalte der Artikelmerkmale definiert. Links legen Sie die Namen der Optionen (Merkmale) fest ? jeweils in allen Sprachen Ihres Shops ? und rechts die Inhalte, also zum Beispiel:

Optionsname: de-Format, en-Format.

Rechts werden dann die Optionsnamen den Optionsinhalten zugeordnet. Sie müssen für jede Option eine eigene Zeile in dieser Tabelle anlegen. Der Optionsname bleibt dabei immer gleich, nur der Optionsinhalt wechselt, also zum Beispiel:

Optionsname: Format, Optionsinhalt: mp3
Optionsname: Format, Optionsinhalt: wma
Optionsname: Format, Optionsinhalt: ogg

Wenn Sie den Beispiel-Shop importiert haben, gibt es den Optionsnamen Version schon. Fügen Sie dann den Optionsinhalt Download hinzu. Außerdem können Sie hier weitere Versionen definieren, zum Beispiel gedruckt für Bücher oder CD für Musik. Dann können Sie das gleiche Produkt per Download oder per klassischen Versand verkaufen.

Das Ganze ist bis jetzt nicht so trivial, wie es sein sollte. Aber die größte Stolperfalle kommt jetzt erst. Sie können auf dieser Seite dem Katalog-Eintrag Ihres Download-Produkts die passende Datei zuordnen, die der Kunde dann herunterladen soll. Zunächst müssen Sie in den unteren Bereich der Seite scrollen, um die Tabelle Artikelmerkmale zu sehen zu bekommen. Dort werden den Artikeln Optionen jeweils mit Optionsnamen und Optionswerten zugewiesen. Außerdem können Sie einen Aufschlag oder Rabatt für bestimmte Optionswerte definieren. So können Sie den Extended Party Mix Ihres besten Songs zum Beispiel 20 Cent teurer anbieten als die Standard-Version.


Downloads mit Rabatt versehen

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Aber wo können Sie das alles tun? Unter der Tabelle finden Sie einen Eingabebereich und rechts davon eine Schaltfläche Einfügen. Aber im Feld für das Produkt wird nur der erste Artikel des Shops angezeigt, beim Beispielshop ist das Alarmstufe Rot. Hier liegt der Schlüssel. Klicken Sie das Feld an, und es erscheint ein Listenfeld mit allen Produkten im Shop.

Jetzt können Sie das gewünschte Produkt auswählen und ihm den Optionsnamen Version und den Optionswert Download zuweisen. Wenn Sie das Produkt nur per Download verkaufen, bleibt das Preis-Feld frei, denn den eigentlichen Preis haben Sie schon direkt auf der Produktseite eingegeben. Was Sie hier eingeben können, ist ein Aufschlag oder Rabatt, der sich ausschließlich auf die Version bezieht. Sie könnten zum Beispiel E-Books im Download 50 Cent preiswerter anbieten als in gedruckter Form.

Tragen Sie dann den Dateinamen ein ? ohne Pfadangabe, denn die Downloads sind alle im gleichen Ordner gespeichert. Die Zeitspanne, für die der Download nach Bezahlung erreichbar ist, können Sie hier für jedes einzelne Produkt individuell einstellen, ebenso, wie oft der Kunde das Produkt herunterladen darf. OS Commerce bietet eine Vielzahl von Modulen für die Bezahlung. Bei Download-Produkten sollte eine möglichst schnelle Bezahlschnittstelle verwendet werden. Kreditkarte und Paypal sind voreingestellt.


Fazit

Download-Shop mit OS Commerce

Es dauert ein paar Stunden, bis der Download-Shop auf dem Internet-Professionell-Testrechner funktioniert, aber wenn das erste Download-Produkt einmal angelegt ist, lassen sich weitere Downloads leicht hinzufügen. Die Einstellungen für den Download-Shop sind auf viele Programmbausteine verteilt. Ein Assistent dafür wäre wünschenswert. Dafür gibt Ihnen OS Commerce allerdings die Freiheit, sehr viele Details frei einzustellen.