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Trotz Tsunami: IT in Asia-Pazifik blüht auf, Europa verliert

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Die Region Asien-Pazifik (Asia Pac) stellt sowohl eine Chance als auch eine Bedrohung dar. Die Chancen sind jedoch enorm, wenn Unternehmen rechtzeitig in den Markt einsteigen.

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Die Region Asien-Pazifik (Asia Pac) stellt sowohl eine Chance als auch eine Bedrohung dar. Die Chancen sind enorm. So gibt es beispielsweise in China mehr Leute, die einen Mobilfunkvertrag haben, als Menschen in den USA. Im vorigen Jahr lag China nur bei 11 Prozent der Gesamt ausgaben für Informations- und Kommunikationstechnik (ICT) in Asia-Pac und es wird erwartet, dass dies bis 2007 nur auf 15 Prozent steigt.

Simpel ausgedrückt hält man China für die “Fabrik” der Region und Indien für das “Büro”. Allerdings stellen diese beiden Länder nur ein Viertel der gesamten Asia Pac Region dar. Trotz der vernichtenden Auswirkungen der Tsunami-Katastrophe auf diese Region wird sie weiter aufblühen, insbesondere wenn der Schuldenerlass für die dritte Welt beschleunigt wird.

Für Händler sind die Chancen in der Region ein zweischneidiges Schwert. Jedes Produkt, das sich in seinem Lebenszyklus dem Gebrauchsgut nähert, wird früher oder später im Asia Pac Raum selbst produziert werden.

Wir haben miterlebt, wie IBM seine PC-Abteilung für 1,75 Milliarden US-Dollar an Lenovo verkauft hat. Dies bringt für Lenovo nicht nur führende Produkte wie den ThinkPad Laptop, sondern bereitet auch den Weg zum IBM-Händler weltweit – was für eine chinesische Firma ein enormer Vorteil ist.

Der wichtigste kulturelle Unterschied ist das Timing
Zwischen Ost und West gibt es viele kulturelle Unterschiede. Der wichtigste Unterschied liegt im Timing. Während der Aufstieg Chinas als kometenhaft bezeichnet werden kann, steht bei der Kultur langfristiges Denken im Vordergrund und Geduld ist eine Haupttugend.

Ein Beispiel dafür kann man in den Straßen beobachten, wo Volkswagen trotz der Nähe zu Japan zu dominieren scheint. Das ist auf frühe Investitionen der Autofirma zurückzuführen.

Cisco erfreut sich einer ähnlich dominierenden Position in Japan, wo langfristige Partnerschaften und Investitionen sich als äußerst erfolgreich erwiesen haben. Aber das Auftauchen von Huawei und RTZ als “Kräfte mit denen zu rechnen ist” haben diesen Plan für China vereitelt.

Seltsamerweise hat Siemens sich als Dreh- und Angelpunkt bei diesen Partnerschaftsaktivitäten erwiesen. Eine starke Beziehung zwischen 3Com und Siemens kam im Jahre 2000 ins Schwimmen, als 3Com den Markt für das Kerngeschäft des Unternehmens verließ, nur um 2004 wieder einzusteigen (allerdings als eine Service-Partnerschaft) und dies auf Vorschlag von Huawei.

Vor vier Jahren wäre es wohl kaum möglich gewesen, das Joint Venture zwischen 3Com und Huawei vorauszusagen, ganz zu schweigen davon, dass eine chinesische Firma eine erneute Partnerschaft zwischen einer amerikanischen und einer deutschen Firma vermitteln würde.


Chancen für Unternehmen mit globalen Ambitionen sind reichlich vorhanden

Wie sehen die Chancen also aus? Nun, für Systemintegratoren mit globalen Ambitionen ist die Chance sicher vorhanden. Sogar für Pan-Europäische Firmen gibt es tolle Möglichkeiten, den Service für globale Firmen, die ihren Hauptsitz in China haben, zu übernehmen. Die Region wird auch eine größere Produktpalette bieten, denn immer mehr chinesische Hersteller suchen nach Wegen auf den Markt.

Das gleiche gilt für die beiden globalen Vertriebshändler Tech Data und Ingram Micro. Ende letzten Jahres zahlte Ingram 0,5 Milliarden Dollar für Tech Pacific, die in de Asia Pac Region schon länger operativ tätig sind.

Die Bedrohung ist die gleiche für den Hersteller und seine Händler in Europa: Eine Veränderung der Unternehmens-Prioritäten und demzufolge geringere Ausgaben. Während Europa heute für 20 Prozent des Gesamtverkaufs steht, wird diese Zahl in dem Maße beeinflusst werden, wie sich der Prozentsatz der Asia Pac erhöht.

So steht zum Beispiel diese Region für nur 10 Prozent des Cisco-Marktes, trotz der Erfolge in Japan. Diese Tatsache wird auch zu geringeren Investitionen in Europa führen, denn es wurde von amerikanischen Händlern schon immer als eine teure Region für Geschäfte betrachtet. Also wandert das Geld nach China.

Man braucht nur einen Blick auf den Medaillenspiegel der letzten Olympischen Spiele in Athen zu werfen, um den Beweis zu erhalten, dass China die Geduld und die Entschlossenheit hat, erfolgreich zu sein. China errang 32 Goldmedaillen, verglichen mit 35 für die USA. 2008 in Peking werden sie niemanden mehr an sich vorbeilassen.