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E-Mail erstickt am Spam

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Unternehmen könnten es bald mit juristischen Problemen zu tun bekommen, wenn sie nicht mehr unternehmen, um Spam auszufiltern. Zudem müssen sie auch den Schutz ihrer Instant-Messaging-Systeme verbessern, meint Martin Butler.

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Wenn Sie es wie ich geschafft haben, der Versuchung zu widerstehen, in der Ferienzeit jeden Tag Ihre E-Mail zu prüfen, war es nach Neujahr wahrscheinlich Ihr erster Job, die gewaltigen Massen unerwünschter Nachrichten wegzuschaffen. Es sieht so aus, als hätten wir zwar über Spam geredet, seit es E-Mail gibt, es aber nicht geschafft, Spam zu stoppen.

Gesetzliche Maßnahmen haben, wenn überhaupt, geringe Auswirkungen. Die Androhung harter Strafen ist ein zahnloser Tiger, soweit es um die Urheber dieses sinnlosen Mülls geht. Wenn es allerdings nicht gelingt, Leute am Versenden unerwünschter Mail zu hindern, muss eine Lösung gefunden werden, die näher bei den Empfängern liegt.

Spam ist nicht nur lästig, sondern kann auch eine hassenswerte und bedrückende Form der Kommunikation sein. Wie krank einige dieser Leute sind, zeigte sich kürzlich, als es jemand für lustig hielt, falsche Informationen an die Familien von Personen zu schicken, die nach der Tsunami-Katastrophe vermisst wurden. Nur jemand, der ausgesprochen krank ist, kann Vergnügen daran finden, Menschen anzulügen, dass ihre Verwandten für tot erklärt worden seien.

Das mag kein Spam in dem Sinne sein, wie er mit den vielen unerwünschten Nachrichten assoziiert ist, die uns jeden Tag begrüßen; aber es hat dieselben Wurzeln. Letztlich geht es um das Wissen, dass wir nicht in der Lage sind, irrelevanten Content von unserem Posteingang fernzuhalten, egal wie sehr wir uns bemühen.

Was Unternehmen in der Zukunft schaden wird, ist die Frage des Inhalts, nicht des Volumens. Sicherlich ist es nicht mehr lange hin, bis ein Gericht entscheiden wird, dass ein Unternehmen für die Inhalte verantwortlich ist, die auf den Desktops seiner Angestellten auftauchen – dementsprechend wird auch Schadensersatz zu leisten sein.

Wenn bewiesen werden kann, dass es Software gibt, die verhindert, dass solche Inhalte den Posteingang erreichen, könnten die Gerichte entscheiden, dass die Unternehmen Schuld haben, wenn sie diese Programme nicht einsetzen. Die Verwendung von Spam-Filtern ist aber nicht ausreichend. Der Inhalt von E-Mail muss auf dem Server geprüft werden, bevor die Mail verteilt wird. Wir müssen mit den Lippenbekenntnissen zur Spam-Bekämpfung aufhören und etwas unternehmen.

E-Mail hat das Schicksal des gesamten Internets erlitten: Die irren haben das Irrenhaus übernommen

Das Spam-Problem hat Unternehmen dazu gezwungen, nach alternativen Kommunikationsformen zu suchen. Instant Messaging am Arbeitsplatz nimmt in den Firmen zu, befindet sich aber bereits unter Beschuss der bösen Buben im Internet. Zu Recht sind die Arbeitgeber besorgt, dass die Produktivität sinkt, wenn das Personal E-Mail erhält, die für seine Aufgaben irrelevant ist. Soll Instant Messaging nicht dasselbe Schicksal ereilen wie E-Mail, müssen schnelle Kontrollmechanismen etabliert werden.

Für E-Mail könnte es bereits zu spät sein. In vielerlei Hinsicht hat E-Mail das Schicksal des Internets als ganzem erlitten: Die Irren haben das Irrenhaus übernommen.

Vor Jahren wurde ich gefragt, ob ich der Meinung sei, wir benötigten ein zweites, separates Internet, eines das besser kontrolliert und verwaltet werde. Ich war mir nicht sicher, wie das funktionieren sollte, aber es gibt eindeutig ein Bedürfnis, Kontrolle über das Übertragungsmedium und die Inhalte, die darüber verbreitet werden, zurückzugewinnen. Es ist klar, dass wir nicht länger mit der Umgebung weitermachen können, die wir jetzt haben.

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