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Es war einmal… ein Weihnachtsdrama

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Online-Rekordverkäufe waren für dieses Weihnachten schon lange vorausgesagt worden. Weshalb haben dann so viele Online-Händler ihre Kunden aufgrund schlechter Information und mangelhafter Liefersysteme enttäuscht? Das fragt sich David Neal.

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Ich frage mich, wie viele Leser ein gutes Weihnachten hatten. Falls Sie an den Weihnachtsmann glauben – ich kann Ihnen ein Foto schicken, wo er eine mit Datum versehene Zeitung in der Hand hält – falls nicht, dann wissen Sie sicher, dass es am Nordpol ein tolles Verhaltens/Belohnungssystem gibt. Dies besagt: Wenn man das ganze Jahr über brav war, bekommt man alles, was man sich wünscht, zu Weihnachten. Man könnte also sagen, so wie die Feiertage ausgefallen sind, war Ihr Verhalten im vergangenen Jahr.

Ich für mich selbst glaube, dass ich 2004 brav gewesen bin. Ich war deshalb recht zuversichtlich, dass ich unter dem Weihnachtsbaum belohnt werde. Das meinte auch der Weihnachtsmann, denn ich bekam eine Autobatterie, einen alkoholgetränkten Schwamm und Elektroden. Tatsächlich bekam ich alles, was ich mir gewünscht hatte: Weltfrieden, glückliche Kinder und das Ende der Drohung eines Atomkrieges. Nun ja, ich bekam ein Video von Miss World, die beabsichtigt, für all diese Dinge zu kämpfen, und da wird das schon irgendwie klappen.

Aber nicht jeder hatte so viel Glück wie ich. Viele wachten am Morgen des 25. auf und sahen nichts als einen leeren Fleck, wo eigentlich ihr iPod hätte stehen sollen. Nicht alle diese Leute, egal was der Weihnachtsmann auch sagen mag, haben sich nicht gut benommen. Die Wahrheit ist, dass man anderen und zwar insbesondere den Online-Verkäufern solcher Produkte, die Schuld geben muss.

Obwohl es viele Voraussagen gegeben hatte, dass die Online-Verkäufe in diesem Jahr gewaltig ausfallen würden, waren viele Online-Händler einfach nicht darauf vorbereitet, den Bedarf zu decken. Nur ein paar Tage vor Weihnachten waren die Zeitungen und Webseiten voll von Geschichten über nicht gelieferte Bestellungen, und fehlende CDs und die ganze Schande landete aus erster Hand auf den Türschwellen der Händler selbst.

Aus einem Bericht der Times ging hervor, dass Tausende von Amzon-Kunden mit langen Verzögerungen bei ihren Bestellungen zu rechnen hätten. Obwohl Amazon diese Anschuldigung zurückwies und sagte, dass die Verzögerung nur Kunden betreffe, die iPods erwarten, nahmen die Leute, die iPods bestellt hatten, dies doch ziemlich ernst. Aufgrund von Veränderungen in den Lieferbeziehungen bei anderen CD-, Buch- oder DVD-Lieferfirmen wurden die Kunden ihren Vermutungen überlassen, ob ihre Bestellungen versandt wurden, Verzögerungen auftraten, die Bestellungen nicht erhältlich sind oder überhaupt existierten.

Einige Berichte nannten den Verkaufs-Boom “beispiellos” und in vielen Fällen fanden sich die Firmen als Opfer ihres eigenen Erfolges wieder.
Amazon berichtete, dass sie Bestellungen mit einer Rate von 32 bits pro Sekunde weltweit im Weihnachtskaufrausch eingeloggt haben und dass sie eine große Anzahl von iPods verkauft hätten.

Dies könnte auch erklären, warum nicht jeder, der sich einen iPod gewünscht hat, auch einen bekam. Aber die Voraussagen für eine Rekordsaison im vorigen Jahr wurden zu ungefähr jenem Zeitpunkt gemacht, als die Geschäfte anfingen Weihnachtsartikel zu verkaufen – und zwar im Februar- , dieser Ansturm ist also keine Entschuldigung.

Meinen Zeugnissen zufolge habe ich mein BWL-Studium mit einem A-Level abgeschlossen und gehe deshalb davon aus, dass ohne Lieferung die Nachfrage zwecklos ist und ohne Erfüllung die Lieferung irrelevant.

Viele Firmen mistrauen jetzt den Online-Verkäufern und werden nächstes Jahr vielleicht nicht online einkaufen, auch wenn die meisten von ihnen im letzten Monat mehr Waren über das Internet gekauft haben als in den letzten zwei Jahren.

Die Online-Händler können die Schuld nur sich selbst geben – und wenn sie den Weihnachtsmann noch einmal wieder sehen wollen, müssen sie sich zusammenreißen und Ideen entwickeln, die sicherstellen, dass sie den Bedarf, über den sie sich so freuen, auch decken können und somit ihre Kunden glücklich und zufrieden machen. Ach ja, und schickt doch 50.000 Pfund in gebrauchten Scheinen zu einer Service-Station auf der M25 bis Mittwoch 12 Uhr.

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