Vergleichstest: Antiviren-Software
Starkes Immunsystem

SicherheitVirus

Antivirenprogramme sollen Angriffe auf den PC abwehren. Doch wiegen sich Anwender häufig in falscher Sicherheit: Der Test von 11 Produkten zeigt, dass der Schutz manchmal löchrig ist.

Diese Produkte haben wir verglichen

Vergleichstest: Antiviren-Software

Panda Titanium Antivirus 2004
McAfee Virusscan 2005
Softwin Bitdefender 8 Standard
Trend Micro PC Cillin Internet Security 12
Kaspersky Antivirus Personal 5.0
Symantec Norton Antivirus 2005
Gdata Antivirenkit 2005 Professional
F-Secure Antivirus 2005
H+B EDV Antivir Windows Workstation 6.28
Norman Virus Control 5.7
Grisoft AVG Antivirus Personal 7.0


Überweisungen auf fremde Konten

Vergleichstest: Antiviren-Software

Die Gefahr ist real und bedroht Privatanwender und Firmen gleichermaßen. Computerviren verursachen laut
BSI
inzwischen einen jährlichen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe. Trotzdem ist nur auf etwa 85 Prozent aller PCs eine Antiviren-Software installiert. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung von AOL und der
NCSA
in den USA: Dort surft ebenfalls fast jeder siebte Computernutzer ohne Virenschutz. Dabei ist jeder fünfte Rechner mit mindestens einem Computervirus infiziert.

Die wachsende Gefahr seitens der Software-Schädlinge verursacht nicht nur Kosten durch den Arbeitsausfall in Firmen und den aufwändigen Virenschutz. Viren, Würmer und Trojaner finden auch vermehrt Einsatz im Bereich der organisierten Kriminalität.

So spioniert der über einen Link in E-Mails verbreitete Trojaner Bizex-E (auch als Small.AZ bekannt) unter dem Internet Explorer PIN- und TAN-Nummern für das Homebanking aus. Es wurden Fälle von Kunden großer deutscher Banken bekannt, bei denen dann mit den gestohlenen Daten Überweisungen über mehrere tausend Euro auf ausländische Konten veranlasst wurden.

Insofern ist die Investition in eine funktionsfähige Virenabwehr das kleinere finanzielle Übel. Aber wie ein Test von elf aktuell in Deutschland erhältlichen Antiviren-Programmen im Labor von PC Professionell zeigt, bieten nicht alle Produkte einen wirklich umfassenden Schutz. Einige wiegen den Anwender in trügerischer Sicherheit, während Parasiten die löchrige Abwehr ohne allzu große Probleme überwinden können.


Panda Titanium Antivirus 2004

Vergleichstest: Antiviren-Software

Neben der sehr guten Erkennungsrate von über 98 Prozent beim Scan der kompletten Virensammlung besitzt Panda Antivirus auch eine überdurchschnittliche Reinigungsfunktion. Dabei ist das Scanmodul das zweitschnellste im Test.

Unempfindlich gegen Manipulationen am eigenen Programmcode, behält diese Antiviren-Software auch im Fall einer Infektion die Kontrolle über aktive Schädlinge. Das Wächtermodul wehrt alle In-the-Wild-Viren zuverlässig ab und bremst den Rechner dabei nicht allzu stark: eine rundum gelungene Antiviren-Lösung.


Die beste Antiviren-Software

1. Panda Titanium Antivirus 2004: 97,6
2. McAfee Virusscan 2005: 83,4
3. Softwin Bitdefender 8 Standard: 82,9
4. Trend Micro PC Cillin Internet Security 2005: 80,2
5. Kaspersky Antivirus Personal 5.0: 77,9
(maximal 100 Punkte)


Hochgiftige Mixtur

Vergleichstest: Antiviren-Software

Elf aktuell in Deutschland erhältliche Antiviren-Programme müssen sich im Testlabor gegen 18224 verschiedene Viren, Würmer und Trojaner in insgesamt 22280 infizierten Dateien behaupten. Diese hochgiftige Mixtur besteht aus den Viren der letzten verfügbaren
Wildlist
. Dort stellen internationale Experten die Schädlinge zusammen, die aktuell im Umlauf sind. Zusätzlich ist die Sammlung mit der Statistik des renommierten
Virus Bulletins
abgeglichen. Ergebnis: Die Test-Viren decken 97,0 Prozent der Epidemien der letzten drei Jahre ab für 2004 liegt die Quote bei 99,6 Prozent. Von allen seit Beginn der Aufzeichnungen 1995 beobachteten Infektionen spiegeln sich immerhin 88,0 Prozent in der Sammlung wider.

Anhand dieser Virenbibliothek werden Erkennungs- und Reinigungsraten ermittelt. Die Suchdauer geht ebenso in die Wertung ein wie die Bremswirkung des Virenwächters. Letztere wird anhand eines Kopiervorgangs ermittelt, der einmal mit und einmal ohne Virenwächter durchgeführt wird. Damit der Festplattencache diese Messung nicht verfälscht, wird er zwischen den Kopierdurchgängen geleert. Um den Schutz der Antivirenprogramme gegen Manipulationen zu überprüfen, verändern die Tester die Programmdateien mit einem Hexeditor. Weitere Sicherheitslücken deckt der Scan einer stark verschachtelten Archivdatei auf.

Zu guter Letzt müssen die Kandidaten im Ernstfall-Test einen mit zwei aktiven Viren infizierten PC reparieren. Damit die Viren bei den verschiedenen Testdurchgängen keinen Schaden anrichten können, dienen virtuelle PCs unter VM Ware als Testplattform. Durch diese Zwischenschicht ist das Antivirenlabor außerdem besonders ausbruchsicher. Auf dieser Plattform sind Windows XP und Microsoft Office mit Outlook installiert. Den virtuellen Rechnern leiht ein Pentium 4/2800 mit 512 MByte Arbeitsspeicher seine Rechenpower. Der Festplattenplatz beträgt dabei jeweils 4 GByte.


Testergebnisse im Überblick

Vergleichstest: Antiviren-Software