vergleichstest: KVM-Switches
Effektive Fernkontrolle

Netzwerke

KVM-Umschalter mit LAN-Anschluss ermöglichen die Fernadministration verteilter Server. Sie sind Zeit sparend und Kosten senkend. Sechs KVM-Switches mit WLAN-Anschluss auf dem Prüfstand.

Diese Produkte haben wir verglichen

vergleichstest: KVM-Switches

Guntermann & Drunck CAT Center X8 + Acxos
Guntermann & Drunck Controlcenter 4/n + Acxos
Adder Smartview World SVW4x16
Raritan Dominion KX232
Belkin Omniview Enterprise
Minicom Advanced Systems Phantom MX IP + Phantom Specter II


Tastatur-Video-Maus-Umschalter

vergleichstest: KVM-Switches

Sind die Abteilungen einer Firma auf mehrere Gebäude oder Standorte verteilt, so hat der Administrator oft nicht die Zeit, für die Bedienung der verteilt aufgestellten Server von einem Serverraum zum nächsten zu laufen oder zu fahren. Er möchte sich vielmehr das Monitorbild und die Steuerung der Server an seinen Arbeitsplatz im Büro holen. Außerdem will er unabhängig vom Betriebssystem des Zielrechners sein. Und um beispielsweise Bios-Einstellungen während der Bootphase aus der Ferne zu ändern, benötigt er während des gesamten Startvorgangs Zugriff auf den Remote-Rechner. Das kann Fernsteuerungssoftware wie PC Anywhere oder Netop nicht leisten. Programme dieser Art setzen ein lauffähiges Betriebssystem voraus.

Die Lösung heißt KVM over IP. KVM steht für Keyboard, Video und Mouse, und KVM over IP ist der Sammelbegriff für Tastatur-Video-Maus-Umschalter mit IP-Anbindung über einen Netzwerkanschluss. Das bedeutet, diese Umschalter lassen sich nicht nur von einem physisch anwesenden Administrator bedienen, sondern auch über jede beliebige Internet-Verbindung.

Verglichen mit den Modellen aus dem vorangegangenen KVM-Test arbeiten immer weniger Geräte mit starren und schlecht verlegbaren traditionellen KVM-Kabeln. Sie unterstützen vielmehr Twisted-Pair-(TP)-Verkabelung mindestens gemäß Kategorie 5 (Kat5). Die TP-Verkabelung ist nicht gleichbedeutend mit der IP-Fähigkeit eines Switches, sie stellt lediglich ein vorteilhafteres Verbindungsmedium dar als KVM-Kabel.

Die Vorzüge von TP sind vielfältig: Vom Umschalter bis zum angeschlossenen Server sind 15 bis 20 Meter Entfernung überbrückbar, das Kabel selbst ist platzsparender und leichter zu verlegen. Außerdem ist gegebenenfalls die vorhandene Inhouse-Netzwerk-Verkabelung nutzbar. Diese Leitungen stehen dann allerdings dem EDV-Netz nicht mehr zur Verfügung. Nur der Adder Smartview World SVW4x16 und der Belkin Omniview Enterprise nutzen noch dedizierte KVM-Kabel, alle anderen Geräte im Test setzen nunmehr auf Twisted-Pair-Verkabelung.


Guntermann & Drunck CAT Center X8

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Das CAT Center X8 überzeugt durch seine sehr kompakte und redundante Bauweise mit doppelten Netzteilen und zweifacher LAN-Anbindung. Eigene Clients für Windows und Linux gewährleisten performantes Arbeiten auch über langsame WAN-Verbindungen. Dafür muss der Käufer eine hohe Investition tätigen.


Testverfahren

vergleichstest: KVM-Switches

Alle KVM-Umschalter werden in einem kombinierten Netzwerk mit Fast-Ethernet- und GBit-Switch getestet. An jeden Umschalter sind mehrere Client-PCs stellvertretend für die verteilten Server angeschlossen, weiterhin dienen ein VGA-Monitor und eine PS/2-Tastatur sowie PS/2-Maus als lokale Konsole. Die Tester prüfen die Umschalter neben einem kabelgebundenen Modell auch mit einer handelsüblichen Funktastatur-Funkmaus-Kombination, um die Funktionalität auch unter diesem im Serverumfeld eher seltenen Aufbau zu untersuchen. Das Ergebnis: Im Test treten mit der Funkvariante keinerlei Probleme auf.

Die Grafikauflösungen der zu steuernden Rechner sind auf 1024 x 768 und 800 x 600 Punkte eingestellt. Für den Zugriff über IP sind zwei Konsolen-PCs unter Windows XP Professional in das Netzwerk eingebunden, deren Grafikauflösung beträgt 1280 x 1024 Punkte. Damit ist es möglich, auf den Konsolen die jeweiligen Client-Bildschirme ohne zusätzliche Scrollleisten abzubilden. Das ist übrigens für die Praxis für ein komfortables Arbeiten auf den Remote-Rechnern allgemein zu empfehlen.

Der erste Blick gilt der Erstinbetriebnahme der Umschalter im Netzwerk. Die Tester dokumentieren zunächst, welche Möglichkeiten zur Vergabe der IP-Adresse beziehungsweise zur allgemeinen Erstkonfiguration bestehen. Soweit möglich, stellen sie die Adresse über die lokale Konsole ein, das ist der einfachste Weg. Wird dies nicht unterstützt, geben sie einem der Konsolen-PCs eine passende IP-Adresse im gleichen Subnetz und konfigurieren auf diesem Weg den Umschalter. Außerdem wird versucht, eine Konfiguration über die serielle Schnittstelle vorzunehmen. Dazu wird das von Windows mitgelieferte Hyperterminal verwendet.


Testergebnisse im Überblick

vergleichstest: KVM-Switches