Special, Teil II
Geheim-Akte 2005

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Im zweiten Teil unserer Zukunftsaussichten für 2005 dreht sich alles um HD-DVD-Rekorder, TV-taugliche TFT-Monitore und sehr schnelle Notebooks.

Ins Blaue speichern

Special, Teil II

Mit 16fachem Schreibtempo für einmal beschreibbare Medien haben die DVD-Rekorder ihr maximal mögliches Brenntempo erreicht schneller geht es aufgrund physikalischer Limits nicht.
Was bleibt, ist Tuning im Detail: Wer Medien 16fach und in guter Qualität brennen will, sollte noch bis Anfang 2005 warten erst dann werden Hersteller ihre Laufwerks-Firmware so weit optimiert haben, dass beim Schreiben keine Probleme mehr auftreten. Da einmal beschreibbare Medien ausgereizt sind, werden die Geschwindigkeiten für Double-Layer-Medien und wieder beschreibbare DVDs nach oben geschraubt. Anfang bis Mitte 2005 steigt das Brenntempo für zweischichtige und wieder beschreibbare Rohlinge auf 8fach. Aber auch hier wird letztlich nicht mehr als 16faches Tempo möglich sein.


Formatkampf: Blu-Ray und HD-DVD

Special, Teil II

Die Nachfolger der DVD, Blu-Ray und HD-DVD, stehen schon längere Zeit in den Startlöchern und sind mit Speicherkapazitäten jenseits der 20 GByte vor allem zum Speichern von hoch auflösendem Filmmaterial prädestiniert. Die ersten HD-DVD-Player für PCs kommen Ende 2005 unter anderem von NEC und sollen rund 300 Euro kosten. Passende Rekorder sind aber nicht vor 2006 erhältlich. Wie schon bei der DVD versuchen Verfechter der zueinander inkompatiblen Formate Blu-Ray-Disc (BD) und HD-DVD, ihre Technik als Standard zu etablieren. Nur so viel ist klar: Das Format mit dem größten Filmangebot setzt sich durch. Damit liegt die Entscheidung letztlich in der Hand der Hollywood-Filmstudios. Auf lange Sicht droht den Anwendern die gleiche Formatschlacht wie bei der DVD.


Ab 2007 nur noch Serial-ATA

Special, Teil II

Schneller, höher, weiter heißt die Devise für künftige Festplattenspeicher. 2005 sind unter anderem bei Hitachi 120 GByte pro Platter und damit Kapazitäten jenseits der 500 GByte Standard. Festplatten mit Serial-ATA-II-Support lösen im gleichen Jahr die Serial-ATA-I-Modelle vollständig ab. Die dritte Generation der seriellen Datenspeicher soll schließlich 2007 auf den Markt kommen und laut Spezifikation für Transferraten von bis zu 600 MByte pro Sekunde gut sein.

Es ist allerdings fraglich, ob die Festplatten bis zu diesem Zeitpunkt bei den Datentransferraten derart zulegen können. An Serial-ATA führt jedoch früher oder später kein Weg vorbei: Bis 2007 hat Serial-ATA die parallele Variante vollständig ersetzt. Bis dahin werden beide Festplatten-Interfaces nebeneinander existieren und sich in Sachen Performance auch 2005 nicht viel nehmen. Aktuelle Festplatten gehören damit im nächsten Jahr keineswegs zum alten Eisen.


Drei Megapixel-Kameras im Handy

Special, Teil II

Beginnend mit 2005 spielen drei Megapixel bei den Kompaktkameras kaum noch eine Rolle, wandern dafür aber in Form von Kameramodulen in künftige Fotohandys ab, zum Beispiel von Casio oder Sharp. Die Produkte bieten derzeit bis zu 1,2 Megapixel Auflösung, allerdings sind bereits die ersten 2-Megapixel-Modelle angekündigt.

Bei Digitalkameras wird neben zunehmend steigender Auflösung immer mehr Wert auf die interne Nachbearbeitung von Fotos und auf ausgefeilte Fotografierhilfen gelegt. Mehr dazu steht auch im Vergleichstest von Photokina-Neuheiten. Auch 2005 und später heißt der Trend Benutzerfreundlichkeit: Größere Displays, kompaktere Kameras durch keramische Linsen und noch einfacherer Datenaustausch stehen im Vordergrund.


Bewegte Bilder in Perfektion

Special, Teil II

Auch wenn im Drucker-Bereich keine technologische Revolution zu erwarten ist, lohnt es sich trotzdem, bis 2005 zu warten. Denn die Preise für Drucker werden nächstes Jahr nochmals sinken. Der Grund: Multifunktionsgeräte und Farblaser setzen die Einzelmodelle gehörig unter Druck.

Der Marktanteil der Tintenstrahl-Multifunktionsgeräte wuchs 2004 um rund 50 Prozent auf Kosten der einfachen Tintenstrahldrucker. Besonders Hersteller wie Dell werden mit günstigen Geräten wie dem All-in-one-Modell 922 für 106 Euro den Preiskampf weiter anheizen.

Bei den Laserdruckern wird es nächstes Jahr bunt. Zwar sind derzeit noch über 90 Prozent der verkauften Laserdrucker mit Monochrom-Druckwerken ausgestattet, doch Farblaser konnten gegenüber dem Vorjahr 250 Prozent Zuwachs verzeichnen für 2005 ist ein ähnliches Wachstum vorhergesagt. Farblaser werden 2005 günstiger. Zum dritten Quartal 2005 wird die 400-Euro-Grenze für Farblaser laut Schätzungen der Hersteller deutlich unterschritten. Schon jetzt kratzen Drucker wie der Epson Aculaser C900 oder Konica Minolta 2300w an der 400-Euro-Grenze.

Auch Heimkino- und Datenprojektoren werden im kommenden Jahr noch wesentlich preiswerter. Der Preissturz macht sich nicht nur bei veralteten SVGA-Modellen (800 x 600 Bildpunkte) bemerkbar, auch XGA-Beamer (1024 x 768) profitieren davon. Bereits im zweiten Quartal werden Hersteller wie Anders und Kern XGA-Heimkino-Modelle für unter 750 Euro anbieten.

Hersteller von Heimkino-Projektoren setzen bei den zukünftigen Geräten immer stärker auf die HDMI-Schnittstelle, mit der Video- und Audio-Signale digital übertragen werden. Damit sind die Geräte auch für die verlustfreie HDTV-Darstellungen sehr schneller Bildsequenzen geeignet.

Der Trend geht weiter zu DLP-Modellen. Zwar gibt es bei preiswerten DLP-Heimkino-Modellen unter 900 Euro noch leichte Farbverfälschungen, DLP-Chips mit verbesserten Spiegeln werden dieses Manko aber beheben. Mit der neuen Generation von DLP-Chips der Firma Texas Instruments ist dann auch eine 10-Bit-Farbverarbeitung bei preiswerten Projektoren möglich. 1024 Graustufen und über eine Milliarde Farben lassen sich damit theoretisch darstellen.

Erste Modelle wie der Z3 von Sanyo sind bereits mit dieser DLP-Generation bestückt. Dennoch: Grafikkarten berechnen Farben derzeit nur mit 8 Bit. Erst wenn auch Grafikkarten mit einer 10-Bit-Verarbeitung ausgestattet werden, lässt sich das volle Potenzial der neuen Beamer ausnutzen. Dazu ein Firmensprecher von Anders und Kern: »Wir werden Anfang nächstes Jahr einige Heimkino-Beamer mit den neuen DLP-Chips versehen, um für zukünftige Standards gerüstet zu sein«. Ab wann es auch passende 10-Bit-Grafikkarten geben wird, ist noch nicht klar.


Highspeed-TFTs setzen Maßstäbe

Special, Teil II

Bereits zum Jahreswechsel wollen Benq und Viewsonic schnelle 17-Zöller mit einer Responsezeit von 8 Millisekunden in die Händlerregale stellen. Doch es geht noch schneller: 2005 will Benq sogar die Marke von 6 Millisekunden knacken. Spätestens dann rückt die Geschwindigkeit in den Hintergrund. Dennoch: In puncto Bildqualität müssen die Hersteller bei den schnellen und ausschließlich mit TN-Panels ausgerüsteten LC-Displays dringend nacharbeiten. Eingeschränkte Blickwinkel und matte Farben sind ein Manko. Wer auf einen besonders weiten Blickwinkel und eine gute Farbdarstellung Wert legt, muss auch 2005 weiterhin auf IPS- oder MVA-Modelle zurückgreifen.


Auch Mobil mit zwei Herzen

Special, Teil II

Vom ewigen Intel-Konkurrenten AMD wird es vorerst keine einschneidenden Neuentwicklungen im Mobil-Segment geben. Zumindest nicht bis Anfang 2006. Erst dann will der Hersteller eine Notebook-CPU vorstellen, die zwei Prozessorkerne (Dual Core) mitbringt und so im Idealfall bis zu 100 Prozent mehr Tempo liefern soll.

Intel setzt ebenfalls auf Dual Core, will damit aber bereits Ende 2005 auf den Markt kommen. Welche Taktfrequenzen die neuen Prozessoren (Codename Yonah) haben werden, steht noch in den Sternen. Sie dürften aber unter den aktuellen liegen, da sonst die Energieaufnahme jedes Maß
übersteigt. Warten auf Yonah sollten nur die, die gerade erst ein aktuelles Notebook gekauft haben. Denn angesichts der noch zu lösenden technischen Probleme ist das Startdatum alles andere als fix.

Gleichzeitig läutet Intel mit den Yonah-CPUs die Phase der dritten Centrino-Generation ein. Die unter dem Codenamen Napa angekündigte Plattform wird neben den neuen Prozessoren auch neue Wireless-Module mitbringen. So will Intel neben Wireless LAN (802.11 a/b/g) auch Module für den brandneuen Weitverkehrs-Funkstandard Wimax in die Notebooks integrieren.

Bevor es aber so weit ist, will Intel in der ersten Januarwoche 2005 seine komplett überarbeitete Centrino-Plattform vorstellen; also quasi Centrino 2. Derzeit noch unter dem Codenamen Sonoma bekannt, bringt der Nachfolger Techniken wie PCI Express mit 533 MHz schnellem Front-Side-Bus und flotterer Grafik (integriert und diskret), S-ATA-Festplatten und 7.1-Sound in die Notebook-Welt eine echte Mobil-Revolution.

Wie flott ein Centrino-2-Notebook ist, konnte PC Professionell bereits Mitte September auf dem Intel Developer Forum in San Francisco mit einem Prototypen testen. Das Notebook war mit einer 1,87-GHz-Dothan-CPU (Pentium M 750) und einer ebenfalls der Vorserie entstammenden Nvidia-PCI-Express-Grafikkarte (Geforce Go 6600 GT, Chip NV43) ausgestattet. In dieser Konfiguration erzielt das Notebook bei Doom 3 (Auflösung 1024 x 768 Pixel) mit 33,7 Frames pro Sekunde einen ähnlichen Wert wie eine Mittelklasse-Karte für Desktop-PCs. Wer gar nicht genug Leistung bei einem Notebook bekommen kann, sollte auf die für Anfang 2005 erwarteten Sonoma-Modelle warten.

Wie aus Industriekreisen zu hören ist, bezahlt der Anwender so viel Leistung mit einer geringeren Akkulaufzeit. Ohne genaue Zahlen zu nennen, bestätigte ein hochrangiger Notebookmanager gegenüber PC Professionell, dass die Laufzeiten von Sonoma-basierten Notebooks um etliche Prozentpunkte unter denen der aktuellen Centrino-1-Generation liegen werden.


Palm heiratet Handy

Special, Teil II

Im PDA-Segment wird 2005 endgültig der Schwenk hin zu Smartphones stattfinden. Repräsentieren diese Mischungen aus Handy und PDA bislang nur einen kleinen Teil des Marktes, sieht vor allem Palmsource seine Zukunft im Smartphone-Markt. Der Entwickler des populären Palm OS hat seine kommende OS-Version namens Palm OS 6.1 (Codename »Cobalt«) weiter konsequent auf die Verwendung als Smartphone-Betriebssystem getrimmt. Die wichtigsten Neuerungen unter der Haube des Systems kommen den Entwicklern von Handy-Funktionen zugute. Palmsource will es den Herstellern leichter machen, von Konkurrenzsystemen wie Symbians Series 60 umzusteigen. Und auch für den Endanwender lohnt sich das Warten auf Cobalt wegen der deutlich schickeren Bedienoberfläche.