IT-Markt
Wer lernt, bleibt im Geschäft

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Weiterbildung wird wahrscheinlich bei IT-Karrieren in den nächsten Jahren eine größere Rolle spielen, da sich der Qualifikationsmangel bemerkbar macht und eine bestimmte Art von Jobs vom Offshoring bedroht ist, meint Martin Courtney.

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Ein IT-Job ist nicht mehr so gut bezahlt wie früher, Überstunden werden erwartet, und die ständige präsente Gefahr des Outsourcing wächst von Woche zu Woche. Gibt es also 2005 überzeugende Gründe, eine IT-Karriere anzusteuern?

Es gibt in diesem Bereich natürlich eine Reihe von Leuten, die einfach nichts anderes können – die Verzweifelten, die sich regelmäßig die ernste Frage stellen “Wenn nicht IT, was dann?!. Eine konstruktive Antwort finden sie nie.

In dieser Jahreszeit verfallen viele in eine alkoholverursachte Nabelschau, und es schadet nie, von Zeit zu Zeit alternative Karriereoptionen zu bedenken. Die Realität ist jedoch, dass die meisten Leute in der IT-Branche gut daran täten, da zu bleiben, wo sie sind.

Sieht man nämlich einmal von den Horror-Stories über schrumpfende Gehaltspakete und Massenentlassungen ab, ist es offensichtlich, dass dieser Sektor immer noch eine Reihe von Vorteilen hat. Alle Belege deuten darauf hin, dass IT-Jobs im Durchschnitt immer noch ein höheres Gehalt bieten als andere Weißkitteljobs, die keine professionelle Qualifikation verlangen.

Es gibt auch Meldungen, die darauf hindeuten, dass es auf dem IT-Arbeitsmarkt zu einem chronischen Engpass von Fachkräften kommen wird, sowohl was Spezialisten als auch Experten angeht. Und jeder Beruf, in dem technisches Talent allein auf der Grundlage hoch geschätzt wird, dass nicht viele Leute darüber verfügen, muss allen attraktiv erscheinen, die die Fähigkeiten und den Willen haben, sich die notwendigen Qualifikationen zu verschaffen.

Die größte Sorge bleibt das Offshoring-Phänomen. Der relativ gesunde Zustand der IT-Wirtschaft hat die Auswirkungen des Offshorings hier zumindest abgedämpft.

Sollte es in diesem Bereich aber im nächsten Jahr wieder zu einem Abschwung kommen, könnte es sein, dass viel teures Computer-Personal, das hierzulande ausgebildet wurde, feststellen muss, dass die Wirtschaft keinen Platz mehr für sie hat. Das wird ihnen die Wahl lassen, sich entweder umschulen zu lassen oder sich billiger zu verkaufen, um mit der Konkurrenz aus den Schwellenländern mitzuhalten – ein unangenehmer Gedanke, wenn man an die hiesigen Lebenshaltungskosteen denkt.

Umschulung zu etwas anderem, selbst in einer IT-nahen Disziplin, ist mit Abstand die attraktivste Option. Wer bewiesen hat, dass er mit einem oder mehreren komplexen technischen IT-Problem zu Rande gekommen ist, vielleicht sogar von Null aus, hat wahrscheinlich noch mehr Möglichkeiten. Es gibt viele Weiterbildungskurse, die Grundwissen vermitteln; die meisten können danach in ihrem neuen Job weiterlernen.

Natürlich gibt es weitere Gründe, im IT-Bereich zu bleiben. Einer davon ist, dass man vielleicht wirklich gerne mit Technologie arbeitet oder die Firma mag, in der man arbeitet. Sich mit obskuren Problemen herumzuschlagen, alter Hardware neues Leben einzuhauchen, sich zum ersten Mal mit neuen Technologien zu befassen oder ein ganzes Netzwerk aus dem Nichts aufzubauen – das alles sind praktische und intellektuelle Herausforderungen, die den Schlüssel zu lebenslangem Glück darstellen könnten.

Wenn einem nur die Vorstände genug Zeit ließen, das alles zu tun.