Mobile Computing
Die Unternehmen verstehen die Botschaft der Mobiltechnologie nicht

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Mobiltechnologien setzen sich durch, aber es könnte schwer werden, Unternehmen davon zu überzeugen, dass sich Investitionen in die neuen Systeme lohnen, die über Basis-E-Mail-Dienste hinausgehen, meint Martin Courtney.

Mobile Computing

Nur wenige Firmen sind bereits davon überzeugt, dass mobiles Arbeiten, im Gegensatz zur Heimarbeit, hinreichend Business-Vorteile bietet, um die notwendigen Investitionen in Hard- und Software zu rechtfertigen. Wie so oft im IT-Bereich scheint das Kundeninteresse an der neuesten Technologie umgekehrt proportional zum Enthusiasmus der Anbieter zu sein.

Was Investitionen zurückzuhalten scheint, ist nicht das Fehlen von ausgereiften, leichten Client-Geräten, wie die Verfügbarkeit von Dingen wie BlackBerry von RIM und Communicator von Nokia zeigt. Es ist eher so, dass die Firmen wenig zwingende Gründe finden, diese Technologien einzusetzen.

E-Mail ist die Grundnahrung jedes Mobil-Users mit einem passend ausgerüsteten Smartphone, Handheld-Computer oder Notebook-PC. Es gibt jedoch keine andere mobile Applikation, die entwerde aus persönlicher oder aus Firmensicht als Muss gilt, obwohl sich das ändern könnte. Und das, weil die Mobilfunknetzbetreiber Dienste mit höherer Bandbreite aufbauen, die das Browsen von HTML-Websites auf tragbaren Geräten auf vernünftige Weise erlauben.

Auf der IDC Mobility-Konferenz in der letzten Woche wurden innovative maßgeschneiderte Applikationen hervorgehoben, die im Moment entwickelt werden: Die große Mehrheit davon hat aber nur eine besondere Abteilung innerhalb der traditionellen kommerziellen Unternehmensstrukturen zum Ziel – das Sales-Team, das zufälligerweise aus den Leuten besteht, die die meiste Zeit außerhalb des Büros verbringen.

Anwendungen für Customer Relationship Management (CRM), Verkaufsautomatisierung und Inventarverwaltung haben ein gemeinsames Ziel. Sie wurden alle entwickelt, um es einem Vertriebsmitarbeiter zu erleichtern, mögliche Kunden zu identifizieren, zu prüfen, ob Produkte am Lager vorhanden sind und einen Verkauf schneller zu bearbeiten.

In den meisten Fällen hängen die Gewinne eines Unternehmens, und damit sein langfristiges Überleben, in großem Umfang von seiner Fähigkeit ab, so viele Produkte oder Dienstleistungen wie möglich zu verkaufen. Es sollte also ein Kinderspiel sein, neue mobile Lösungen zu entwickeln, die diese Fähigkeit unterstützen, und sie auf Chief Executives und Chief Finance Officers auszurichten. Und genau das ist der Grund, weshalb so viele Hardware- und Software-Anbieter sich auf diesen Bereich des Marktes konzentrieren, auf Kosten anderer Anwendungen, die breiteren Anklang finden könnten.

Zugegeben: Es gibt spezielle Industriezweige wie Speditionen, Lieferservices und andere kommerzielle Betriebe, in denen Leute herumfahren, die das meiste aus Global-Positioning-Software herausholen können und aus anderen Dingen, die dabei helfen, spezifische Geschäftsabläufe zu rationalisieren. Aber nur wenige Anbieter haben Gedanken auf mobile Mainstream-Applikationen verschwendet, von E-Mail abgesehen.

Das muss sich ändern, wenn IT-Abteilungen sich auf mobiles Arbeiten in dem Maße einlassen sollen, wie es die Anbieter erhoffen. Und angesichts der Tatsache, dass der durchschnittliche Mitarbeiter die große Mehrheit seiner Arbeitszeit am Schreibtisch verbringt und keine Mobil-Technologie benötigt, wird einiges Grübeln nötig sein, etwas zu finden, das sich als attraktiv erweist.