Telegate verklagt Deutsche Telekom auf 70 Millionen Euro

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Nach Meinung von Telegate hat die Telekom durch zu hohe Gebühren für Teilnehmerdaten potenziellen Konkurrenten den Markteintritt erschwert und ihr Monopol ausgenutzt.

Noch in diesem Jahr wird der Auskunftsdienstleister Telegate (11880) vor dem Landgericht Köln Klage gegen die Deutsche Telekom erheben. Das Unternehmen fordert die Rückzahlung von rund 70 Millionen Euro zuzüglich aufgelaufener Zinsen von dem Ex-Monopolisten. “Klagegegenstand sind die deutlich überhöhten Gebühren für die Bereitstellung von Teilnehmerdaten für alternative Telefonauskunftsanbieter, welche die Deutsche Telekom seit der Marktliberalisierung im Jahr 1996 bis heute europarechtswidrig in Rechnung gestellt hat”, so ein Sprecher heute in München.

Darüber hinaus prüft
Telegate
derzeit, ob weitergehende Schadensersatzansprüche gegen die
Deutsche Telekom
geltend gemacht werden können. Die vermeintlich überhöhten Datenkostenzahlungen führten insbesondere in den Anfangsjahren der Marktöffnung zu extremen finanziellen Belastungen des Unternehmens und damit zu einem klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Ex-Monopolisten, so der Dienstleister. Über eine diesbezügliche Klageerhebung wird das Unternehmen zeitnah entscheiden. Diese kann in Deutschland und bzw. oder auch in den USA erfolgen.

Rechtsgrundlage für die neuen juristischen Auseinandersetzungen zwischen Telegate und der Deutschen Telekom soll eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs bilden. Dieser hatte Ende November in einem Grundsatzurteil den Begriff “Datenkosten” definiert. Diese Definition entspreche nach Lesart des Klägers der Rechtsauffassung, die Telegate seit 1996 vertritt und bereits mehrfach vergeblich bei der deutschen
Regulierungsbehörde
(RegTP) zur Umsetzung eingefordert hatte. Die Entscheidung des höchsten europäischen Gerichts wird als “direkt bindend für deutsche Behörden und Gerichte” interpretiert. (dd)

(
de.internet.com
– testticker.de)

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