Urteil zur Oracle-Klage gegen Übernahmebarrieren bei PeopleSoft noch im Dezember

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Dem PeopleSoft-Antrag, die Verhandlung zu verschieben, wird nicht stattgegeben. Allerdings halten Experten eine Entscheidung zu Gunsten Oracles für unwahrscheinlich.

Das PeopleSoft-Management musste im Übernahmekampf mit
Oracle
vor Gericht eine Niederlage hinnehmen. Leo Strine, Richter am Bezirksgericht des US-Bundesstaates Delaware, will noch im Dezember neue Anhörungen bezüglich der Oracle-Klage gegen die Übernahmebarrieren der
PeopleSoft
-Geschäftsführung durchführen. Dem Antrag, weitere Verhandlungstermine auf einen Zeitpunkt nach der Hauptversammlung des Unternehmens im Frühjahr zu vertagen, wurde somit nicht stattgegeben.

Auch auf eine etwas geringere Verzögerung auf Ende Januar, nach Bekanntgabe der Quartalszahlen, lies sich Strine nicht ein. Die nächsten Zeugenaussagen erfolgen demnach am 13. Dezember. Bereits zwei Tage später sollen die Anwälte PeopleSofts und Oracles ihre Abschlussplädoyers vorbringen.

Der Übernahme selbst steht der Richter offenbar positiv gegenüber. Das Angebot von 24 Dollar pro Aktie bezeichnete Strine als legitime Offerte. Ein früheres Gebot von 21 Dollar hätte dem Firmenwert PeopleSofts hingegen nicht entsprochen. Trotzdem ist eine Entscheidung zu Gunsten Oracles nach Ansicht von Experten unwahrscheinlich.

Der PeopleSoft-Vorstand setzt in seinem Widerstand gegen die Akquisition auf eine doppelte Blockadepolitik: Einmal hat PeopleSoft die Ausgabe neuer Aktien geplant, um die eine Akquisition durch Oracle deutlich zu verteuern. Zusätzlich hat man den PeopleSoft-Kunden eine millionenschwere Rückzahlung für den Fall einer feindlichen Übernahme garantiert.

Gegen die starre Haltung des Managements wollen auch die PeopleSoft-Aktionäre vorgehen. Nachdem die Besitzer von über 60 Prozent der Aktien der Übernahme zustimmten, soll der Vorstand nun per Klage zu Verhandlungen mit Oracle gezwungen werden. Richter Strine zeigte sich auf dem gestrigen Treffen bereit, diese zuzulassen.

Sollte Oracle vor Gericht keinen Erfolg haben, könnten die Übernahmebarrieren letztlich durch eine direkte Intervention im Verwaltungsrat gekippt werden. Diesen wird Oracle auf der Hauptversammlung voraussichtlich mit
eigenen Direktoren
besetzen. Die neuen Verwaltungsrats-Mitglieder hätten ausreichend Macht, das Management zur Rücknahme der Barrieren zu zwingen oder die entsprechenden Posten neu zu besetzen. (dd)

(
de.internet.com
– testticker.de)

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