Neue Supercomputer-Ranglisten
IBM zurück an der Superrechner-Spitze

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Die neue Liste der weltweit schnellsten Supercomputer ist erschienen: Zwei amerikanische Großrechner verweisen den Japaner Earth-Simulator auf Platz drei.

Die schnellsten Supercomputer

Neue Supercomputer-Ranglisten

Zweimal im Jahr blicken Mathematiker, Technik-Freaks und führende Industriekonzerne gespannt auf die neue Liste der weltweit schnellsten Supercomputer.

Denn jeweils im November und im Juni wird diese neu geordnet. Ende 2004 fiel die Aktualisierung der so genannten
Top 500
besonders spektakulär aus. Gleich zwei amerikanische Großrechner verwiesen den japanischen Großrechner Earth Simulator auf Platz drei. Dieser führte das Ranking mehr als zwei Jahre lang mit weitem Abstand an.

Gemessen wird die Leistungsfähigkeit von Großrechnern in Teraflops. »Flop« bezeichnet die Anzahl an Fließkomma-Operationen pro Sekunde (Floating Point Operations per Second). IBM, Hersteller des neuen Spitzenreiters, verweist stolz darauf, dass deren System Blue Gene/L DD2 mit 70,7 Teraflops knapp doppelt so schnell ist wie die japanische Konkurrenz (35,8 Teraflops). Dabei sollte der im Lawrence Livermore Laboratory in Minnesota stationierte Blue Gene/L (
www.research.ibm.com/bluegene
) den Earth Simulator ursprünglich mit nur 36,01 Teraflops schlagen.

Kurz vor der Top-500-Aktualisierung wäre der Plan, Earth Simulator von der Spitze zu stoßen, fast gescheitert: Denn die NASA hatte mit »Columbia« einen weiteren Rechner angekündigt, der es auf über 50 Teraflops bringen sollte (
www.nas.nasa.gov/About/Projects/ Columbia/columbia.html
). Dies dürfte bei IBM den Ausschlag dafür gegeben haben, in Windeseile eine weitere Blue-Gene-Ausbaustufe fertig zu stellen. Mit Erfolg: Columbia belegt nun Platz zwei. Auf dem vierten Rang hat sich ein europäischer Rechner etabliert: »Mare Nostrum« erzielt eine Leistung von 20,5 Teraflops und kommt an der Universität Barcelona für die Erforschung von Proteinen und Genen zum Einsatz.

Nun rüsten sich Institute weltweit für die nächste Runde im Kampf um die Plätze: Für Mare Nostrum ist der Einbau von 1000 CPUs vorgesehen, um rund 40 Teraflops zu erreichen. Auch die NASA plant bei Columbia den Einbau weiterer Einzelsysteme mit je bis zu 512 CPUs. Dies ficht Blue Gene nicht an: In der letzten Ausbaustufe soll dieser 360 Teraflops erreichen und so eine Million Mal schneller sein als PCs mit rund 200 Megaflops.