Multimedia wohin man schaut
Der WC-PC

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Der PC im Wohnzimmer das sind Konzepte von gestern. Mit Microsofts Media Center Extender folgt die digitale Revolution dem Anwender bis aufs stille Örtchen. Werner Küstenmacher kennt die Details.

Multimedia wohin man schaut

Clever, clever: Microsoft will mit seinem Media Center Extender neues Terrain erschließen. Der PC soll in jedem Wohnzimmer stehen, verknüpft mit Fernseher und Surround-Anlage. Wie unser Topspion Werner Tiki Küstenmacher erfahren hat, ist das jedoch nur der Anfang einer neuen Runde der Computerrevolution.

Das Villa-Dilemma
Bill Gates hat bei seiner genialen Strategie zur Eroberung der guten Stube übersehen, dass nicht alle Menschen so wie er in Riesenvillen residieren. Im weltweiten Durchschnittshaushalt ist der PC längst im Wohnzimmer angekommen, weil dort zwischen Esstisch und Fernsehsessel der Schreibtisch für den Zweit- und Drittberuf des überlasteten Normalbürgers steht. Bleibt als lukratives Terrain konsequenterweise nur das in jedem Haushalt vorhandene gewisse Örtchen. Erst dann stimmt die Parole: PC everywhere!

Software für ganz unten
Die erforderliche Software ist bereits entwickelt. Als zentrale Verwaltungsplattform fungiert Microsoft Output, das nach dem guten alten EDV-Leitsatz arbeitet: »Wenn man Scheiße eingibt, kommt auch Scheiße raus.« Integriert sind die Spezialanwendungen Microsoft Excrement, das den Output in vielfältiger Weise grafisch aufbereitet, und Microsoft PowerPress. Alles wird bildschön designt und zusammengefasst in der Microsoft Offpiss Suite Home Edition, geschmückt mit dem sinnigen neuen »Open-the-Window!«-Logo. Für größere Betriebsklos gibt es zwei Corporate Versions (Ladies und Gentlemen), mit denen sich bis zu 64 Kabinen elegant vernetzen lassen.

Deckel zu!
Highlight ist das Sit-Down-Modul. Es widmet sich der gigantischsten Erziehungsaufgabe in der Evolutionsgeschichte: den Mann zum Sitzpinkler umzuschulen. Die Lokus-Software unterstützt das Vorhaben mit zwei Produkten: Microsoft FrontPlatsch ist eine groß angelegte multimediale Sammlung abschreckender Beispiele des Danebengehens. Microsoft Acsetz zeigt Prominente als Vorbilder des gepflegten Platznehmens.

Hardware fürs Weiche
In Sachen Gerätschaften steuert Intel, den spritzwassergeschützten Klozessor Pentium bei. Von Microsoft direkt kommt wie immer das lukrative Kleinzeugs wie der funkgesteuerte Zwei-Tasten-Seifenspender mit 3-D-Scroll-Rad für schnelles Schmieren. Simpel zu installieren dank der brandneuen Kack-&-Play-Technologie.
Selbst wenn alle Visionen vom papierlosen Büro und Haushalt Wirklichkeit werden auf der Toilette wird es weiterhin dringend gebraucht. So haben die Druckerhersteller die Marktlücke früh erspäht und Rollenprinter bereitgestellt, die mit Öko-Tinte auf hautfreundlich-saugfähiges Material drucken. Ein Traum wird wahr: Gemütlich sitzend die neuesten E-Mails lesen und danach stilvoll einem sinnvollen Verwendungszweck zuführen. Das ist doch charming, oder?

Es eilt!
Microsoft wird sich bei der Vermarktung ranhalten müssen, denn schon gibt es Gerüchte, dass der freche kleine Pinguin sich anschickt, dazwischenzupinkeln. Und das wäre für die US-Strategen die Katastrophe, wenn die Menschen lizenzfrei auf dem Lokus hocken könnten! Und am Ende ihrer mehrmals täglich stattfindenden Sitzmeditationen vielleicht sogar auf den abwegigen Gedanken kämen, Windows-Software sei fürn Arsch.