Security-Experte: In fünf Jahren kein E-Mail-Virus mehr

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Bald werden Viren via E-Mail kaum noch verbreitet werden, meint Virenexperte David Perry. Spionageprogramme werden zur Bedrohung der Zukunft.

In fünf Jahren werden Viren via E-Mail kaum noch verbreitet werden. Grund dafür sind, so David Perry vom US-Software-Konzern Trend Micro im Interview der PC Professionell (Heft 12/2004), deutlich verbesserte Schutzmechanismen. Zum zweiten können über SMTP- und IP-Protokolle die Autoren der Viren besser identifiziert werden. Die Bedrohung aus dem Netz nehme allerdings weiter zu durch Spy- und Adware-Programme, die die Computernutzer und ihre Surfgewohnheiten ausspionieren.

Perry: ?In den 16 Jahren, in denen es Computerviren gibt, hat Trend Micro insgesamt 1.100 verschiedene Exemplare gezählt. Aber innerhalb von nur zwei Jahren gibt es bereits 25.000 verschiedene Spyware-Varianten?.

Spyware komme mittlerweile längst nicht mehr nur von Warez- oder Porno-Seiten, sondern auch von ganz normalen Angeboten wie Reisebüros, Bibliotheken u.ä. Die Gründe dafür lägen in der unterschiedlichen Motivation der Programmierer: Viren würden häufig von sogenannten Script-Kiddies geschrieben, die hauptsächlich ihre Initialen auf fremden PCs hinterlassen wollten. Spyware und Adware dagegen würde programmiert, um Geld zu verdienen, so Perry weiter. Mittels Spyware könne das Surfverhalten genau ausspioniert werden. Ein Beispiel: Wenn festgestellt wird, dass ein Surfer rothaarige Frauen und Männer oder blaue Autos auf verschiedenen Seiten etwas länger beobachtet als Blonde und weiße Autos, dann kann im nächsten politischen Wahlkampf das Haar des Kandidaten etwas röter erscheinen, sein Auto etwas blauer. Bei Millionen von angesprochenen Wählern werde solch eine “Kampagne” das gewünschte Ziel kaum verfehlen, schätzt Perry. (tk/mk)

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