E-Commerce
Stürmische Zeiten fürs Weihnachtsgeschäft

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Die Kunden haben die Nase voll zunehmenden Online-Betrügereien, und die Banken reden von Gebühren. Es wird Zeit für die Online-Händler zusammenzuarbeiten, um die Schurken zu bekämpfen, erklärt David Neal.

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Das Weihnachtsfest nähert sich so subtil wie ein Soap-Star dem roten Teppich, und alles strömt in die Geschäfte. Ein paar Leute werden sich vernünftig verhalten und sich nicht durch die glühweintrunkenen Massen kämpfen, sondern zu Internet und E-Commerce greifen.

Aber ist es wirklich vernünftig online einzukaufen? Auch wenn die Suche am Schreibtisch angenehmer sein mag als das Gedrängel in den Einkaufsstraßen – neue Studien von St. Bernard zeigen, dass einige Büros bis zu zwei Arbeitstage dadurch verlieren werden, dass die Beschäftigten im Dezember E-Commerce-Sites durchstreifen -, sollten die User vorsichtig sein.

Betrug ist das Sorgenkind des E-Commerce. Es geht nicht um Liefer-Probleme – wer ist schon zu Hause, wenn Pakete geliefert werden? Und es geht auch nicht um die Preise – die Online-Angebote haben zu Preissenkungen in den Einkaufsstraßen geführt.

“Das Verhalten der Online-Käufer ist wie mit einem Portemonnaie herumzulaufen, das aus der Gesäßtasche heraushängt oder jedes Mal die PIN laut herauszuposaunen, wenn nach ihr verlangt wird.”

Ein Großteil des Problems liegt darin, dass Käufer oft sehr angreifbar sind. In der Offline-Welt wäre ihr Verhalten das Äquivalent dazu, mit einem Portemonnaie herumzulaufen, das aus der Gesäßtasche heraushängt, oder jedes Mal die PIN laut herauszuposaunen, wenn nach ihr verlangt wird.

Etwa zwei Drittel der Internet-User kaufen online keine Produkte, weil sie annehmen, dass sie irgendwie betrogen werden. Die Studie der Anti-Betrugs-Firma ClearCommerce kam zu dem Ergebnis, dass Kunden nur dann in derartigen Menschentrauben kaufen werden, wie man sie in Kaufhäusern sieht, wenn sie das Gefühl haben, dass die Anbieter alles in ihrer Macht Stehende tun, um sie vor Gefahren zu schützen.

Der britischen Association of Payments and Clearing Services (Apacs) zufolge entstand im letzten Jahr ein Schaden von rund 200 Millionen Euro bei “Karte-nicht-präsent”-Betrügereien, und selbst wenn ein gewisser Teil davon auf Telefonbetrug zurückzuführen ist, haben E-Betrüger den größten Brocken davon einkassiert.

Es sieht so aus, das viele Online-Verkäufer nicht genug tun, um den Usern Sicherheit zu geben. Man muss nur an Online-Banking denken – fast alle Banken waren hier Opfer von Phishing-E-Mails. Einige Banken waren sogar gezwungen, ihre Dienste einzustellen, da ihre IT-Sicherheitsabteilungen wie kopflose Hühner herumrannten anstatt die Problem zu lösen.

Kommendes Jahr wird online für etwa 2,6 Milliarden Euro betrogen
Die Banken unternehmen etwas gegen die Betrügereien, aber neue Vorschläge, dass die Betrugsopfer die Kosten selbst tragen sollten, können die Skeptiker nicht gerade überzeugen.

Eine andere Studie aus dem letzten Monat geht davon aus, das die Online-Händler im nächsten Jahr von Online-Kriminellen um etwa 2,6 Milliarden US-Dollar bestohlen werden.

Von diesen Verlusten werden vor allem die Händler selbst betroffen sein, dank der Regeln die für Online-Bezahlung und Kredit- und Geldkartenverifizierung gelten. Sie lassen sich aber nicht mit einem “Naja, so ist das Leben” abhaken. Der Kunde wird es zu spüren bekommen – sei es in Form steigender Preise oder mühseligerer Bezahlungsabläufe. Aber die Anbieter stecken in einer Zwickmühle. Sie haben die Möglichkeit, legitime Transaktionen abzulehnen, wenn sie ein wenig merkwürdig aussehen – aber Kunden, die man fälschlicherweise mit hochrotem Kopf ablehnt, werden wohl kaum zurückkehren (das kann der Besitzer jedes Bräunungsstudios bestätigen).

Es wird also Zeit, dass die Händler zusammenarbeiten und gemeinsam mit Justizbehörden und Finanzdienstleistern eine Lösung erarbeiten, die den Betrügern ein für alle Mal die Tür vor der Nase zuschlägt.

Wenn sie das schaffen, könnten wir nächstes Jahr in der Situation sein, dass nicht nur der Weihnachtsmann fragt, ob wir auch schön brav waren.