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Gartner erwartet hartes Jahr für IT-Führungskräfte

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2005 wird nach Meinung von Gartner ein schwieriges Jahr für CIOs. Wer sich nicht auf Änderungen einstellt, muss mit Kündigung rechnen.

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Gartner kommt in seinem Jahresrückblick 2004 zu der Voraussage, dass auf Chief Information Offifers (CIOs) eine Menge Ärger wartet ? sie werden ihre Business-Fähigkeiten verbessern müssen, um Teil des Vorstands zu werden. Außerdem werden sie zunehmend schwierigere IT-Architekturen managen müssen und ihre Planungen wesentlich vorausdenkender zu gestalten haben.

Längerfristig müssen die CIOs entscheiden, welche Art von Karriere sie einschlagen wollen. Sie können dabei entweder für die langfristige Rolle als Industriespezialisten optieren oder für die kurzfristige der Change-Manager.Gartner empfiehlt CIOs, sich jetzt für einen Karriereweg zu entscheiden und damit anzufangen, in die notwendigen Qualifikationen zu investieren, um selbst aktiv zu werden und nicht dem Markt die Entscheidung zu überlassen.

Der langfristige Trend zum Outsourcing wird sich fortsetzen, aber es wird auch eine Gegenbewegung geben, bei der manche Systeme zurückverlagert werden. Unternehmen, die ihr Outsourcing nicht gut planen, werden unter Systemausfällen zu leiden haben und keine andere Wahl haben, als Systeme selbst zu betreuen, warnt die Analystenfirma.

“Trotz der Tatsache, dass IT als Arbeitsbereich bereits schwierig genug ist, werden die Dinge immer komplexer”, meint John Mahoney, Leiter der Marktforschung für IT-Management und -Services bei Gartner. “Leitende IT-Mitarbeiter müssen den Schwerpunkt von ihren technischen Qualifikationen auf Beziehungsnetzwerke, Flexibilität und Geschäftsabläufe verlagern. Im Grunde geht es um einen anderen IT-Führungsstil.”

Mahoney erläutert, dass beispielsweise in Frankreich die Mehrheit der CIOs keinen IT-Hintergrund habe und dass künftige CIOs ihre Business-Erfahrung erweitern müssten, damit sie ihren technischen Fähigkeiten gleichkommt. Er empfiehlt, dass CIOs Verantwortung in Nicht-IT-Projekten übernehmen sollten, um sich gegenüber dem Vorstand zu beweisen. Außerdem sollten sie Werbung in eigener Sache für sich und ihre Abteilungen machen.

Die Studie von Gartner deutet auf ein fundamentales Problem hin: Leitende Mitarbeiter nehmen IT als Barriere und nicht als Möglichkeit für Wachstum wahr. Die Software-Industrie trägt zu der Komplexität bei, mit der CIOs konfrontiert sind, da sie in zunehmendem Maße versucht, Kunden in spezielle Software-Systeme einzubinden.

“Wir gelangen zurück zu den Einschränkungen, mit denen man in der Mainframe-Ära zu tun hatte, als man sich für eine Architektur entschied und ein Gesamtpaket kaufte”, meint Mahoney. “Die Komplexität rührt von der Art der Veränderungen und der Struktur des Geschäftsfelds her. Man kann inzwischen ein Software-Ökosystem so wenig steuern wie das Wetter.”

Das Gesamtbild für das nächste Jahr ist laut Gartner ungewiss, sowohl für CIOs als auch für das Geschäft. “Das wird ein mehr als unsicheres Jahr für Planungen”, findet Mark Raskino, Marktforschungsleiter für Geschäftsabläufe bei Gartner. “Die Firmenlenker setzen auf Wachstum, und die IT muss das unterstützen; allerdings können sich die Planungen ändern, da das Jahr nicht vorherzusagen ist. Die Wahrscheinlichkeit eines worst case-Szenarios ist gestiegen, was am sinkenden Vertrauen in die amerikanische Ökonomie liegt.”

Eins ist sicher: Es wird weniger Jobs geben. Gartner schätzt, dass die IT-Abteilungen 2008 nur noch halb so viele Mitarbeiter haben werden wie 2000.
Von den 50 Prozent, die gehen müssen, wird die Hälfte eine neue Stelle in der IT-Dienstleistungsindustrie finden, und die Hälfte dieser Jobs wird sich an einem anderen geographischen Ort befinden.