Gehälter in der IT-Branche: Leichte Erholung

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Das Fahrwasser für Quereinsteiger wird rauer, aber der allgemeine Gehaltsstopp der Branche ist vorbei.

Die Gehälter der Fachkräfte in der IT-Branche (Hard- und Software-Hersteller, Handel, IT-Beratung und -Outsourcing sowie Netzwerke und Rechenzentren) sind im Jahr 2004 nur um durchschnittlich 2,6 Prozent gestiegen. Die Gehälter der Führungskräfte stiegen um 2,9 Prozent. Eine Führungskraft verdient im Durchschnitt 93.000 Euro Jahresgesamtgehalt, eine Fachkraft 57.000 Euro. Dies sind Ergebnisse einer Studie durchgeführt von der
Managementberatung Kienbaum
, die heute in Gummersbach präsentiert wurde.

“Obgleich die Branche in den letzten zwei Jahren eine Stagnation, ja teilweise sogar einen Rückgang erlebt hat und die Gesamtzahl der Beschäftigten in der IT-Branche erstmals seit 1990 zurückging, scheint die Konsolidierung ihren Boden erreicht zu haben. Es bildet sich ein heterogener Stellenmarkt heraus. So ist das Fahrwasser für Quereinsteiger rauer geworden, hingegen werden Hochqualifizierte immer noch stark nachgefragt. Diese Heterogenität spiegelt sich auch in der Vergütung wider. Einzelne Positionen können auch 2004 größere Zuwächse verzeichnen. Neueinsteiger und Jobwechsler erhalten zurzeit fast durchweg geringere Gehälter als noch vor einem Jahr”, so Christian Näser, Projektleiter der Studie bei Kienbaum.

Große Gehaltsspannen

Ein Leiter Programmierung erhält durchschnittlich 90.000 Euro Jahresgesamtgehalt. Ein Systemprogrammierer wird mit 59.000 Euro im Jahr vergütet. Entscheidende Faktoren für die Gehaltsbestimmung von Führungskräften sind die Unternehmensgröße, die Struktur der Hierarchieebenen sowie der Grad der Verantwortung. In der DV-Branche gibt es große Gehaltsspannen. So verdient eine Leiter Vertrieb zwischen 82.000 und 116.000 Euro.

Bei Fachkräften spielen Erfahrung sowie Unternehmens- und Positionszugehörigkeit eine wesentliche Rolle bei der Gehaltsbemessung. Das Gehalt eines Netzwerk-Administrators kann demnach von 44.000 Euro bei Einsteigern bis zu 63.000 Euro bei längerer Unternehmenszugehörigkeit liegen. Das Ausbildungsniveau bei Fach- und Führungskräften in der DV-Branche ist sehr hoch. 70 Prozent haben einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss. Eine qualifizierte Ausbildung wird immer mehr zur Voraussetzung, um die Chance auf einen anspruchsvollen und damit auch höher dotierten Arbeitsplatz zu sichern oder zu erhöhen. So verdient eine Führungskraft mit Hochschulabschluss im Durchschnitt 8.000 Euro weniger pro Jahr als der Kollege mit Promotion.

Der Trend zur variablen Vergütung hält auch in der DV-Branche an. 76 Prozent der Führungskräfte beziehen einen erfolgsabhängigen Gehaltsteil; bei den Fachkräften sind es immerhin 57 Prozent. Durchschnittlich erreicht der variable Anteil bei Führungskräften knapp 16 Prozent, bei Fachkräften 9 Prozent der jeweiligen Jahresgesamtbezüge. Die Höhe schwankt allerdings zwischen den Positionen erheblich und liegt zwischen fünf und 25 Prozent. Bezugsgröße für die variable Vergütung ist bei 77 Prozent der Führungskräfte und 65 Prozent der Fachkräfte der Erreichungsgrad individueller Ziele. Neben den monetären Leistungen gehört eine Vielzahl betrieblicher Leistungen zum Vergütungspaket. Beliebt ist die Bereitstellung eines Dienstwagens. 62 Prozent der Führungskräfte und 15 Prozent der Fachkräfte kommen in diesen Genuss. (mk)
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