Cyber-Detektiv: Computer klärt Kriminalfälle

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Ein in den USA entwickeltes Computersystem könnte in Zukunft der Polizei viel Arbeit ersparen. Es durchforstet sämtliches Kriminalfallmaterial nach Parallelen und könnte so die Aufklärungsquote deutlich verbessern.

Wie das US-Online-Magazin
New Scientist
heute berichtet, wurde an der
Universität von Chicago
ein Rechnersystem entwickelt, das nicht nur die bloße Aktenrecherche für die Polizei ermöglicht, sondern selbst den Detektiv mimt. Dabei nutzt das System so genannte Muster-Erkennungs-Software. Damit soll es möglich sein, ähnliche Fälle miteinander zu verknüpfen, die eventuell niemals in Verbindung gebracht worden wären, weil sie beispielsweise sehr weit voneinander entfernt passiert sind.

Das ?Classification System for Serial Criminal Patterns? (CSSCP) weist bestimmten Aspekten des Verbrechens numerische Werte zu, die im Endeffekt ein Muster ergeben, auf dessen Basis ein Vergleich möglich ist. Mögliche Faktoren hierbei sind das Geschlecht des Täters und des Opfers, Größe und Alter usw. Die künstliche Intelligenz des Systems ist in der Lage, anhand der erstellten Profile Verbrechen zu isolieren, die eventuell von ein und dem selben Täter verübt worden sind.

Der Entwickler von CSSCP sagte gegenüber New Scientist, das System könne 10 Mal soviel Information verarbeiten wie eine Gruppe von Polizisten mit der gleichen Datenbasis. Bisher konnten die Behörden in den USA aber noch nicht von Probeläufen überzeugt werden. In Großbritannien ist derzeit ein ähnliches System –
Crimelink
– im Testlauf, welches allerdings nicht eigenständig nach Parallelen in unterschiedlichen Fällen sucht, sondern nur eine Datenbasis bietet, die nach unterschiedlichen Mustern durchsucht werden kann. (ah)

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