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Ziemlich furchterregende Gerüchte aus den USA

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Gibt es speziell ausgebildete Agenten, die die Daten von Reisenden akribisch und effizient analysieren, um Gefahren zu erkennen? Wahrscheinlich nicht, meint Guy Kewney.

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Heutzutage gibt es nicht mehr viel Raum für Verschwörungstheorien. Stattdessen blühen Inkompetenztheorien.

Nehmen wir beispielsweise die paranoiden Einschränkungen, die Großbritannien und die USA gerade Reisenden auferlegen. Nachdem ich einen Vormittag mit Warten in der Visa-Schlange verbracht habe, hasse ich sie wirklich.

Was mich ärgert, ist nicht die Paranoia, sondern die ganze Inkompetenz.

Aus meiner Arbeit mit Mailing-Listen-Providern und Spam-Jägern und nach dem Schreiben über Kundenkarten weiß ich ganz genau, wie gut der “Amazon-Effekt” funktioniert, wenn es darum geht, die Gewohnheiten von Kunden zu isolieren, zu definieren und zu analysieren – bis hin zu dem Punkt, wo man kein Geld mehr auf Anzeigen für Dinge verschwenden muss, von denen man weiß, dass sie nicht gekauft werden.

Warum also weiß die US-Botschaft nicht schon alles über mich? Ich reise seit 1972 in dieses Land, und zwar mit einem nummerierten Pass. Ankunft und Abreise wurden jedes Mal erfasst. Bei jeder Gelegenheit wurde ich gefragt, was ich mache. Fünf Jahre lang bin ich in dieser Zeit mit einem “I”-Visum für Journalisten gereist. Und in den letzten acht Jahren hatte ich einen maschinenlesbaren Pass.

Ich weiß (ich habe das recherchiert!), dass meine Telefongespräche ein offenes Buch sind – wenn nicht der Inhalt, dann meine Kontakte. Meine E-Mails werden aufgezeichnet. Meine politischen und gesellschaftlichen Meinungen sind weitbekannt; mein Blog ist offen. Was könnte man sonst noch über mich herausfinden, das ein Visumsantrag eventuell enthüllen könnte? Nichts, außer vielleicht Einzelheiten zu meinen entzündeten Fußballen.

Ich bleibe also mit einer erschreckenden Erkenntnis zurück: Der ganze Spuk, den wir über die Jahre hinweg dokumentiert haben, war nicht das Werk böser Verschwörer, sondern das von stümpernden Bürokraten. Sie sind in jeden Bereich unseres Lebens eingedrungen, und jetzt, wo sie wirklich all diese Daten benötigen, können sie sie nicht finden. Es ist doch wirklich kein Wunder, wenn man da paranoid wird, oder?