Jahresrückblick 2004: Sicherheit
Nicht nur MyDoom und Unheil

IT-ManagementIT-ProjekteNetzwerk-ManagementNetzwerkeSicherheitSicherheitsmanagementVirus

Sicherheit ist auch in der IT-Rezession ein wichtiges Thema geblieben, und das letzte Jahr hat einige große Fortschritte, aber auch ein paar Rückschläge mit sich gebracht.

Jahresrückblick 2004: Sicherheit

Sicherheit ist auch in der IT-Rezession ein wichtiges Thema geblieben, und das letzte Jahr hat einige große Fortschritte, aber auch ein paar Rückschläge mit sich gebracht.

Das Jahr begann mit der Nachricht, dass ein Wurm aufgetaucht war, der den Systemverwaltern das ganze Jahr über das Leben schwer machen sollte. MyDoom wurde im Januar in freier Wildbahn entdeckt und startete im Folgemonat eine Denial-of-Service-Attacke gegen Microsoft.

Dieses Unternehmen hatte im Folgemonat weiteren Ärger, als das FBI den Verdacht überprüfte, dass Code gestohlen worden sei. Leider sah keiner der Agenten, die sich auf dem Campus in Seattle herumtrieben, auch nur annähernd so gut aus wie Gillian Anderson.

Zu einem Duell der finsteren Art kam es Anfang März, als zwei Virenschreiber-Banden aneinander gerieten und den IT-Systemen der Welt zeigen wollten, welche die schlimmere war. MyDoom, Bagel und Netsky sollten das ganze restliche Jahr ein Problem bleiben.

Im April wurde in Großbritannien ein Phisher verhaftet das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit und ein Signal dafür, dass die Polizei weltweit deutlich besser zusammenarbeitet, um Online-Kriminelle zu fassen.

Der Mai sah die Geburt von Sasser. Der deutsche Teenager Sven Jaschan setzte den Code frei, der in Minuten um die ganze Welt wanderte und so bekannte Namen wie Goldman Sachs in die Knie zwang. Als Microsoft eine Belohnung in Höhe von einer Million Dollar auslobte, wurde Jaschan von seinen Kumpels verpfiffen.

Im Juni wurde eine Vorhersage Wahrheit, als der erste Handy-Virus auftauchte. Er wurde für ein Produkt der russischen Virengruppe 29a gehalten. Der Konzept-Code-Proof enthielt keine gefährlichen Elemente und verbreitete sich via Bluetooth. Obwohl sich die Verbreitung insgesamt in engem Rahmen hielt, kam es in Singapur zu einem kleineren Virenausbruch.

Microsoft musste im Juli einen weiteren Schlag hinnehmen, als CERT, das Sicherheitsgremium der US-Regierung, empfahl, den Internet Explorer wegen seiner geringen Sicherheit nicht zu benutzen. Eine Menge Leute entschied sich für die Open-Source-Alternative Firefox, so dass der Anteil von Microsoft am Browser-Markt zum ersten Mal seit Jahren unter 90 Prozent fiel.

Nach viel Hype und vielen Verzögerungen wurde Windows XP Service Pack 2 im August den Herstellern zur Verfügung gestellt. Es dauerte einen weiteren Monat, bis die Endkunden von den Sicherheitsverbesserungen profitieren konnten, aber Microsoft brach immerhin mit einer althergebrachten Unternehmensregel und verbreitete den Code über Beilage-CDs von Magazinen. Da SP 2 jedoch eine umfassende Revision von Windows XP bedeutet, erwarten viele Analysten, dass es in den meisten Firmen erst im nächsten Jahr installiert wird.