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Goliath schwankt

BrowserWorkspace

Firefox gewinnt nich nur durch seine Performance, sondern auch durch Marketingaktionen immer mehr an Popularität.

Unschlagbare Anzeigen-Aktionen

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Wie erreicht ein Open-Source-Programm so viel Aufmerksamkeit, dass selbst Max Mustermann etwas davon hört? Man bittet seine Unterstützer (
www.spreadfirefox.com
) um Spenden zur Finanzierung von Anzeigen in führenden Tageszeitungen. So geschehen beim Webbrowser Firefox. In den USA kamen in zehn Tagen über 250000 Dollar zusammen.

Eine gleichartige Aktion der deutschen Firefox-Community verlief ähnlich erfolgreich: 2361 Fans stifteten insgesamt 45000 Euro mehr als genug für die Bezahlung eines Inserats in der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung
. Zu Redaktionsschluss ist noch keines erschienen, dies soll jedoch »möglichst bald geschehen«, so Michael Bona vom IT-Unternehmen
Skilldeal
, das für die Anzeigen-Aktion zusammen mit Mozilla.org verantwortlich zeichnet.

Dass Firefox immer mehr Anhänger gewinnt, zeigt die Anzahl an Downloads: Bereits am 9. November, dem Erscheinungstag der Final-Version, wurde die Software über eine Million Mal heruntergeladen. Zehn Tage später liegt die Zahl bei rund 4,5 Millionen.

Mehr Komfort mehr Marktanteil

Die zunehmende Popularität von Firefox begründet sich nicht nur durch Marketingaktionen. Dass der Browser Vorteile gegenüber Microsofts Internet Explorer bietet, hat sich längst herumgesprochen. Selbst die

Washington Post
titelt im November: »Dank Firefox muss keiner mehr den IE erdulden.« Ein für die US-Presse ungewöhnlich deutliches Urteil.

Punkte sammelt der nach dem Katzenbär (Ailurus fulgens) benannte Browser vor allem bei der Bedienung: Tabbed-Browsing, dynamische Lesezeichen und eine ausgefuchste Suchfunktion sind nur drei der vielen Features, die der IE nicht oder nur eingeschränkt bietet. Dass Microsofts Webbrowser-Dominanz sinkt, ist bereits spürbar. Vom Marketing-Dienstleister
Adtech
stammt eine Momentaufnahme, die die Browser-Verteilung abbildet: Innerhalb 24 Stunden nutzten 7 Prozent aller europäischen Internet-Surfer die Seiten mit Adtech-Bannern aufriefen, Firefox oder Mozilla. 90,56 Prozent öffneten diese mit dem IE. Ein hoher Vorsprung, doch lag der Wert jahrelang bei 98 Prozent.

Ohne Sorge ist man auch in Redmond nicht: Just einen Tag vor Erscheinen der Firefox-Final veröffentlicht Microsoft diverse Add-ons für den Internet Explorer (
www.microsoft.com/windows/ie/addon
): Blog-Tools, Download-Manager, Sicherheits-Utilitys Plug-ins, die der Fuchs längst integriert hat.

Autor: natalie
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