Bitkom: Sicherheitslücke bei digitaler Übertragung von Steuerdaten ans Finanzamt

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Deutsche Firmen sollten ihre Einzugsermächtigung an die Finanzämter wegen einer Sicherheitslücke bei der Datenübertragung von Umsatz- und Lohnsteuer kündigen. Dies hat der Branchenverband der Telekom- und Internetwirtschaft, Bitkom, geraten. Grund sei die fehlende Identitätsprüfung bei dem von den Finanzämtern verwendeten Programm “Elster”.

Es sei damit sehr einfach möglich, “Steuerdaten fremder Unternehmen ohne technische Hürden zu manipulieren und finanzielle Schäden anzurichten”. Unternehmen sind vom 1. Januar 2005 an verpflichtet, ihre Umsatz- und Lohnsteuer dem Finanzamt online zu melden. Dabei müssen sich die Unternehmen aber nicht authentifizieren. “Somit ist es jedem möglich, die Umsatz- und Lohnsteuer für jedes beliebige Unternehmen anzumelden, sofern er dessen Namen und Steuernummer kennt”, warnte die
Bitkom
-Steuerexpertin Anja Olsok. Diese Daten müßten jedoch auf die Rechnungen der Unternehmen gedruckt werden: “Somit sind sie allen Geschäftspartnern und Kunden bekannt.”

Unternehmensfremde könnten so “mit wenigen Mausklicks völlig überhöhte Umsatzsteuern oder Lohnsteuern melden”, warnte Olsok. Da die Finanzämter meist Einzugsermächtigungen für die Steuervorauszahlungen besäßen, drohe Unternehmen der vorübergehende Verlust von Liquidität.

Die Finanzämter wollen laut Bitkom erst zum Jahresbeginn 2006 das Verfahren sicher machen. Dann solle geprüft werden, ob der Absender eines Steuerformulars auch zur Steueranmeldung berechtigt ist. Der Einsatz einer digitalen Signatur scheiterte demnach bislang an ihrer mangelnden Verbreitung. Zudem seien viele Finanzämter dafür technisch nicht ausgerüstet. (ah)
( – testticker.de)

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