Skurriler Spam-Prozess: Richter lehnt Geständnis ab

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Eigentlich war die Sache klar: Ein ehemaliger Mitarbeiter von AOL hatte sich schuldig bekannt, 92 Millionen E-Mail-Adressen gestohlen und an Spam-Versender verkauft zu haben. Der zuständige Richter allerdings ist sich nicht sicher, ob das nach der aktuellen Gesetzeslage in den USA überhaupt eine kriminelle Handlung war.

Der ehemalige
AOL
-Softwareingenieur Jason Smathers, dem Diebstahl und Verkauf von 92 Millionen E-Mail-Adressen zur Last gelegt wurden, hatte sich laut AP eigentlich der ?Verschwörung und des Transportes von gestohlenem Eigentum über die grenzen eines Bundesstaates? für schuldig bekennen wollen.

Dafür sollte es eine Gefängnisstrafe von 18 Monaten bis zwei Jahren geben. Der Richter des New Yorker Bundesgerichtes, vor dem der Fall verhandelt wird, sieht die Lage allerdings anders. Das neueste Anti-Spam-Gesetz nämlich nennt vorsätzliche Täuschung als Voraussetzung für eine Straftat und die sieht der Richter hier nicht gegeben.

Der Richter hat der Anklage jetzt bis zum 12. Januar Zeit gegeben zu erläutern, weshalb Smathers nach dem neuen Gesetz belangt werden kann. Der Angeklagte überlegt derweil, ob er sein Geständnis nicht vielleicht doch wieder zurückziehen will. (dj)

Autor: heike
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