Enterprise Software
Große Veränderungen bei Software-Preismodellen

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Das Wachstum von Technologien wie Multi-Core-Prozessoren wird die Software-Lizenzierung komplizierter machen, aber die Anbieter könnten sich einige Tricks vom Preismodell von Microsoft abgucken, meint Martin Banks.

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Weshalb ist Microsoft so groß und so viele andere Anbieter so klein oder tatsächlich nicht existent? Eins ist sicher – mit Technologie hat das wenig zu tun. Andere Anbieter haben sich ähnlich gewaltige Ideen einfallen lassen. Nein, es hat alles damit zu tun, wie Microsoft seine Geschäfte betreibt.

Man kann von der Technologie von Microsoft halten, was man will, aber die Firma hatte in großem Stil Erfolg, weil sie das Interesse von Leuten geweckt hat, die Unternehmen führen.

Wenn also Microsoft sein Business-Modell ändert, und vor allem die Art und Weise, wie Software-Lizenzen berechnet werden, gibt es dafür einen guten Grund, und das neue Modell könnte gut von anderen Software-Anbietern kopiert werden.

Die Technologien, die die Bedingungen für die Software-Lizenzierung verändern, sind Virtualisierung und Konsolidierung und Multi-Core-Prozessoren.

Hardware- und Systemverwaltungs-Tools haben sich in den letzten Jahren beachtlich weiterentwickelt, was immer mehr Firmen dazu ermutigt hat, ihre Server – oft Tausende davon – zu einer wesentlich kleineren Gruppe von großen Multiprozessorsystem herunterzukonsolidieren. Und Virtualisierungs-Software ermöglicht es den Unternehmen, diese konsolidierten Kapazitäten effizienter zu nutzen.

Inzwischen gibt es billigere Multi-Core-Prozessoren. Intel Xeon und AMD Opteron, beides Dual-Core-Chips, sollen im nächsten Jahr erhältlich sein und bald Standard werden; ihnen werden Four-Core-Chips folgen.

Sie werden alle mit 64bit arbeiten, auch wenn einige von ihnen dazu benutzt werden, 32bit-Anwendungen auszuführen. Die daraus resultierenden Systeme werden leistungsstark genug sein, um Unix-Server und Mainframes herauszufordern.


Neue Prozessoren – die Software-Kosten könnten dramatisch steigen

Gelöst werden müssen allerdings Fragen der Software-Lizenzierung, da ansonsten die Kosten für die Anwendungen bei einigen Multi-Core-Systemen dramatisch steigen könnten. Wie bereits berichtet, berechnen viele Anbieter die Lizenzen für Software auf Grundlage der Zahl von Prozessoren, auf denen sie läuft. Firmen, die Server aufrüsten, könnten daher unter deutlich höheren Preisen für ihre Anwendungen leiden.

Wird ein Dual-Prozessor-Server durch einen anderen ersetzt, der auf Dual-Core-Prozessoren beruht, könnte dies die Kosten für Software-Lizenzen verdoppeln. Als Resultat werden IT-Verantwortliche zunehmend ausgefeiltere Verwaltungs-Tools und -Systeme benötigen um festzustellen, welche Software auf welcher Hardware läuft – unnötig hohe Software-Gebühren müssen vermieden werden.

Vernachlässigen IT-Manager diesen Aspekt der Verwaltung, könnten ihre Firmen unabsichtlich die Bedingungen ihrer Software-Lizenzen brechen und Strafen zahlen müssen.

Ilya Bukshteyn von Microsoft weist darauf hin, dass die Software-Lizenzen von Microsoft bereits je Prozessor-Socket berechnet werden und nicht je Core, wie es Konkurrenten wie Oracle noch tun. Multi-Core-Chips verursachen so keine zusätzlichen Kosten.

Und hinsichtlich der Anforderungen der Virtualisierung erwarten Experten die Ankündigung flexiblerer Lizenzierungsmodelle im nächsten Jahr; in Kraft treten könnten sie 2007. Einige Beobachter hoffen, dass diese Modelle es einfacher machen, Software zu implementieren, die Teile von Prozessoren in virtualisierten Systemen nutzt, ohne dass ein kompliziertes und teures Preissystem entsteht.

Was auch immer sie von der Technologie halten – die IT-Verantwortlichen müssen genau wissen, um welche Summen es geht.