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Katastrophen-Management: IT setzt die Welt ins Bild

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Die Nutzung von Internet und Video bei der jüngsten Katastrophe in Asien zeigt einige Möglichkeiten, wie Technologie Apathie und Gleichgültigkeit entgegenwirken kann.

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Bis vor wenigen Tagen hatte ich für meinen Kommentar geplant, die 10 wichtigsten IT-Vorsätze für das Jahre 2005 zu benennen – immer eine verlässliche Lösung für den ersten Beitrag des Jahres.

Dann aber übernahmen die Naturereignisse die Kontrolle. Bevor ich das üppige Weihnachtsmahl verdaut und mich auf den Weg zum PC begeben hatte, um über schwerwiegende IT-Themen nachzudenken, trafen die ersten Nachrichten über den schrecklichen Tsunami in Asien ein.

Zuerst klangen sie schlimm, aber – wie so oft bei solchen Ereignissen – weit entfernt. Als weitere Informationen kamen, sah es nach einem großen Unglück aus.

Natürlich gibt es berechtigte Sorge, dass über Katastrophen, von denen Bewohner der reichen westlichen Welt betroffen sind, nicht ausgewogen berichtet wird, selbst wenn sie sich nur in deren Urlaubsparadiesen abspielen. Es gab – und gibt weiterhin – die ganze Zeit Naturkatastrophen und solche, die von Menschen ausgelöst werden. Alles richtig, aber dies war nichts desto trotz eine riesige Katastrophe, die nach einer gewaltigen Reaktion verlangte.

Und was mir wirklich auffiel, war der Umstand, dass viele der IT-Technologien, die in den letzten Jahren zum Teil des Lebens der Anwender geworden sind, sich als diejenigen erwiesen haben, die unter den chaotischen Umständen die besten Informationen lieferten und die beste Kommunikation ermöglichten.

Frühe Meldungen und Bilder kamen von Amateuren, die Photo-Handys, Digitalkameras und DV-Video-Kameras nutzten. Und es sieht so aus, als seien es diese Kleintechnologien und relative einfache Lösungen wie Blogs gewesen, die sich bei der Verbreitung von Informationen am nützlichsten erwiesen haben.

Es gibt Beispiele von Message-Boards von Überlebenden, von Blogs, die möglichen Helfern Informationen gaben, und so weiter.

Dann gibt es noch diejenigen Sites, die man sich ungerne ansieht, die aber ergreifend sind. Nicht nur Nachrichten-Sites, sondern auch Blogs, die Privat-Viedos und -Bilder oder Analysen zusammentragen. Vielleicht ist es voyeuristisch, sich solche Sites anzuschauen, aber sie vermitteln auch ein unmittelbares Gefühl dafür, wie sich ein gewöhnlicher Tag am Strand in wenigen Sekunden in ein Desaster verwandeln kann. Vielleicht hilft diese Unmittelbarkeit uns, die Krise ein wenig besser zu verstehen. Einige der Videos sind aus dem Fernsehen bekannt, aber ohne die Kommentare von Moderatoren wirken sie umso erschreckender, da sie zeigen, wie sich ein Paradies in reinen Horror verwandeln kann.

Und natürlich sind im Internet elektronische Online-Spenden zu einem wichtigen Teil der Tätigkeit aller Hilfsorganisationen geworden.

Andere Aspekte dieses Bildes sind weniger positiv, aber allzu bekannt. Abschaum wie E-Mail-Phisher und Scammer sind angesichts der Katastrophe unglaublicherweise intensiv damit beschäftigt, Hilfsgelder auf ihre eigenen Bankkonten zu lenken.

Die fragmentierte Technologie von Internet, Satellitenkommunikation, Handys und Niedrigpreis-Film- und Fotogeräten könnte einen wichtigen Part bei der Organisation der Soforthilfe und bei der Motivierung normaler Leute gespielt haben, ihr Scheckbuch zu zücken, selbst wenn dadurch auch üble Leute angeregt wurden, im Chaos ihren persönlichen Vorteil zu suchen.

Aber wenn es in dieser Tragödie eine Lektion für die IT gibt, ist es vielleicht, dass Wert und Macht mancher dieser Technologien überdacht werden sollten, die die User bereits in den Händen halten und jederzeit zur Verfügung haben.