Weil keiner weiß was wahres Leben bedeutet
Real Life

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IT-Sicherheit ist der Ernst des Lebens. Computerspiele schaffen entspannten Ausgleich. Doch lesen Sie erst Werner Tiki Küstenmachers Report über das grandioseste Spiel aller Zeiten.

Weil keiner weiß was wahres Leben bedeutet

Real Life ist das bisher am leichtesten zugängliche und am weitesten verbreitete Multiplayer-online-Rollenspiel. Unzählige Charaktere mit verschiedensten Fähigkeiten und Schwächen, die gigantische Auswahl von Schauplätzen und ein ständig wachsendes Angebot möglicher Aktivitäten machen Real Life zum Top-Hit für alle, denen bisherige Game-Designs zu flau und unrealistisch sind.

Ein Spiel von gewaltigen Ausmaßen ?
Herausragendes Feature von Real Life ist seine dichte Population und die Intensität von Abenteuern, mit denen es die Mitspieler in den Bann schlägt. Doch zuweilen wird es auch anstrengend, denn die Spieldesigner haben auf eine Pausenfunktion gänzlich verzichtet. Zusätzlichen Kick bezieht Real Life aus dem strengen Limit: nur ein Leben pro Spieler.
Trotz seiner enormen Verbreitung ist Real Life nicht ohne Bugs und Einschränkungen. Etwa, dass der User bei Spielbeginn keine Auswahl hat, seine eigene Spielfigur zu bestimmen. Weder Geschlecht, Hautfarbe noch Startlocation sind wählbar. Im weiteren Verlauf dagegen gibt es ein Universum von Entfaltungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Sie können Ihren Haarstil tunen, sich von der Sonne oder der Chemie bräunen lassen und aus einer unübersehbaren Zahl von Kleidungsstücken auswählen. Auch die gesundheitliche Fitness und Ihre figürlichen Ausmaße haben Sie vollständig in der Hand. Wie viel Sie trainieren, Ihre Art der Ernährung und wie viel Sie schlafen alles hat direkten Einfluss auf das Aussehen und die Leistungsfähigkeit Ihres Game-Characters. Sogar plastische Operationen, Tattoos und Piercings sind möglich. Derzeit steht jedoch nur die Spezies Mensch zur Auswahl.


? mit langwierigem Spielverlauf ?
Die Handlung fasziniert vor allem durch das völlig offene Ende und überzeugt durch die gelungene Mischung von Strukturiertheit und Entscheidungsvielfalt. Bedienfreundlich ist der Spieleinstieg. Neulinge werden von älteren Characters mit längerer Spielerfahrung eingewiesen. Das gelingt nicht automatisch und lässt bei aller Abhängigkeit eine Menge Spielraum für spannende Auseinandersetzungen. Real Life besitzt ein integriertes Bestrafungs- und Belohnungssystem. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass die Startphase ziemlich langweilig sein kann. Das bei den meisten Mitspielern integrierte Schulpflicht-Feature sorgt zwar für Entwicklung, ist aber nach Ansicht der Spielkritiker zu langsam und uneffizient.
Real Life belohnt in einem bisher in der Spielewelt nicht dagewesenen Maß die Zusammenarbeit. Wer sich in der öden Schulphase des Spiels mit anderen verbündet, wird mit einem Zuwachs an Spielspaß belohnt.


? und enormen sozialen Features
Auch im weiteren Verlauf sind die Gruppenbildungs-Optionen überragend. Das Highlight von Real Life stellt die integrierte Erotik-Engine dar. Hier sind die Entwickler über sich hinausgewachsen und haben Myriaden möglicher Lusterlebnisse integriert.
In den letzten Releases von Real Life können Geschlechter- und Geschmacksgrenzen fast unbegrenzt übersprungen werden. Das bisher schönste Feature von Real Life, der Zweier-Modus, hat allerdings etwas gelitten. Es ist so schwierig geworden, Partnerschaften stabil zu halten, dass immer mehr Spieler vorzeitig aufgeben und die Fortpflanzungsoption, das essenzielle Merkmal von Real Life, ungenutzt lassen. Ein Ende des Spiels ist angesichts der hohen Spielerzahl dennoch nicht in Sicht.