Analyse: Software-Verwaltungssysteme
Software-Paket von Microsoft baut Kontrollmöglichkeiten aus

IT-ManagementIT-ProjekteNetzwerk-ManagementNetzwerkeSoftware

Mit der “Dynamic System”-Initiative zielt Microsoft darauf ab, mit einem Management-Paket konkurrierenden Produkten wie Tivoli und OpenView Dampf zu machen.

Microsoft kann von den Fehlern anderer lernen

Analyse: Software-Verwaltungssysteme

Beim jährlichen IT Forum im November kündigte Microsoft an, dass die neue Dynamic Systems Initiative (DSI) zu einem umfassenden Windows-orientierten Management-Paket führen werde, mit dem Angeboten wie der Windows-basierten Implementation von OpenView von HP und Tivoli von IBM Konkurrenz gemacht werden soll.

DSI soll Dritte zu ermutigen, eigene Management-Packs rund um MS-Systeme zu entwickeln

DSI wird entworfen, um Dritte zu ermutigen, eigene Management-Packs zu entwickeln, die mit den Tools von Microsoft zusammenarbeiten und die Verwaltung heterogener Infrastrukturen verbessern. Es gibt bereits einige Plug-Ins von dritten Anbietern, die es den Tools des Microsoft Operations Manager (MOM) ermöglichen, beispielsweise mit Linux-Servern zusammenzuarbeiten. DSI verspricht jedoch, solche Fähigkeiten noch weiter zu entwickeln.

“Kann Microsoft sich des Erfolges sicher sein, wenn andere Anbieter in der Vergangenheit versagt haben?”, fragte Jon Collins von der Analystenfirma Quocirca. Er fügt hinzu: “Microsoft kann von den Fehlern Anderer lernen.”

Keine service-basierte Infrastruktur im Alleingang
Microsoft hat erkannt, dass es nicht möglich ist, im Alleingang eine umfassende servicebasierte Infrastruktur anzubieten. Die Unterstützung von Anwendungsanbietern wird erforderlich sein, um DSI mit einem weiten Feld von Technologien zu integrieren. Die Analysten sind sich allerdings nicht einig, wie weit diese Integration gehen wird. “DSI wurde entwickelt, um auf Windows-Software zu laufen, also ist das nicht die selbe Botschaft wie die, die die Anbieter offener Systeme geben,! meint Michael Azoff von der Analystenfirma Butler Group.

Collins von Quocirca argumentiert, dass DSI vor allem von der Erkenntnis von Microsoft getrieben wird, dass das Unternehmen seine eigenen Umgebungen besser verwalten muss. “Aber der zweite Grund ist der Umstand, dass Microsoft Partnerschaften mit anderen Unternehmen eingeht, um eine Managment-Umgebung für ein weites Feld von Technologien anzubieten”, fügt er hinzu. “Microsoft hat artikuliert, weshalb es ein Plattform-Unternehmen ist und in der Lage ist, viel breiteren Management-Support anzubieten als Wettbewerber-Technologien – vor allem Linux -, ohne dass Microsoft sich selbst kompromittieren musste.?

Michael Emanuel, Product Management Director bei Microsoft für Windows und Enterprise Management, erklärt, “Das Ziel von DSI ist es, Anwendungen zu haben, die ein Bewusstsein davon umschließen können, was sie sind, was sie für ihre Gesundheit benötigen, und welche Ressourcen sie brauchen, um ihre Aufgabe zu erledigen. Angestrebt ist eine Veränderung der Art und Weise, wie Anwendungen aufgebaut werden, um diese Ziele zu erreichen.”

Azoff von der Butler Group meint, dass der Support durch Management-Pakete von Drittanbietern für den Erfolg von DSI von entscheidender Bedeutung sei. “Microsoft baut MOM Management Packs in seine Produkte ein, und Dritt-Entwickler können das mit ihren Produkten ähnlich machen. Der Nachteil von eingebauter Instrumentierung ist, dass Tools zur Performance-Verwaltung von Anwendungen [von Microsoft-Konkurrenten] unter diesen Umständen effektiver sind, wenn die Entwickler nicht auch Management-Packs anbieten.”

Emanuel erklärt, “[Firmen, die ein effizientes Management haben wollen,] müssen die Intelligenz in jedem Teil des Systems einbauen. Der Ausfall eines Ventilators beeinträchtigt vielleicht nicht die Service-Ebene, aber für die Person, die für die Ventilatoren zuständig ist, könnte dies einen Einsatz bedeuten. MOM funktioniert als Screening-Prozess. Es kann mit Tivoli und HP OpenView zusammenarbeiten, vor allem weil es sehr gut darin sein kann, fehler und Problem zu entdecken, die andere nicht finden. Ziel ist es, eine gesunde Windows-Umgebung innerhalb einer heterogenen Infrastruktur anzubieten.”

Microsofts “Plattform-plus-Partner-Ansatz” unterscheidet sich von CAs und IBMs Framework-Struktur
Collins von Quocirca meint, “Microsoft definiert einen Plattform-plus-Partner-Ansatz, der sich sehr stark von dem Framework-Ansatz unterscheidet, der von Unicenter [von CA], Tivoli, BMC Patrol und OpenView in der Vergangenheit vertreten wurde. Diese Konkurrenten sind daran gescheitert, die echte Komplexität und Variabilität eines Datenzentrums zu managen. Der abweichende Ansatz von Microsoft könnte gut mehr Erfolgschancen haben und dadurch zu einer wichtigen Herausforderung für die etablierten Framework-Anbieter werden.”

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Beteiligung von Microsoft an der Erarbeitung von Standards. Emanuel weist darauf hin, dass das Unternehmen bereits mit Sun, Intel und AMD an dem vorgeschlagenen WS-Management-Standard arbeitet, der bereits existierende WS-Protokolle wie WS-Eventing, WS-Enumeration und WS-Discovery für das Management verwendet. Das Ziel ist seiner Meinung nach die Unterstützung von Selbsterkennung und Selbstverwaltung von Anwendungen und Infrastruktur, bei der alle Anwendungen die selben vier oder fünf Kernstandards benutzen, so dass sie auf jeder beliebigen Plattform angewendet werden können, vom größten Netzsystem bis hin zum Smartphone.


Auf einen Blick

Analyse: Software-Verwaltungssysteme

Auf einen Blick:

  • Die Dynamic Systems Initiative (DSI) von Microsoft wurde ins Leben gerufen, um ein Management-Paket zu entwickeln, das mit Angeboten wie OpenView von HP konkurrieren kann.
  • Drittanbieter sollen ermutigt werden, Plug-In-Management-Packs zu entwickeln.
  • Der Erfolg von DSI könnte entscheidend von dieser Drittanbieter-Unterstützung abhängen.