Zahl der Informatik-Studenten geht um zwölf Prozent zurück

Allgemein

Der Rückgang hält seit dem Jahr 2000 an. Neben Angst vor dem zu schnellen Informatiker-Arbeitsmarkt sind offenbar auch Studiengebühren am Rückgang schuld.

Im Studienbereich Informatik nahmen im Studienjahr 2004 gut 28.600 Studierende im ersten Fachsemester ihr Fachstudium auf. Nach einem sprunghaften Anstieg in der zweiten Hälfte der 90er Jahre setzte 2000 ein Rückgang bei den Neueinschreibungen in Informatik ein, der weiterhin anhält, aktuell mit einem Minus von 12 Prozent zum Vorjahr. Die Zahl der Studierenden im ersten Fachsemester im Studienbereich Elektrotechnik beträgt rund 17.100, das sind 10 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der seit Mitte der 90er Jahre anhaltende Anstieg ist damit zunächst beendet.

Nach ersten vorläufigen Ergebnissen des
Statistischen Bundesamtes
sind im gerade begonnenen Wintersemester 2004/2005 an den Hochschulen in Deutschland 1,966 Millionen Studierende eingeschrieben, fast 54.000 oder 3 Prozent Studierende weniger als im Vorjahr. Diese Entwicklung geht überwiegend auf einen starken Rückgang der Studierendenzahlen an den Universitäten in Nordrhein-Westfalen (- 66.000 oder – 16 Prozent) und Hessen (- 17.000 oder – 14 Prozent) zurück. Beide Bundesländer haben zum Sommersemester 2004 Studiengebühren zum Beispiel für Langzeitstudierende eingeführt, so die Behörde heute in Wiesbaden.

Beim Frauenanteil gibt es weiter deutliche Unterschiede zwischen den Studienbereichen: Im Bereich Bauingenieurwesen sind bereits mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Studierenden im ersten Fachsemester Frauen. Deutlich geringer ist die Frauenbeteiligung in den Studienbereichen Elektrotechnik (9 Prozent), Maschinenbau/ Verfahrenstechnik (16 Prozent) und Informatik (18 Prozent).

An Universitäten oder vergleichbaren Hochschulen studieren im laufenden Wintersemester 1,370 Millionen Frauen und Männer, das sind 70 Prozent aller Studierenden. An Fach- oder Verwaltungsfachhochschulen studieren 564.000 (29 Prozent) und an Kunsthochschulen 32.000 (2 Prozent). Der Anteil der Frauen an den Studierenden erreichte mit 47,9 Prozent einen neuen Höchstwert.

Die Zahl der Studienanfänger betrug im Studienjahr 2004 (Sommersemester 2004 und Wintersemester 2004/2005) rund 356.000 oder 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Unter den Erstsemestern sind knapp 174.000 Frauen. Dies entspricht einem Frauenanteil von 48,8 Prozent.

Nach ersten vorläufigen Ergebnissen liegt die Studienanfängerquote, das heißt der Anteil der Studienanfänger an der gleichaltrigen Bevölkerung, für das Studienjahr 2004 bei 37,3 Prozent. Im Vorjahr hatte sie noch 38,9 Prozent betragen. Damit ist erstmals seit der Vereinigung Deutschlands ein Rückgang bei der Studienanfängerquote festzustellen. (mk)
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– testticker.de)

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