Gesetze gegen RFID?

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Der Softwarekonzern SAP will Menschen die Furcht vor RFID-Etiketten nehmen.

RFID – Ein Milliardenmarkt

Der Software-Riese SAP hat sich vorgenommen, die cleveren RFID-Funketiketten (Radio Frequency Identification) »zu entmystifizieren«. So zumindest formulierte es SAP-Vorstand Claus Heinrich während einer Diskussionsrunde zum Thema RFID.

Politik und Unternehmen wie SAP, Microsoft, IBM oder die Metro müssten gemeinsam ungeklärte Fragen erörtern. Immer auch mit dem Ziel, die teilweise übersteigerten Befürchtungen zum Beispiel, dass RFID-Etiketten aus dem All per Satellit zu orten sind gegenüber der Technik auszuräumen. Dazu Claus Heinrich: »Erklärt man Menschen, warum und wie etwas gemacht wird, haben sie weniger Widerstände«. SAP hat ein konkretes Interesse am Erfolg der RFID-Technik, liefert es doch schon heute Software für RFID-Systeme.

Das Unternehmen bestreitet jedoch nicht, dass Handelsunternehmen dank RFID leicht und unberechtig riesige Mengen an Kundendaten sammeln können eine große Versuchung für Unternehmen. Die mit versteckten RFID-Chips versehenen Kundenkarten des Metro Future Stores (
www.future-store.org
), die ahnungslosen Kunden ausgehändigt wurden, sind das beste Beispiel. Die Software für das Geschäft wurde pikanterweise von SAP entwickelt. Solche Vorkommnisse sind ein schwerer Rückschlag für die Verfechter der Technik. Schließlich hoffen diese auf einen Milliardenmarkt.


Politische Gegensätze

Von daher begrüßt es SAP, dass sich die Politik des Themas annimmt: »Wir könnten in sechs Monaten ein Gesetz verabschieden, das die Zerstörung der RFID-Etiketten an der Kaufhauskasse vorschreibt«. So äußert sich Karsten Hecht, wissenschaftlicher Berater der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sein Kollege Jörg Tauss, forschungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, meint hingegen, dass es keiner neuen Gesetze bedürfe. Die bestehenden Datenschutzrichtlinien sind zwar schon in die Jahre gekommen, taugen laut Tauss aber trotzdem auch für RFID.

Das mag für das Datensammeln durch Unternehmen auch stimmen. Wie sich die Gesetze jedoch auf Privatpersonen anwenden lassen, die mit RFID-Scannern auf der Straße Jagd nach aktiven Tags in fremder Leute Einkaufstaschen machen das können derzeit weder Hecht noch Tauss erklären.